Allianz-Gewinn bricht ein
Der Gewinn der Allianz SE ist im abgelaufenen Quartal fast komplett abgeschmolzen. Wie der gemessen am Marktwert grösste Versicherer Europas bekannt gab, war dies nicht zuletzt auf den verlustreichen Verkauf der Dresdner Bank zurückzuführen. In den drei Monaten bis Ende März brach der Nettogewinn um 97 Prozent auf 29 Mill. Euro ein. Im Vorjahr hatte die Allianz noch einen Gewinn von 1,15 Mrd. Euro erzielt.Allein für den Verkauf der Dresdner Bank, mit dem der Versicherer seinen siebenjährigen Ausflug in das Bankengeschäft beendete, fielen Kosten von 395 Mill. Euro an. Weitere 752 Mill. Euro büsste die Allianz mit Verlust bringenden Investments ein - vor allem am Aktienmarkt. Vor den Münchenern hatten bereits die grossen europäischen Konkurrenten - die französische Axa SA und die Schweizer Zurich Financial Services AG - schwächere Ergebnisse berichtet und auf Verluste am Aktien- und Anleihemarkt verwiesen.
"Die Rezession belastet das Ergebnis der Allianz weiter", sagte Andreas Weese, Analyst bei UniCredit SpA in München. "Die Kapitalbasis der Allianz bleibt aber weiterhin stark und damit sind sie einer der solidesten Versicherer."
Immerhin blieb die Versicherung beim Betriebsgewinn über den Erwartungen. Statt der bei der Hauptversammlung von Vorstandschef Michael Diekmann in Aussicht gestellten 1,3 Mrd. Euro erzielte die Allianz ein operatives Plus von 1,42 Mrd. Euro. Als schwächer als erwartet erwies sich jedoch das Kerngeschäft mit Sach- und Unfallversicherungen. Hier stieg die so genannte Combined Ratio, also das Verhältnis von Schäden und Kosten zu den Prämieneinnahmen, von 94,8 Cent je Euro auf 98,5 Cent. Das sei eine "negative Überraschung" gewesen, erläuterte Weese.
An der Börse wurde die Aktie regelrecht abgestraft. Der Kurs sackte im Frankfurter Handel zeitweise über sieben Prozent ab. Er notierte im Nachmittagshandel bei 70,85 Euro 6,3 Prozent leichter.
Quelle: www.boerse-express.com