Discount Zertifikate - Eine Alternative zum Festgeld


Die derzeit unruhigen Börsen haben auch einen positiven Aspekt. Die Volatilitäten sind wieder deutlich angestiegen. So ist beispielsweise der V-DAX, der die erwartete Schwankung des DAX für die nächsten 45 Tage misst, von rund 15% im Mai auf nunmehr knapp 20% angestiegen.
Dies macht insbesondere Discount Zertifikate wieder billiger. Mit Discount Zertifikaten erwirbt man eine Aktie oder auch einen Index deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs. Damit erhält man einen Risikopuffer gegen Kursverluste. Am Ende der Laufzeit bekommt man dann die Aktie (oder den Gegenwert der Aktie) geliefert. Man erwirtschaftet so auch in Seitwärtsmärkten eine attraktive Rendite. Allerdings ist die Rückzahlung auf einen Höchstbetrag begrenzt. Zieht der Markt also deutlich an, gerät man mit den Zertifikaten ins Hintertreffen.

Was man beachten sollte


Im Prinzip kann sich jeder Anleger gemäß seiner Risikoneigung selbst sein Discount Zertifikat auswählen. Dabei  sollte man sich zunächst über den Basiswert im Klaren sein. Erwartet man z.B. für die Deutsche Telekom für die nächsten 18 Monate eher moderate Kursanstiege, z.B. auf 16 Euro, dann wählt man ein Discount Zertifikat mit einem Cap von 16 Euro. Dementsprechend kann man bei einer optimistischeren Prognose auch höhere Caps wählen und umgekehrt.

Solange die Aktie nicht über den Cap hinausgeht, fährt man mit dem Discount Zertifikat besser. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die Aktie bis zum Laufzeitende nicht bewegt oder gar fällt.

Bei der Auswahl des Caps gilt: Je höher der Cap, desto größer ist der maximal mögliche Ertrag, aber umso kleiner ist auch der Risikopuffer.  Je kleiner der Cap ist, umso kleiner ist dann auch der maximale Ertrag. Dafür fällt aber der Risikopuffer größer aus. Für welche Varianten man sich also entscheidet, hängt davon ab, welche Risikoneigung man selber hat.

ThyssenKrupp: 13% Seitwärtsrendite möglich


Interessant ist derzeit die ThyssenKrupp-Aktie, da sie im DAX die derzeit höchste Volatilität aufweist. Das Discount Zertifikat von Sal. Oppenheim mit ISIN DE000SBL4BC8 und Cap von 24 Euro kostet derzeit 20,53 Euro. Das Papier läuft bis 25.09.2007. Da die ThyssenKrupp-Aktie derzeit bei 25,58 Euro steht, beträgt der Abschlag auf die Aktie 19,74%. Dieser Abschlag ist gleichzeitig der Risikopuffer, d.h. die Aktie kann 19,74% fallen, bevor man mit dem Zertifikat einen Verlust erleidet. Am Ende der Laufzeit bekommt man den Gegenwert der Aktie, also maximal 24 Euro zurückbezahlt. Die Aktie notiert aber bereits jetzt schon über dem Cap, was den Vorteil hat, dass man selbst dann, wenn die Aktie am 25.09.07 immer noch bei 25,58 Euro steht, eine Seitwärtsrendite p.a. von 13,15% erzielt. Die maximale Rendite beträgt 16,9%, die nach 1 Jahr steuerfrei ist.

Nokia: 4,47% p.a. bei 50% Risikopuffer


Wer nun eine echte Alternative zu einer Festgeldanlage sucht, der könnte das Discount Zertifikat auf Nokia von der Schweizer UBS mit ISIN DE000UB2J8U0 wählen. Das Zertifikat hat einen Cap bei 8 Euro, läuft bis 21.12.07 und kostet derzeit 7,49 Euro. Bei einem derzeitigen Nokia-Kurs von 15,82 Euro ergibt sich eine Seitwärtsrendite von 4,47% p.a. Die 4,47% p.a. Rendite gibt es selbst dann, wenn Nokia am 21.12.07 nicht unter 8 Euro notiert, d.h. Nokia kann fast 50% fallen, ohne dass die Seitwärtsrendite gefährdet wäre. Natürlich gewährt ein Discount Zertifikat keinen Kapitalschutz wie ein Festgeld, dennoch kann ein solcher Risikopuffer als relativ sicher angesehen werden, zumal Nokia die 8 Euro in den letzten 5 Jahren nicht gesehen hat. Damit liegt der Discount-Ertrag deutlich über den aktuellen Festgeldkonditionen, die derzeit bei rund 3,5% liegen. Und: der Ertrag beim Zertifikat ist am Laufzeitende steuerfrei. Zinseinkünfte wie beim Festgeld sind, sofern sie über dem Freibetrag liegen, zu versteuern.

27.06.06



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