Wein als Geldanlage: trinken oder spekulieren?
Wenn der Abend mit Freunden zu Hause am Kamin gemütlich wird, steht so mancher Weinliebhaber vor der Frage: Soll man die die edlen Tropfen im Keller lieber lagern und auf eine Wertsteigerung spekulieren oder jetzt genießen? 'Wein ist in erster Linie ein spannendes Genussmittel, und das sollte er auch bleiben. Zur Anlage taugen nur ganz bestimmte Weine und Jahrgänge mit Potenzial', rät Steffen Lyachenko, Sieger des Deutschen Sommelierwettbewerbs 2005.
Tatsache ist: Der Weinhandel boomt, insbesondere Raritätenverkäufe und Auktionen - ob 'live' oder im Internet. Die führende Fachzeitschrift 'Wine Spectator' berichtet, dass 2006 weltweit mehr als 240 Millionen US-Dollar bei Weinauktionen ausgegeben wurden, 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Verändert hat sich indes das Publikum. Lyachenko: 'Früher wurden Auktionen und große Handelsmessen überwiegend von klassischen Weinhändlern, -liebhabern und -kennern edler Tropfen besucht, die die Weine auch verkauften, irgendwann selbst tranken oder sie in ihrem Restaurant ausschenkten.' Heute dominieren immer mehr ausschließlich profitorientierte Spekulanten und eine äußerst zahlungskräftige Klientel aus China, Russland und dem arabischen Raum. 'Die einen investieren immense Summen, auf die der Markt sensibel reagiert, und setzen im großen Maße auf Wertsteigerung. Und für die anderen sind gewisse Weine zum Statussymbol geworden wie eine Yacht oder eine Nobeluhr - die Liebe zum Wein fehlt dabei oftmals', so Lyachenko.
Entsprechend steigen die Preise. Spitzenweine und Raritäten sind längst zum 'big business' geworden. Rote aus dem Bordeaux von bestimmten Gütern und Jahrgängen erzielen auf Auktionen schon einmal 7.000 Euro und weit mehr - pro Flasche. 'Der private Weinkäufer kann hier nicht mithalten', weiß Lyachenko. Und bei solchen Preisen sind Wertsteigerungen ohnehin nur zu erwarten, wenn der Tropfen aus einem der Top-Güter kommt, im Bordeaux etwa Château Lafite-Rothschild, Château Mouton-Rothschild, Château Latour, Château Margaux, Château Petrus oder Château d'Yquem. Große Weine, großes Image, konsequentes und kontinuierliches Streben nach höchster Qualität sowie kleine Ertrags- und Produktionsmengen - das sind neben Rating und Kommentar durch renommierte Weinjournalisten die Voraussetzungen für Rendite beim 'flüssigen Kapital'. Und natürlich dem entscheidenden Zünglein an der Wage: der Natur, sprich dem Jahrgang an sich.
Doch auch dann bleibt ein Risiko: 'Wer heute einen teuren Bordeaux in der Subskription kauft, weiß erst in etwa fünf bis zehn Jahren, ob der Wein wirklich so hervorragend wird. Nicht selten wird den einflussreichen Weinjournalisten vorab im Keller eine Probe aus dem sich momentan am schönsten entwickelten Barriquefass präsentiert. Dabei hat der Wein anschließend neben der Cuvée noch einen langen Weg der Entwicklung vor sich.
Bis dahin kann sich unter anderem ein durch Rating verursachter hoher Einstiegspreis als Fehlspekulation erweisen, zumal der noch etwa vor zehn bis 15 Jahren existierende Kaufvorteil bei der Subskription inzwischen mehr als eingepreist ist. 'Die Gewinnspannen der 80er und 90er Jahre sind inzwischen Utopie', warnt Lyachenko. Ohnehin bringt nach langjährigen Erfahrungswerten ein Jahrzehnt nur etwa ein bis drei Jahrgänge hervor, die sich wegen ihrer herausragenden Qualität als Preisraketen entpuppen können.
Sicherer liegt man da schon bei den heute trinkreifen Spitzen-Franzosen aus den 80-er Jahren, weil es in diesem Zeitraum viele gute Tropfen gab, deren Preise immer noch steigen, vor allem wenn der Wein noch Trinkfreude bereitet und Lagerpotenzial hat. Bei Weinen aus den Anbaugebieten der 'neuen Welt' sieht Lyachenko hingegen bis auf ganz wenigen Ausnahmen kein großes Wertsteigerungspotenzial: 'Da fehlt meist noch die Historie, das Image, die produzierten Mengen sind oft zu hoch, und die Weine werden in der Regel mit der Zeit auch nicht in dem Maße besser, wie dies bei einem typischen großen Bordeaux der Fall ist.' Fazit des Weinfachmanns und Inhabers von Vinum et Veritas: 'Man sollte lieber bei seiner klassischen Geldanlage auf eine gute Rendite achten und sich dann ab und zu eine Flasche exquisiten Weines gönnen - und diese mit Freude selbst trinken.'
Quelle: Dresdner Bank
Tatsache ist: Der Weinhandel boomt, insbesondere Raritätenverkäufe und Auktionen - ob 'live' oder im Internet. Die führende Fachzeitschrift 'Wine Spectator' berichtet, dass 2006 weltweit mehr als 240 Millionen US-Dollar bei Weinauktionen ausgegeben wurden, 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Verändert hat sich indes das Publikum. Lyachenko: 'Früher wurden Auktionen und große Handelsmessen überwiegend von klassischen Weinhändlern, -liebhabern und -kennern edler Tropfen besucht, die die Weine auch verkauften, irgendwann selbst tranken oder sie in ihrem Restaurant ausschenkten.' Heute dominieren immer mehr ausschließlich profitorientierte Spekulanten und eine äußerst zahlungskräftige Klientel aus China, Russland und dem arabischen Raum. 'Die einen investieren immense Summen, auf die der Markt sensibel reagiert, und setzen im großen Maße auf Wertsteigerung. Und für die anderen sind gewisse Weine zum Statussymbol geworden wie eine Yacht oder eine Nobeluhr - die Liebe zum Wein fehlt dabei oftmals', so Lyachenko.
Entsprechend steigen die Preise. Spitzenweine und Raritäten sind längst zum 'big business' geworden. Rote aus dem Bordeaux von bestimmten Gütern und Jahrgängen erzielen auf Auktionen schon einmal 7.000 Euro und weit mehr - pro Flasche. 'Der private Weinkäufer kann hier nicht mithalten', weiß Lyachenko. Und bei solchen Preisen sind Wertsteigerungen ohnehin nur zu erwarten, wenn der Tropfen aus einem der Top-Güter kommt, im Bordeaux etwa Château Lafite-Rothschild, Château Mouton-Rothschild, Château Latour, Château Margaux, Château Petrus oder Château d'Yquem. Große Weine, großes Image, konsequentes und kontinuierliches Streben nach höchster Qualität sowie kleine Ertrags- und Produktionsmengen - das sind neben Rating und Kommentar durch renommierte Weinjournalisten die Voraussetzungen für Rendite beim 'flüssigen Kapital'. Und natürlich dem entscheidenden Zünglein an der Wage: der Natur, sprich dem Jahrgang an sich.
Doch auch dann bleibt ein Risiko: 'Wer heute einen teuren Bordeaux in der Subskription kauft, weiß erst in etwa fünf bis zehn Jahren, ob der Wein wirklich so hervorragend wird. Nicht selten wird den einflussreichen Weinjournalisten vorab im Keller eine Probe aus dem sich momentan am schönsten entwickelten Barriquefass präsentiert. Dabei hat der Wein anschließend neben der Cuvée noch einen langen Weg der Entwicklung vor sich.
Bis dahin kann sich unter anderem ein durch Rating verursachter hoher Einstiegspreis als Fehlspekulation erweisen, zumal der noch etwa vor zehn bis 15 Jahren existierende Kaufvorteil bei der Subskription inzwischen mehr als eingepreist ist. 'Die Gewinnspannen der 80er und 90er Jahre sind inzwischen Utopie', warnt Lyachenko. Ohnehin bringt nach langjährigen Erfahrungswerten ein Jahrzehnt nur etwa ein bis drei Jahrgänge hervor, die sich wegen ihrer herausragenden Qualität als Preisraketen entpuppen können.
Sicherer liegt man da schon bei den heute trinkreifen Spitzen-Franzosen aus den 80-er Jahren, weil es in diesem Zeitraum viele gute Tropfen gab, deren Preise immer noch steigen, vor allem wenn der Wein noch Trinkfreude bereitet und Lagerpotenzial hat. Bei Weinen aus den Anbaugebieten der 'neuen Welt' sieht Lyachenko hingegen bis auf ganz wenigen Ausnahmen kein großes Wertsteigerungspotenzial: 'Da fehlt meist noch die Historie, das Image, die produzierten Mengen sind oft zu hoch, und die Weine werden in der Regel mit der Zeit auch nicht in dem Maße besser, wie dies bei einem typischen großen Bordeaux der Fall ist.' Fazit des Weinfachmanns und Inhabers von Vinum et Veritas: 'Man sollte lieber bei seiner klassischen Geldanlage auf eine gute Rendite achten und sich dann ab und zu eine Flasche exquisiten Weines gönnen - und diese mit Freude selbst trinken.'
Quelle: Dresdner Bank



