Warum Lebensversicherungen derzeit gefragt sind
Die Finanzkrise hat viele Anleger stark verunsichert. Nicht nur, dass die Kurse von Fonds und Wertpapieren abstürzten, viele Anleger haben auch Angst, dass ihre Bank Insolvenz anmelden muss und die Einlagen somit verloren wären. Gleichzeitig sinken die Zinsen für Anlageprodukte immer weiter, da die Europäische Zentralbank versucht, die Wirtschaft mit niedrigen Zinsen zu stützen.
In dieser Zeit der Unsicherheit konnten sich vor allem Lebensversicherungen, die in der Vergangenheit aufgrund ihrer eher durchschnittlichen Rendite nicht sonderlich begehrt waren, wieder etablieren. Der Grund hierfür ist natürlich vor allem ihre gesicherte Ablaufleistung, die amEnde der Laufzeit garantiert ausgezahlt wird. Des Weiteren garantieren die Lebensversicherungsunternehmen ihren Versicherten eine Mindestverzinsung von aktuell 2,25% p.a. Diese Verzinsung gilt für den Sparanteil der Versicherung, der Risikoanteil ist hiervon nicht betroffen.
Konservative Veranlagung
Daneben legen die Versicherungsunternehmen die Gelder ihrer Kunden eher konservativ an. Schließlich müssen sie die Rückzahlung zum Ende der Laufzeit sowie die garantieren Beträge im Falle einer Kündigung bereithalten. Daher kommen für etwa 70% des Vermögens lediglich Immobilien, Pfandbriefe und Spareinlagen bei Banken in Frage. Diese Anlagen sind weitgehend gesichert, auch wenn Pfandbriefe derzeit mit sinkenden Zinsen und teils reduzierten Kursen zu kämpfen haben.
Der kleinere Teil des zu veranlagenden Kapitals wird in Wertpapiere und Aktien investiert. Die Gewinne, die durch diese Anlagen erwirtschaftet werden, werden Überschussanteile genannt. An den Überschüssen ist der Versicherungsnehmer beteiligt. Je nach Unternehmen werden die Überschüsse jährlich ausgezahlt oder aber am Ende der Laufzeit als Schlussbonus vergütet. Durch die Finanzkrise kann sich zwar der Überschussanteil reduzieren, die garantierte Mindestverzinsung sowie die Ablaufleistung am Ende der Laufzeit bleibt aber erhalten.
Dem gegenüber stehen Anlagen in fondsgebundene Lebensversicherungen. Sie bieten keine feste Ablaufleistung, ihre Rendite ist einzig von der Entwicklung des zugrunde liegenden Fonds abhängig. Daher besteht die Möglichkeit, mit derartigen Anlagen in Zeiten der Finanzkrise Verluste zu erwirtschaften. Doch vor allem Versicherte, bei denen bis zum Eintritt ins Rentenalter noch einige Zeit vergeht, können trotzdem profitieren. Schließlich erwirbt die Versicherung in jedem Monat erneut Anteile des Fonds, und zwar zu sehr günstigen Preisen. Bei einer Erholung des Aktienmarktes, und sei dies erst in einigen Jahren, können Anleger dann von vermehrten Fondsanteilen und somit hohen Wertsteigerungen profitieren.