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Ölpreis auf Rekordniveau - Wie Anleger mit Zertifikaten profitieren können


Auf über 78 US-Dollar stieg der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordsessorte Brent Anfang der Woche. Zwar notiert er derzeit mit 73 Dollar wieder etwas tiefer, aber Experten rechnen weiterhin mit einem steigenden Ölpreis. Einige Analysten sehen den Preis gar bald bei 80 bis 90 US-Dollar.

Es ist nicht nur der Konflikt im Nahen Osten oder der anhaltende Streit um das iranische Atomprogramm, das den Ölpreis derzeit nach oben treibt.

Meteorologen befürchten zudem in den nächsten drei bis vier Wochen eine ganze Reihe von Wirbelstürmen im südlichen Atlantik. Damit wären die Förderstätten im Golf von Mexiko sowie die Raffinerien an der amerikanischen Küste bedroht.

Auch langfristig dürfte der Ölhunger von wachstumsstarken Ländern wie China, Indien oder Brasilien zunehmen. Die politischen Spannungen in ölproduzierenden Staaten wie Nigeria und Venezuela könnten das Problem zusätzlich verschärfen.

Aber noch ist Öl nicht knapp. Ölvorkommen in allen Teilen der Welt werden inzwischen bis zum letzten ausgebeutet. Der hohe Erlös rechtfertigt die überproportional hohen Kosten des völligen Ausschöpfens der Quellen, das übrigens wiederum einen großen Energieaufwand erfordert.

Spekulanten treiben den Ölpreis


Der Ölpreis ist zum großen Teil auch von Spekulanten getrieben. Dies reflektieren die Termingeschäfte wider. So fallen die Preise für Terminlieferungen mit späteren Liefermonaten derzeit höher aus als für aktuelle Lieferungen. Die Termingeschäfte zeigen, dass der Ölpreis in erster Linie durch die Nachfrage nach Kontrakten bestimmt wird. Elementare Faktoren wie Produktionskosten oder Kapitalertrag spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Was zählt, sind die Spekulanten, die in Long- oder Short-Positionen investieren. 

Die politischen Risiken, wie sie vom Iran oder Nordkorea ausgehen, lassen sich derzeit nur schwer kalkulieren. Alles hängt jetzt davon ab, wie schnell neue Vorkommen erschlossen und zur Förderreife gebracht werden. Die dafür erforderlichen Investitionen sind aber sehr hoch.

Hinsichtlich der Fundamentaldaten gibt es zwei Faktoren, die die Ölpreisentwicklung in Zukunft beeinflussen: Zum einen eine höhere Ölförderung und zum anderen eine Verlangsamung des Nachfragezuwachses. Letzteres kann nur dadurch zustande kommen, dass die Konsumenten auf andere Energien umsteigen oder sich der hohe Ölpreis auf das weltweite Wirtschaftswachstum auswirkt. Beides ist aber bisher nicht zu erkennen. Zudem verläuft so ein Prozess nur sehr langsam und über mehrere Jahre.

Innerhalb der kommenden Jahre muß man wohl mit einer höheren Preisvolatilität rechnen. Mit anderen Worten: Der Ölpreis wird von einigen unberechenbaren Faktoren bestimmt werden, die nicht nur politischer Natur sind, sondern vor allem auch von den Terminmärkten bestimmt werden.

Bonus Zertifikat bringt 9,5% p.a. bei 40% Risikopuffer


Wer nun auf einen weiter steigenden Ölpreis setzen möchte, der hat mehrere Möglichkeiten.

Die konservativste Anlageform ist ein Bonus Zertifikat der Societe Generale mit ISIN DE000SG0GF43. Das Zertifikat läuft bis 22.07.2010 und kostet derzeit 64,93 Euro an der Börse. Am Ende der Laufzeit zahlt das Zertifikat 117,50 US-Dollar aus, wenn bis dahin der Ölpreis niemals die untere Schwelle von 44.90 US-Dollar berührt hat. Dies entspricht einem Sicherheitspuffer von sage und schreibe 40%. Die Rendite pro Jahr liegt bei 9,5% p.a. Steigt der Ölpreis bis dahin über die Marke von 117,50 US-Dollar hinaus, ist man am Kursanstieg beteiligt.

Weitere Infos auf www.sg-zertifikate.de

Index Zertifikat mit 1:1 Partizipation am Ölpreis


Wer etwas spekulativer eingestellt ist, der kann sich ein Index-Zertifikat der Commerzbank mit ISIN DE000CZ02519 ins Depot legen. Das Zertifikat beruht auf dem September-Future und läuft nahezu 1:1 zum Basiswert mit, da das Zertifikat währungsgesichert ist. Steigt der Öl-Future also um 5%, steigt auch das Zertifikat um 5% und umgekehrt. Das Zertifikat kostet derzeit 66,50 Euro an der Börse und eignet sich für längerfristig orientierte Anleger, die weiterhin an einen steigenden Ölpreis glauben.

Infos auf www.commerzbank.de

Höhere Hebelwirkung mit Mini Futures


Für noch spekulativere Anleger kann sich auch ein Hebelprodukt eignen, mit dem man überproportional an steigenden Ölpreisen partizipieren kann. In Frage kommen könnte etwa der Mini Future der ABN Amro mit ISIN NL0000680809. Das Produkt hat eine derzeitige Basis bei 59,27 US-Dollar und eine Stop-Loss Marke bei 65,16 US-Dollar.

Auch der Mini-Future läuft nahezu 1:1 mit, ist allerdings nicht währungsgesichert. Insofern spielt auch der Euro/US-Dollar- Wechselkurs eine Rolle. Aufgrund des geringeren Kapitaleinsatzes als beim Index Zertifikat, der Mini Future kostet derzeit 12,19 Euro, ergibt sich aber eine größere Hebelwirkung. Steigt der Ölpreis in den nächsten 6 Monaten auf rund 80 US-Dollar, also um knapp 8%, würde der Mini Future aufgrund seiner Hebelwirkung um 38% auf etwa 16,77 Euro ansteigen (gleicher Wechselkurs vorausgesetzt). Allerdings geht die Hebelwirkung auch genauso schnell nach unten.

Der Mini Future hat eine unbegrenzte Laufzeit, allerdings zahlt man für jeden Tag Haltedauer Zinsen. Dies geschieht dadurch, dass über Nacht der Basispreis (oder das Finanzierungslevel) angepasst bzw. erhöht wird.

Zudem besitzt das Produkt eine vorgelagerte Stopp-Loss Marke bei aktuell 65,16 US-Dollar. Fällt der Ölpreis auf diese Marke, wird man vorzeitig ausgestoppt und man erhält gegebenenfalls einen Restwert in Höhe der Differenz aus Stopp-Loss Marke und Finanzierungslevel. Auch die Stopp-Loss Marke wird 1x im Monat angepasst und liegt einen bestimmten Prozentsatz unter dem Ölpreis-Future.

Das Zertifikat ist nur für erfahrene Anleger geeignet. Mit der Wahl des entsprechenden Basispreises lassen sich auch höhere Hebel erzielen. ABN hat Basispreise von 31 bis 65-US-Dollar im Angebot.

Weitere Infos auf www.abnamrozertifikate.de

19.07.2006



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