Rechtsschutzversicherung als Krisengewinner


In der zweiten Jahreshälfte 2009 wird die D.A.S. erstmals über die europäischen Grenzen hinausgehen und Rechtsschutzversicherungen in Korea anbieten, im Frühjahr 2010 erfolgt der Markteintritt zudem in Kanada. Für beide Märkte werden mittelfristig Prämieneinnahmen in Höhe von jeweils 30 Millionen Euro erwartet.

Derzeit ist die ERGO Versicherungsgruppe mit der Marke D.A.S. in 16 europäischen Ländern vertreten, in den meisten davon ist sie Marktführer. Die Besonderheit: Die D.A.S. hat in fast allen Ländern die Rechtsschutzversicherung als Pionier eingeführt. Die Gründungen erfolgen in der Regel greenfield - das heißt, die D.A.S. gründet einen neuen Versicherer und entwickelt einen euen Rechtsschutzmarkt.

'Das Ausland ist ein wichtiger Wachstumsmarkt für uns', erläuterte Rainer Huber, Vorstandsmitglied der D.A.S. und bei ERGO verantwortlich für das internationale Rechtsschutzgeschäft, beim Pressefrühstück in München. Die D.A.S. gründete ihre erste Auslandsgesellschaft bereits 1956 in Österreich. Mittlerweile liegen die konsolidierten Beitragseinnahmen aus dem internationalen Rechtsschutzgeschäft über dem deutschen Geschäft: 2008 wurden 477 Millionen Euro im Ausland erwirtschaftet (2007: 470 Millionen Euro). Das Inlandsgeschäft legte leicht zu und stieg auf 440 Millionen Euro (2007: 439 Millionen Euro). Die Schaden-Kosten-Quote der ERGORechtsschutzversicherer im Inland war 2008 mit 92,1 Prozent (2007: 96,4 Prozent) deutlich besser als der deutsche Rechtsschutzmarkt (97 Prozent).

Auswirkungen der Finanzmarktkrise 'In Deutschland merken wir derzeit deutlich, dass wir gebraucht werden', sagte Rainer Tögel, Vorstandssprecher der D.A.S. Rechtsschutz und Vorstandsmitglied der Hamburg- Mannheimer Rechtsschutz. Vor allem im Arbeitsrecht sei eine verstärkte Nachfrage zu spüren: 'Die Leute sind verunsichert und informieren sich bei uns über ihre Rechte und Möglichkeiten - zum Beispiel wenn es um Themen wie Kurzarbeit, drohende Insolvenz oder Kündigung geht', so Tögel. Bereits im Jahr 2008 seien etwa ein Viertel aller versicherten Rechtsstreitigkeiten auf den Bereich Arbeitsrecht entfallen.

Ein besonderer Vorteil der ERGO-Rechsschutzversicherer sei ihre Größe und die gute Kenntnis des Anwaltsmarktes: 'Wir bearbeiten hunderttausende von Fällen im Jahr - daher können wir sehr schnell erkennen, welche Rechtsthemen aktuell sind und welche Regionen besonders betroffen sind', sagte Tögel. So habe die D.A.S. Rechtsschutz zum Beispiel dafür gesorgt, dass in Regionen wie Fürth oder Herzogenaurach mit Arbeitgebern wie Quelle und Schaeffler, die von der gegenwärtigen Krise besonders betroffen sind, verstärkt Anwälte mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Zudem werden die dort lebenden Kunden frühzeitig angesprochen und darauf hingewiesen, dass sie sich bei Fragen rund ums Recht jederzeit an ihre Rechtsschutzversicherung wenden können. Diese Vorgehensweise wird ,Aktives Case Management’ genannt. Rainer Tögel: 'Auf diese Weise erreichen wir, dass sich unsere Kunden frühzeitig von uns beraten lassen und wir sie im Ernstfall richtig vermitteln können - zum Beispiel an Anwälte, von denen wir wissen, dass sie gut sind, oder an Mediatoren, die sich um eine außergerichtliche Einigung bemühen. Wir wollen unseren Kunden Erfolg vermitteln - denn sie wollen ihr gutes Recht, nicht nur die Erstattung der Anwaltsund Gerichtskosten.'

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2009



Für 2009 rechnet Tögel damit, dass die Zahl der Schadenfälle durch die Arbeitsmarktentwicklung und Klagen von geschädigten Anlegern zunehmen wird. Seit Beginn der Finanzmarktkrise wurden 350 Fälle rund um das Thema Kapitalanlage von Versicherungsnehmern gemeldet, insgesamt wird mit rund 1.000 Fällen gerechnet. Aufgrund der erfolgreichen Steuerung erwartet Tögel dennoch ein gutes Jahresendergebnis für die ERGO-Rechtsschutzversicherer.

Dazu beitragen sollen auch eine Reihe von Produktneuheiten - wie etwa die Weiterentwicklung des Existenz-Rechtsschutzes, mit dem sich Unternehmen gegen Forderungsausfälle absichern können. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sind säumige Zahler eine Existenzbedrohung. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage sinkt die Zahlungsmoral schon jetzt deutlich, Rechnungen bleiben unbezahlt. Ab Herbst wird der Existenz-Rechtsschutz erweitert: Neben den bisherigen Inkasso-Leistungen werden auch die Kosten für das gerichtliche Mahnwesen und Zwangsvollstreckungen übernommen. Besonders interessant in Krisenzeiten: Der Existenz- Rechtsschutz umfasst die prophylaktische Bonitätsprüfung von potenziellen Kunden des Versicherungsnehmers, um zu verhindern, dass ihm überhaupt ein Schaden entsteht.

Quelle: www.das.de




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