Auch Hausfrauen können riestern
Wer sich als Vollzeit-Familienmanagerin um Haushalt und Kindererziehung kümmert, sollte sich nicht allein auf die Altersvorsorge über den Ehepartner verlassen. Darüber informiert aktuell der Finanzdienstleister Delta Lloyd. Dies gilt sowohl für die Altersvorsorge als auch für die Absicherung von Risiken.So können auch Frauen, die selbst kein Einkommen haben, eine eigene staatlich geförderte Zusatzrente aufbauen. Voraussetzung für diese so genannten Zulagenverträge ist, dass der Ehepartner ebenfalls einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat. In den Zulagenvertrag fließen die Grundzulage von 154 Euro sowie die Kinderzulagen in Höhe von 185 Euro pro Kind. Für Kinder, die ab dem 1. Januar 2008 geboren werden, erhöht sich die Zulage sogar auf 300 Euro. Eine Mutter mit zwei vor 2008 geborenen Kindern kann so pro Jahr 524 Euro ansparen, ohne selbst einen Beitrag zu leisten. Wurde eines der Kinder 2008 geboren, erhöht sich dieser Betrag sogar auf 639 Euro. Eine Ausnahme ist die gesetzliche Elternzeit. Während dieser Zeit, also maximal für drei Jahre, muss die Mutter einen Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr selbst aufbringen. 'Angesichts der üppigen Förderung ist das eine lohnende Ausgabe', sagt Delta Lloyd-Vorsorgeexperte Christian Jaffke.
Auch wer für die Kindererziehung beruflich pausiert, sollte seine Altersvorsorge im Blick behalten. Dies gilt vor allem für die verschiedenen Modelle der betrieblichen Altersvorsorge. 'Die meisten Verträge kann man auch zu sehr niedrigen Raten selbst fortführen. Das bietet sich zum Beispiel bei vermögenswirksamen Leistungen an', so Jaffke. Alternativ kann man den Vertrag während der Familienpause auch ruhen lassen, bis wieder eine Beschäftigung aufgenommen wird. Für alle Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung gilt: Besteht ein Vertrag länger als fünf Jahre, sind die Ansprüche unverfallbar, können also nicht mit möglichen Leistungen bei Arbeitslosigkeit (Stichwort Hartz IV) verrechnet werden.
Doch nicht nur bei der Altersvorsorge, auch beim Schutz vor wesentlichen Risiken sind Hausfrauen häufig unterversorgt. 'Während in vielen Familien der Alleinverdiener über eine Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung verfügt, ist die Arbeitskraft der Hausfrau selten abgesichert', so Jaffke. Dabei müssten bei einem Ausfall durch Krankheit oder Unfall mit Kosten von rund 1.500 bis 2.000 Euro monatlich für eine Haushaltshilfe gerechnet werden.
Gegen dieses Risiko können sich Familien - zumindest teilweise - auf zwei Arten absichern. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung springt in allen Fällen von Arbeitsunfähigkeit und bei schweren Krankheiten ein und bietet damit einen sehr umfassenden Schutz. Allerdings ist sie vergleichsweise teuer: Für eine Berufsunfähigkeitsrente von 1.000 Euro muss eine 40jährige Frau rund 140 Euro monatlich aufbringen. Wesentlich günstiger ist eine Unfallversicherung. Hier liegen die Kosten für eine Rente von 1.000 Euro bei rund 25 Euro monatlich. Allerdings zahlt die Versicherung nur dann, wenn die Arbeitsunfähigkeit durch einen Unfall verursacht wurde, nicht jedoch bei krankheitsbedingtem Ausfall. 'Wem die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu hoch sind, der sollte dennoch zumindest eine Unfallversicherung abschließen und so einen Teil der Risiken abdecken', rät Jaffke.


