Finanzkrise erfasst US-Eliteunis
Der 38 Mrd. US-Dollar schwere Stiftungsfonds der amerikanischen Eliteuniversität Harvard steht nach Angaben der Universitätspräsidentin vor "beispiellosen Verlusten". Hedge-Fonds und Private Equity belasten die Hochschule.
In einem Brief an Studenten und Mitarbeiter warnte Drew Faust, die Universität könne wegen der Verluste zu Sparmassnahmen gezwungen werden und müsse eventuell neue Geldquellen auftun. "Wegen Umfang und Tiefe des gegenwärtigen Abschwungs müssen auch gut diversifizierte Portfolios bedeutende Verluste hinnehmen", schrieb die Präsidentin. Harvard ist einer der grössten, aber auch der erste Stiftungsfonds, der vor Verlusten warnt. Die drastischen Worte sind insofern ungewöhnlich, als die US-Universitätsstiftungen normalerweise äusserst verschwiegen sind: Sie veröffentlichen im September oder Oktober ihre Ergebnisse für das Steuerjahr, das im Juni zu Ende geht, und halten sich ansonsten bedeckt.
Jahrelang hatte die Anlagepolitik der Stiftungsfonds der Traditionsunis Harvard, Princeton und Yale unter institutionellen Investoren in aller Welt als vorbildlich gegolten. Die Verwalter setzten schon früh auf alternative Anlageklassen wie Hedge-Fonds, Rohstoffe und Private-Equity-Beteiligungen bis hin zu Wald- und Landstücken. Damit verhalfen sie diesen zuvor kaum bekannten Anlagen zu enormer Popularität.
In den vergangenen zehn Jahren erzielte allein der Harvard-Fonds eine jährliche Rendite von 13,8% pro Jahr - weit mehr als traditionelle Mischportfolios, die im gleichen Zeitraum lediglich eine Rendite von 6,1% pro Jahr erzielten. Die Private-Equity-Beteiligungen des Harvard-Fonds lieferten in dem Zeitraum Renditen von im Schnitt 26% pro Jahr, die Investitionen in Rohstoffe sowie Holz- und Agrarland 17% pro Jahr.
Die Verlustankündigung belegt, dass die seit Jahren hochgepriesene Strategie der breiten Streuung der Geldanlage nicht vor hohen Verlusten schützt. In dem Steuerjahr, das Ende Juni zu Ende gegangen war, hatte diese Strategie für den Harvard-Fonds noch verhältnismässig gute Erträge gebracht: Während der S&P 500-Aktienindex in diesem Zeitraum um 13,1% zurückging, legte der Harvard-Fonds um 8,6% zu.
Damit war Harvard die erfolgreichste Unistiftung der Vereinigten Staaten. Die Fonds der Rivalen aus Princeton legten 5,6% zu, der von Yale um 4,5%. Unter anderem der rapide Anstieg der Rohstoffpreise im ersten Halbjahr bewahrte die Investoren noch vor einem Minus.
Nun werden jedoch auch sie von der Krise erfasst. Das Portfolio von Harvard illustriert die Probleme: Die Manager des einstigen Renditegaranten haben 18% des Kapitals in Hedge-Fonds investiert. Doch das 3. Quartal 2008 war für Hedge-Fonds das schlechteste der Geschichte. Die gesamte Branche kam auf einen Wertverlust von 210 Mrd. Dollar. Weitere 13% des Vermögens stecken in Private Equity. Sowohl Hedge-Fonds als auch die Private-Equity-Branche leiden darunter, dass Marktteilnehmer aufgrund der Finanzkrise ihre Verschuldung abbauen und Investitionen mit hohem Fremdkapitalanteil somit schwieriger werden. 9% des Harvard-Portfolios entfallen auf Immobilien, 8% auf Rohstoffe, deren Preise sich seit dem Sommer mehr als halbiert haben.
Ein Harvard-Sprecher wollte die befürchteten Verluste auf Anfrage nicht konkretisieren. Das Abschneiden des Fonds ist für die Universität im Bundesstaat Massachusetts von zentraler Bedeutung: Aus dem Fonds werden mehr als ein Drittel der operativen Ausgaben finanziert.
Verantwortlich für das Harvard-Portfolio war bis September 2007 Mohamad El-Erian, der jedoch zur Fondsgesellschaft Pimco wechselte. Nach einer Interimslösung ist seit Juli 2008 Jane Mendillo am Ruder des Fonds.
Quelle: www.boerse-express.com
In einem Brief an Studenten und Mitarbeiter warnte Drew Faust, die Universität könne wegen der Verluste zu Sparmassnahmen gezwungen werden und müsse eventuell neue Geldquellen auftun. "Wegen Umfang und Tiefe des gegenwärtigen Abschwungs müssen auch gut diversifizierte Portfolios bedeutende Verluste hinnehmen", schrieb die Präsidentin. Harvard ist einer der grössten, aber auch der erste Stiftungsfonds, der vor Verlusten warnt. Die drastischen Worte sind insofern ungewöhnlich, als die US-Universitätsstiftungen normalerweise äusserst verschwiegen sind: Sie veröffentlichen im September oder Oktober ihre Ergebnisse für das Steuerjahr, das im Juni zu Ende geht, und halten sich ansonsten bedeckt.
Jahrelang hatte die Anlagepolitik der Stiftungsfonds der Traditionsunis Harvard, Princeton und Yale unter institutionellen Investoren in aller Welt als vorbildlich gegolten. Die Verwalter setzten schon früh auf alternative Anlageklassen wie Hedge-Fonds, Rohstoffe und Private-Equity-Beteiligungen bis hin zu Wald- und Landstücken. Damit verhalfen sie diesen zuvor kaum bekannten Anlagen zu enormer Popularität.
In den vergangenen zehn Jahren erzielte allein der Harvard-Fonds eine jährliche Rendite von 13,8% pro Jahr - weit mehr als traditionelle Mischportfolios, die im gleichen Zeitraum lediglich eine Rendite von 6,1% pro Jahr erzielten. Die Private-Equity-Beteiligungen des Harvard-Fonds lieferten in dem Zeitraum Renditen von im Schnitt 26% pro Jahr, die Investitionen in Rohstoffe sowie Holz- und Agrarland 17% pro Jahr.
Die Verlustankündigung belegt, dass die seit Jahren hochgepriesene Strategie der breiten Streuung der Geldanlage nicht vor hohen Verlusten schützt. In dem Steuerjahr, das Ende Juni zu Ende gegangen war, hatte diese Strategie für den Harvard-Fonds noch verhältnismässig gute Erträge gebracht: Während der S&P 500-Aktienindex in diesem Zeitraum um 13,1% zurückging, legte der Harvard-Fonds um 8,6% zu.
Damit war Harvard die erfolgreichste Unistiftung der Vereinigten Staaten. Die Fonds der Rivalen aus Princeton legten 5,6% zu, der von Yale um 4,5%. Unter anderem der rapide Anstieg der Rohstoffpreise im ersten Halbjahr bewahrte die Investoren noch vor einem Minus.
Nun werden jedoch auch sie von der Krise erfasst. Das Portfolio von Harvard illustriert die Probleme: Die Manager des einstigen Renditegaranten haben 18% des Kapitals in Hedge-Fonds investiert. Doch das 3. Quartal 2008 war für Hedge-Fonds das schlechteste der Geschichte. Die gesamte Branche kam auf einen Wertverlust von 210 Mrd. Dollar. Weitere 13% des Vermögens stecken in Private Equity. Sowohl Hedge-Fonds als auch die Private-Equity-Branche leiden darunter, dass Marktteilnehmer aufgrund der Finanzkrise ihre Verschuldung abbauen und Investitionen mit hohem Fremdkapitalanteil somit schwieriger werden. 9% des Harvard-Portfolios entfallen auf Immobilien, 8% auf Rohstoffe, deren Preise sich seit dem Sommer mehr als halbiert haben.
Ein Harvard-Sprecher wollte die befürchteten Verluste auf Anfrage nicht konkretisieren. Das Abschneiden des Fonds ist für die Universität im Bundesstaat Massachusetts von zentraler Bedeutung: Aus dem Fonds werden mehr als ein Drittel der operativen Ausgaben finanziert.
Verantwortlich für das Harvard-Portfolio war bis September 2007 Mohamad El-Erian, der jedoch zur Fondsgesellschaft Pimco wechselte. Nach einer Interimslösung ist seit Juli 2008 Jane Mendillo am Ruder des Fonds.
Quelle: www.boerse-express.com



