Anz.

Sinkende Zinsen machen Wohneigentum erschwinglich


Während Wolken am Konjunkturhimmel auf die Stimmung der Anleger drücken, sind sie für viele Immobilienkäufer ein Segen. Grund: Zurückhaltendere Wachstumsraten drücken auf die Zinsen und Baugeld ist in den letzten Wochen bereits deutlich günstiger geworden. Zugleich wird der Ruf nach einer Senkung der Leitzinsen lauter. Folgt die Zentralbank den Wünschen von Wirtschaft und Politik, dürften sich die Kreditkonditionen weiter verbessern. Investoren können dann mit geringeren Finanzierungslasten rechnen. 

Profiteure dieser Entwicklung sind Immobilienkäufer, deren Finanzaufwand sinkt. Wie groß die Entlastung ausfällt, zeigt ein Vergleich mit früheren Jahren: Während zehnjähriges Baugeld um die Jahrtausendwende noch rund sechs Prozent Zinsen kostete, sind vergleichbare Kredite heute bereits für 4,75 Prozent zu haben. Ein 250.000-Euro-Kredit mit einem Prozent Anfangstilgung kostete damals knapp 1.500 Euro im Monat. Heute ist das gleiche Darlehen für weniger als 1.200 Euro zu haben. 'Die Ersparnis von monatlich 300 Euro addiert sich übers Jahr auf 3.600 Euro', rechnet Dr. Ralph Müller vor, Leiter Baufinanzierung bei der Deutschen Bank. Über die gesamte Kreditlaufzeit werden Kreditnehmer dadurch um mehrere zehntausend Euro entlastet.

Wer allerdings meint, dass er den Immobilienkauf hinauszögern und auf weiter nachlassende Zinsen spekulieren möchte, der sollte vorsichtig sein. Erstens dämpft die anhaltend hohe Inflationsrate Zinssenkungsphantasien, zweitens zeigt der Vergleich mit der längerfristigen Historie, wie günstig die Zinsen heute sind. So kostete Baugeld zu Beginn der neunziger Jahre fast zehn Prozent Darlehenszins. Das vorgenannte Beispieldarlehen hätte damals knapp 2.300 Euro im Monat gekostet - für die meisten Investoren unerschwinglich. Interessant ist der Zinsvergleich auch mit dem langjährigen Durchschnittszins. Dieser bewegt sich aktuell an der Sieben-Prozent-Marke. Gemessen an solchen Vergleichswerten sind die heutigen Konditionen wahre Schnäppchen.   

Günstige Immobilienpreise unterstützen das Zinstief. In vielen Regionen verharren die Objektpreise auf der Stelle, in einigen Landesteilen sind sie in den letzten Jahren zurückgegangen. Zwar haben die zuletzt positiven Wirtschaftsdaten die Preisspirale insbesondere in den Ballungszentren wieder in Gang gesetzt, doch noch ist das allgemeine Preisniveau günstig. 'Viele Häuser und Eigentumswohnungen sind moderat bewertet', weiß Immobilienexperte Müller. Eigenheiminteressenten sollten sich daher die günstige Marktlage nicht entgehen lassen, rät der Finanzierungsexperte. Wie lange Zinsen und Preise auf niedrigem Niveau verharren, ist ungewiss.

Quelle: Deutsche Bank



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