Die Aussagekraft der Bewertung von Hotels


Der nächste Urlaub in der Türkei oder an der Adria soll Komfort bieten - was liegt da näher, als ein Vier-Sterne Hotel zu buchen. Denn, so die verbreitete Meinung: je mehr Sterne, desto hochwertiger sind Unterbringung und Service. Darauf können sich Reisende aber nicht in jedem Fall verlassen: Es gibt international keine einheitlich standardisierte Klassifizierung, und jedes Land und viele Reiseveranstalter arbeiten mit eigenen Bewertungskriterien. Deshalb rät die D.A.S. Rechtsschutzversicherung, im Internet persönliche Erfahrungsberichte anderer Urlauber auf so genannten Bewertungsportalen nachzulesen.

In den Reisekatalogen wimmelt es nur so von Sternen für Hotels und Pensionen. Dahinter verbergen sich unter anderem Angaben zu Zimmergröße und Service-Leistungen. Allerdings gibt es keinen weltweit einheitlichen Maßstab für die Hotelklassifizierung. Der Versuch vieler nationaler Hotellerie- und Gastronomieverbände, eine Einigung für verbindliche Standards herbeizuführen, blieb bislang ohne Erfolg.

Sterne in Deutschland


In Deutschland gibt es für Hotels ein etabliertes Klassifizierungssystem. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) sieht eine Einordnung in fünf Kategorien vor - von einem Stern bis zu fünf Sternen. Je besser ausgestattet das Hotel, desto mehr Sterne. Die Klassifizierung ist drei Jahre gültig, dann erfolgt eine erneute Kontrolle. "Wer hierzulande also mit offiziellen Sternen wirbt, der hat sich in der Regel einer ausführlichen Prüfung unterzogen", erläutert Anne Kronzucker, Rechtsexpertin der D.A.S. "Allerdings gibt es keine gesetzliche Verpflichtung zur Kategorisierung der Hotels." Außerdem verfügen viele große Reiseveranstalter über ein eigenes Bewertungssystem.

Internationale Klassifizierung


Die Europäische Union bemüht sich nach wie vor vergeblich um einheitlich standardisierte Kategorien. International sind die Kriterien daher sehr verwirrend, denn jedes Land nutzt sein eigenes System zur Einteilung der Unterkünfte in Qualitätsstufen. So gibt es zum Beispiel in Italien zwei verschiedene Klassifizierungen, nach der sich die einzelnen Regionen richten. Das heißt, ein Drei-Sterne Hotel in der Toskana ist nicht mit einem Drei-Sterne Hotel auf Sardinien vergleichbar, da sich diese beiden Regionen für die jeweils andere Einstufungsmethode entschieden haben. "Eine Übertragung der heimischen Standards auf andere Reiseländer ist ebenfalls irreführend", warnt die D.A.S. Expertin. "Wer voller Vorfreude ein Hotel mit vier Sternen in der Türkei bucht, muss davon ausgehen, dass der türkische lokale Standard ein anderer ist als in Deutschland."
Darüber hinaus bedingen auch die landestypischen Besonderheiten unterschiedliche Anforderungen: Für Italiener und Franzosen ist ein Bidet unverzichtbarer Bestandteil des Bades, während der Deutsche mehr Wert auf ein reichhaltiges Frühstücksbuffet legt. Und in Norwegen ist die Zentralheizung Grundausstattung eines Hotelzimmers, in Griechenland dagegen die Klimaanlage.

Um die Zahl der Hotelsterne im Urlaubsland besser einordnen zu können, ist es ratsam von den Hotelsternen in manchen südlichen Ländern wie Italien, Griechenland und der Türkei bis zu zwei Sterne abzuziehen, um auf einen mit Deutschland vergleichbaren Standard zu kommen. Etwa die gleichen Qualitätsmerkmale wie Deutschland hat Spanien. In Österreich, vielen asiatischen Ländern und den USA ist der Standard dagegen meist höher.

Hotelbewertungen im Internet


Da oftmals weder Katalogbeschreibungen noch Sterneangaben ein objektives Bild geben, lesen viele Reisende im Internet zusätzlich Erfahrungsberichte anderer Urlauber, die sich in diesen Hotels aufgehalten haben. Bekannte Bewertungsportale sind holidaycheck.de und votello.de sowie zoover.de. Allerdings ist zu bedenken, dass die Berichte auf rein subjektiven Einschätzungen beruhen und teilweise von Hotelbetreibern selbst eingestellt werden. Dennoch können sie einen ersten Eindruck der Unterkunft vermitteln, in der man die vielleicht schönsten Tage des Jahres verbringen möchte.

Quelle: www.das.de




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