Erste Bank Analysten: 'Goldrausch noch nicht zu Ende”


Viele Marktteilnehmer erwarteten aufgrund der panischen und turbulenten Ereignisse des vergangenen Jahres einen explodierenden Goldpreis und waren letztendlich von der Performance enttäuscht. Doch selbst der kollabierende Ölpreis oder der haussierende US-Dollar konnten den Goldpreis nicht stoppen, er legte im vergangenen Jahr 13,6 % (in EUR) zu. Gold konnte sowohl absolut, aber insbesondere relativ, positiver performen als die meisten anderen Investments. Gold hat zudem neue Allzeithochs im Euro, dem britischen Pfund, dem kanadischen Dollar, dem südafrikanischen Rand, dem russischen Rubel, der indischen Rupie und zahlreichen anderen Währungen markiert. Auch in 2009 ist die Performance bislang überzeugend, mit einem Plus von 11,1 % (in EUR) bzw. 7,7 % (in USD).

Die stark expansive Notenbankpolitik - und die damit verbundene Geldschöpfung historischen Ausmaßes - sowie die massive Ausweitung der Staatsverschuldung rund um den Globus könnten Inflation zum Problem der nächs-ten Jahre machen. Dies gepaart mit nahezu weltweiter Nullzinspolitik sowie zunehmender Kritik am Dollar als Weltreservewährung, könnten eine perfekte Ausgangsposition für weitere Goldpreisanstiege sein.

Intakter Aufwärtstrend - langfristiges Kusziel USD 2.300


'Wir sehen den Goldpreis - mehr denn je - in einem intakten Aufwärtstrend. Wir glauben, dass etwa die Hälfte der Aufwärtsbewegung vollzogen ist - die impulsivste Phase dürfte erst folgen. Rohstoff- und Edelmetallzyklen dauern besonders lange, zumindest 15 bis 20 Jahre. Nachdem der jüngste Bullenmarkt erst 2001 startete, könnten wir erst bei der Hälfte des Zyklus stehen. Dies impliziert, dass unser Kursziel von USD 2.300 am Ende des Zyklus mehr denn je realistisch erscheint', meint Ronald Stöferle, Analyst internationaler Aktien der Erste Group.

'Auch wenn das Rennen zwischen Inflation und Deflation noch nicht entschieden ist, so denken wir, dass Gold in beiden Szenarien ein erstklassiges Investment darstellt', so Stöferle weiter

Gold und Silber sind anerkannte Währungen


Gold und Silber sind die einzigen anerkannten Währungen, die von Regierungen und Notenbanken weder kreiert, noch kontrolliert werden können. Die Antwort auf die Frage ob Gold teurer wird, oder die Kaufkraft der Papier-geldwährungen billiger wird, liegt im Auge des Betrachters. Gold kann in jedem Falle nur auf den inneren Wert zurückfallen, der in Höhe der Förderkosten liegt.

Krisenfeste Komponente


Wenn sich die monetären Schleusen öffnen und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wieder zunimmt, könnte in einem inflationären Umfeld eine Flucht in Sachwerte stattfinden. In einem solchen Szenario würden Commodities, insbesondere Öl und Gold, stark profitieren. Insofern empfehlen die Analysten Gold weiterhin als krisenfeste Komponente einer Vermögensallokation und als langfristiges Mittel um die Kaufkraft zu schützen.
Aufgrund der de facto Nullzinspolitik in den USA, Japan und Europa liegen die Opportunitätskosten von Gold praktisch bei Null, insofern bleibt das Umfeld weiterhin exzellent. 'So lange die Realzinsen weiterhin auf einem so geringen Niveau bleiben, können wir uns kein Ende des Bullenmarktes vorstellen', ergänzt Stöferle

Wegen der positiven Performance im Schreckensjahr 2008 sollte dem gelben Metall zunehmend wieder Vertrau-en entgegengebracht werden. In den 1970er Jahren galt es noch als ungeschriebenes Gesetz, mindestens ein Fünftel des Vermögens in Gold zu investieren. 1980 machten Gold & Goldminenaktien über 26 % des Weltfinanz-vermögens aus, heute sind es lediglich 0,6 % des Weltvermögens. Selbst bei einem Preis von USD 5.000/Unze wären also lediglich 3 % in Gold investiert. Derzeit empfiehlt der Goldexperte der Erste Group 5 bis 10 % des Vermögens in das Edelmetall anzulegen.

'Wir sehen nach wie vor ein erstklassiges Chance/Risikoverhältnis für Goldinvestments und erwarten mittel- und langfristig höhere Goldpreise. Die magische Marke von USD 1.000 sollte 2009 noch deutlich überschritten wer-den, ab dem dritten und vierten Quartal sollte positive saisonale Nachfrage weitere Unterstützung geben. Als erste Zielmarke sehen wir die Marke von USD 1.300, unser langfristiges Kursziel am Ende des Zyklus’ liegt wei-terhin bei USD 2.300/Unze', so Stöferle abschliessend.

Quelle: www.erstebank.at




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