Reverse Bonus Zertifikate auf Gold: Verdienen, wenn der Goldpreis fällt

15% Bonuschance, 80% Puffer
Interessant ist das währungsgesicherte Reverse Bonuszertifikat auf eine Feinunze Gold der französischen Societe Generale. Das Zertifikat mit ISIN DE000SG0GHC9 wurde zu 100% bzw. 100 Euro emittiert. Der Goldpreis stand zu diesem Zeitpunkt bei 687,50 US-Dollar. Als Bonusschwelle wurde die Marke von 150% bzw. 1.031,25 US-Dollar gewählt.
Das Zertifikat zahlt nun einen Bonus von 120% bzw. 120 Euro aus, wenn der Goldpreis bis zur Fälligkeit, also am 25.05.2009, die Bonusschwelle von 1.031,25 US-Dollar niemals berührt. Gold müsste also mehr als 50% steigen, damit der Bonus verloren ginge. Steigt Gold über diese Schwelle hinaus, erleidet man mit dem Zertifikat einen prozentualen Verlust in Höhe des Goldpreisanstieges. Ein Anstieg des Goldes in Höhe von 90% käme einem Verlust in entsprechender Höhe gleich.
Seit der Emission ist aber der Goldpreis nicht gestiegen, sondern deutlich gefallen und notiert zurzeit bei 574 US-Dollar, so dass sich der Puffer nach oben auf 80% vergrößert hat. Gleichzeitig ist aber die Bonuschance von 20% auf 15% gesunken, da das Zertifikat nicht mehr 100 Euro, wie zu Beginn der Emission, sondern 105 Euro kostet. Damit beträgt die Rendite pro Jahr rund 5% und liegt damit deutlich über den aktuellen Konditionen für Tages- oder gar Festgelder. Zudem ist die Bonuszahlung am Ende der Laufzeit nach aktueller Rechtslage steuerfrei. Die Rendite kann natürlich wesentlich höher ausfallen, je weiter der Goldpreis fällt.
Und genau dort liegen die Stärken des Zertifikates. Ausgehend vom Goldpreis zu Beginn der Emission von 687,50 Euro (Referenzkurs) wird der prozentuale Kursverlust der Feinunze in einen positiven Gewinn des Zertifikates umgedreht. Liegt der Goldpreis bei Fälligkeit also zum Beispiel nur bei 70% unter dem Referenzkurs, also bei 481,25 US-Dollar, gibt es 130% bzw. 130 Euro zurück. Je weiter Gold also fällt, desto größer ist der Gewinn mit dem Zertifikat.
Als Veranschaulichung soll die nachfolgende Grafik dienen. Die gelbe Linie zeigt die Wertentwicklung des Goldes. Die blaue Linie demonstriert das Auszahlungsprofil des Reverse Bonus Zertifikates bei Fälligkeit, wenn die Barriere bei 150% niemals berührt wird. Wird sie berührt, ist die rote Linie maßgeblich. Bei 150% ginge also der Bonus verloren.

Das Reverse Bonus Zertifikat wäre dann nur noch ein reines Index Zertifikat auf die Feinunze Gold und würde sich zum Goldpreis 1:1, allerdings spiegelverkehrt, mitbewegen.
Das Reverse Bonus Zertifikat muss also nicht zwangsweise zu einem Verlust von 50% führen, wenn die Barriere berührt wird. Maßgeblich ist nur der Goldpreis am Ende der Laufzeit. Würde also der Goldpreis bis zum Verfall wieder fallen, z.B. auf 80% seines Ausgangsniveaus, hätte man noch einmal Glück gehabt und am Ende mit dem Zertifikat doch noch eine Rendite von 120% erzielt.
Was in der Grafik auch sehr gut zu erkennen ist, dass in einem Bereich zwischen 80 und 150% maximal 120% verdient werden kann. Bei einem Goldpreisanstieg über 120% nimmt man also nicht teil. Da man mit einem Reverse Bonus Zertifikaten tendenziell von schwächeren Kursen ausgeht, ist dies auch durchaus im Sinne des Erfinders. Umgekehrt verdient man bei einem Rückgang auf 80% trotzdem 120%. Erst wenn der Goldpreis mehr als 20% fällt, also z.B. auf 70% seines Ausgangsniveaus, steigt die Rückzahlung deutlich auf 130% an. Zu verdienen sind mit einem Reverse Bonus Zertifikat maximal 100%, da der Goldpreis maximal auf Null fallen kann.
Fazit
15.06.06


