Kein Platz im Billigflieger


Man hatte sich den Urlaub in den tollsten Farben ausgemalt - Sonne, Strand, phantastisches Essen, nette Leute… Doch halt! Bevor es so weit ist, gilt es noch einige Hindernisse zu überwinden! Denn - man kommt zum Flughafen, und im Flugzeug ist kein Platz mehr! Wie kann das passieren, man hatte doch schon vor Monaten gebucht?
Ein Platz im Flugzeug ist eine verderbliche Ware - bleibt ein Platz leer, wenn das Flugzeug abhebt, ist der Sitz unwiederbringlich verloren und bringt keinen Ertrag mehr. Erklärtes Ziel der Fluggesellschaften ist es deshalb, auch noch den letzten Platz im Flugzeug zu verkaufen. Allerdings weiß man, dass ein bestimmter Anteil an Passagieren regelmäßig auf mehreren Flügen gebucht ist oder einfach nicht zum Abflug erscheint. Dies sind Erfahrungswerte, die den Fluggesellschaften vorliegen und die sie der Steuerung ihrer Verkaufszahlen zugrunde legen. Würde man nur so viele Sitze verkaufen, wie tatsächlich Plätze im Flugzeug vorhanden sind, würde die Maschine mit leeren Sitzen und verlorenen Erträgen starten. Um das zu vermeiden, verkauft man mehr Plätze als im Flugzeug tatsächlich vorhanden sind - die Maschine wird überbucht. Dies ist gängige Praxis bei fast allen Fluggesellschaften, und die Rechnung geht in der Regel auf, so dass der Passagier von der Überbuchung gar nichts merkt. Aber es gibt auch Fälle, in denen jede noch so feine Steuerung der Auslastungs- und Verkaufszahlen versagt, mit der Folge, dass nicht alle gebuchten Passagiere einen Platz bekommen.

Die Rechte der Passagiere


Welche Rechte hat ein Fluggast in diesem Fall? Zunächst einmal muss es sich bei der betroffenen Fluggesellschaft um eine Gesellschaft mit Sitz in der Europäischen Union handeln. Abflugs- oder Zielort müssen außerdem ebenfalls innerhalb der Europäischen Union liegen. Schließlich muss der Passagier eine Reservierung haben und zur angegebenen Zeit am Check-in gewesen sein.
Treffen diese Voraussetzungen zu, erhält ein Fluggast im Fall der wegen Überbuchung versagten Beförderung 250 Euro für Flüge bis 1500 Kilometer, 400 Euro für Flüge bis 3500 Kilometer und 600 Euro für Strecken, die darüber hinausgehen.
Es kann sich also lohnen, den geplanten Flug auf das nächstmögliche Datum zu verschieben und das Geld als Entschädigung für einen unglücklichen Start in den Urlaub zu nehmen.

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