Versicherungswirtschaft 2006 mit 2,2 Prozent Wachstum
Die deutsche Versicherungswirtschaft kann 2006 an der Besserung der konjunkturellen Grundstimmung in Deutschland nur eingeschränkt partizipieren. Die Reformen in der privaten Krankenversicherung sowie die anhaltende Wettbewerbsdynamik in der Schaden- und Unfallversicherung wirken zusätzlich dämpfend auf die Beitragsentwicklung. Die kapitalgedeckte Altersvorsorge kommt dagegen zunehmend in Gang und stärkt die Geschäftsentwicklung in der Lebensversicherung. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin mitteilt, deuten die vorliegenden Geschäftszahlen über alle Zweige und Sparten für 2006 auf ein Beitragsplus von 2,2 Prozent auf 161,4 (2005: 158,0) Milliarden Euro hin. Dabei wird das Wachstum ausschließlich von der Personenversicherung getragen, wobei die Lebens- und die private Krankenversicherung voraussichtlich mit einem Plus von jeweils etwa 4 Prozent zur Umsatzentwicklung beitragen werden. In der Schaden- und Unfallversicherung ist dagegen mit sinkenden Beitragseinnahmen zu rechnen (minus 1,4 Prozent).
GDV-Präsident Dr. Bernhard Schareck: 'Die deutsche Versicherungswirtschaft durchläuft eine anhaltende Phase der Kursbestimmung und Neuausrichtung. Aufgabenstellungen in neuen Dimensionen kommen auf sie zu - in der privaten Vorsorge ebenso wie etwa in der Risikoabdeckung in Industrie und Hochtechnologie. Doch bei alldem geht es der Branche nicht schlecht, setzen die Versicherer mittelfristig wieder verstärkt auf Wachstum. Damit sich das Blatt nicht wendet, müssen aber auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen stimmen. Im Gegensatz zu manchen Ungereimtheiten bei der Umgestaltung des Gesundheitswesens belassen die Reformen zur Alterssicherung und jüngst der Regierungsentwurf zum Versicherungsvertragsgesetz der Assekuranz jedoch den notwendigen Raum zu ihrer Entfaltung.'
Quelle: GDV


