Anz.

Häuser brauchen künftig einen Wärmepass


Zum 1. Oktober 2007 ist die neue Energie-Einsparverordnung (EnEV 2007) in
Kraft getreten. Sie schreibt die stufenweise Einführung eines Energieausweises für Bestandsgebäude vor. "Künftig dürfen Hauseigentümer ihre Immobilie nur noch mit gültigen Energiepass vermieten oder verkaufen", erläutert Dr. Ralph Müller von der Deutschen Bank die neue Regelung. Für den Leiter der Baufinanzierung ist die Zielstellung des Energieausweises klar: "Miet- und Kaufinteressenten sollen eine bessere Vergleichsmöglichkeit über den Energieverbrauch des Gebäudes bekommen."

Die Einführung des Energiepasses erfolgt schrittweise: Für Altbauten, die
bis 1965 errichtet wurden, ist der Ausweis ab 1. Juli 2008 vorgeschrieben. Für jüngere Gebäude gilt die Regelung ab Januar 2009. Noch bis zum 1. Oktober 2008 können Eigentümer zwischen zwei verschiedenen Ausweistypen wählen: dem Verbrauchs- und dem Bedarfsausweis. Danach müssen Altbaubesitzer (Bauantrag bis 1977 gestellt) zwingend den teureren Bedarfsausweis wählen. Es sei denn, die Immobilie wurde bereits nach dem Standard der Wärmeschutzverordnung vom November 1977 saniert. Für Neubauten ist  von Anfang an der Bedarfsausweis Pflicht.

Der Verbrauchsausweis ist quasi die "Light-Variante". Er basiert auf den Angaben zum Energieverbrauch. Da dieser von Haushalt zu Haushalt stark schwanken kann, bietet der Verbrauchsausweis nur eine eingeschränkte Vergleichsmöglichkeit. Genauere Informationen über die energetische Qualität einer Immobilie bietet der Bedarfsausweis. Hier finden sich Angaben zu CO2-Emissionen, zur Gebäudedämmung, zum Zustand der Heizungsanlage sowie dem Primärenergiebedarf des Gebäudes. Aus der Qualität von Heiztechnik und vorhandenem Wärmeschutz ermittelt ein Fachmann den Heizwärmebedarf des Gebäudes - unabhängig vom Heizverhalten der Bewohner. Modernisierungsempfehlungen, die sich individuell auf das jeweilige Gebäude beziehen, sind in beiden Ausweisvarianten enthalten.

Wer darf den Ausweis ausstellen? Der Energiepass wird von einem Experten vor Ort ausgestellt. In Frage kommen Architekten, Bauingenieure, Energieberater und Handwerker. Immobilienbesitzer sollten darauf achten, dass der ausstellende Fachhandwerker oder Ingenieur entsprechende Berechtigungsnachweise vorlegen kann.

Die Kosten richten sich nach dem Ausweistyp: Der einfachere Verbrauchsausweis wird wohl keine 50 Euro kosten. Im Internet ursieren
bereits Angebote ab 9,90 Euro. Verbraucherschützer warnen allerdings vor solchen Offerten, da sie oft unvollständig seien. Der umfangreichere
Bedarfsausweis ist wegen des höheren Aufwands teurer. Hier rechnen Experten mit Angeboten zwischen 100 und 500 Euro. Energieausweise sind zehn Jahre gültig, danach muss der Pass erneuert werden. Nach einer Totalsanierung kann jedoch schon früher ein neuer Pass erforderlich sein.

Vermieter dürfen die Kosten des Energiepasses nicht auf die Mieter umlegen. Dennoch bestehen Steuersparmöglichkeiten: Vermieter können den Aufwand als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben. Bei einem Gebäude mit Eigentumswohnungen wird der Energieausweis von der Eigentümergemeinschaft als ganzes bezahlt. Besitzt ein Haus bereits einen Energiepass, brauchen Eigentümer nicht tätig zu werden. Die alten Ausweise verlieren ihre Gültigkeit nicht. Vorsicht: Können Vermieter oder Verkäufer keinen Pass vorlegen, so gilt dies künftig als Ordnungswidrigkeit. Sollte ein Mieter oder Käufer Anzeige erstatten, drohen im Extremfall bis zu 15.000 Euro Bußgeld.

Die neue Energiesparverordnung schreibt außerdem energetische Mindestanforderungen bei Modernisierungen, Umbaumaßnahmen und Erweiterungen von Gebäuden vor. Ziel ist es, Wärmeverluste sowie klimaschädliche Abgase zu reduzieren und den Energieeinsatz zu senken. Unterm Strich profitieren Eigentümer von geringeren Verbrauchskosten. Beispielrechnungen zeigen, dass sich die Erhöhung der Energieeffizienz an Gebäuden schon nach wenigen Jahren rechnet. Kostengünstige Modernisierungsdarlehen und öffentliche Fördergelder helfen, den finanziellen Aufwand in Grenzen zu halten.


Quelle: www.db-baufinanzierung.de



Weitere Artikel in diesem Bereich

13.08.2007 Bausparen: Schlüssel zu Wohneigentum und Alterssicherung
31.07.2007 Altersvorsorge: "Osteuropa ist vielen westeuropäischen Ländern voraus"
15.07.2007 Deutsche bemühen sich stärker um Zukunftsvorsorge als europäische Nachbarn
05.07.2007 BHW Bausparkasse bietet guenstige Zinsen für Energiesparer
02.07.2007 Neue Riester-Rente mit Garantie plus Renditeturbo
24.06.2007 Sinkender Lebensstandard ist die größte Sorge im Alter
20.06.2007 Wohnen im Alter - möglichst lange in den eigenen vier Wänden
20.06.2007 Bundesschatzbriefe tauschen kann sich lohnen
16.06.2007 Selbständige und Freiberufler sparen Steuern mit Rürup
16.06.2007 Finanzierung im 'Maßanzug'
02.06.2007 Auch im besten Alter gibt es beste Vorsorge
23.05.2007 Altersvorsorge und Vermögen aufbauen mit Vita "Geld & Vermögen"
07.05.2007 Frauen können auch mit wenig Geld voll 'riestern"
03.05.2007 Dresdner Bank zahlt Zinsbonus fürs Sparbuch
25.04.2007 Investmentvermögen steigt stark
15.04.2007 '2006 war das Riester-, 2007 wird das Rürup-Jahr'
06.04.2007 Riester-Sparer verschenken Millionen
03.04.2007 Rente mit 67 beschlossen - wer zu spät vorsorgt, riskiert Versorgungslücke
03.04.2007 Mangelnde Altersvorsorge bei Familien mit Kindern
29.03.2007 Geldanlage: Längste Niedrigzinsphase schadet Spareifer nicht
21.02.2007 Deutschlands reichste Rentner wohnen im Südwesten
13.02.2007 Altersvorsorge noch immer unterschätzt
02.02.2007 Starkes Wachstum bei der Riester-Rente
29.01.2007 Erbschaften kein Ersatz für private Altersvorsorge
26.01.2007 Bis zu 4 Prozent Zinsen für kurzfristige Geldanlagen
24.01.2007 Deutsche gestehen mangelnde Vorsorge fürs Alter ein
28.11.2006 So sparen Rentner Steuern
25.10.2006 Je früher, desto mehr
24.10.2006 Sparen liegt weiter im Trend
02.10.2006 700.00 Österreicher betroffen
25.09.2006 Hamburg Hansa mit neuer Schiffsbeteiligung
28.08.2006 Rürup-Rente: Nicht für jedermann interessant
28.08.2006 Halbierung des Sparerfreibetrages 2007: So retten Sie Ihre Zinsen
27.08.2006 Kindergeld: Nichts dem Staat schenken
03.08.2006 Riester-Sparen: Für wen es sich lohnt
23.07.2006 Betriebliche Altersvorsorge: Steuerfrei sparen
18.07.2006 Geplante Abgeltungsssteuer bestraft Kleinaktionäre

Social Bookmarks






Inhalte:                 Startseite + Impressum + RSS-Feed             Telekom Aktie + Siemens Aktie + Conergy Aktie + Drillisch Aktie + RWE Aktie + Infineon Aktie
© 2005 - 2008 - "geld.com" Kozubek, Schaffelner & Co. OEG - Alle Rechte vorbehalten - Alle Angaben ohne Gewähr - dt. Börsen 15 Min. verzögert