Warum eine Tierhalterhaftpflichtversicherung?
Im Bereich der Privathaftpflichtversicherung ist es erfreulicherweise so, dass mittlerweile der Großteil der Bürger in Deutschland eine solche Versicherung besitzt. Für Halter von Hunden und Pferden ist allerdings eine Tierhalterhaftpflichtversicherung genauso wichtig. Doch hier besteht sicherlich noch Nachholbedarf, denn mehr als ein Drittel aller Hunde- oder Pferdehalter besitzen noch keine solche Haftpflichtversicherung. Dabei können Tiere einen genauso hohen Schaden wie die Besitzer verursachen, für den der Halter dann rechtlich unbeschränkt haften muss.
Was beinhaltet und leisten die Tierhalterhaftpflichtversicherung?
Die Leistungen der Tierhalterhaftpflichtversicherung sind die „typischen“ Leistungen einer jeden Haftpflichtversicherung. Und zwar werden konkret Schäden reguliert, die der Versicherte bzw. in diesem Fall das versicherte Tier an anderen Personen, Sachen oder auch Tieren verursacht. Die Tierhaftpflicht ersetzt also die Kosten, die für die Regulierung des Schadens anfallen. Zuvor wird jedoch zunächst überprüft, ob die Schadenersatzansprüche des Betroffenen auch gerechtfertigt sind. Denn auch die Abwehr nicht berechtigter Ansprüche gegen den Versicherten zählt zu den Leistungen der Tierhalterhaftpflichtversicherung. Die Höhe der Leistung hängt davon ab, welche Deckungssummen vereinbart worden sind. Auch diesbezüglich sollte man sich an der Privathaftpflicht orientieren, also mindestens fünf Millionen Euro vereinbaren.
Wer sollte die Tierhalterhaftpflichtversicherung nutzen?
Für den „normalen“ Tierhalter kommt eine Tierhalterhaftpflichtversicherung immer dann in Frage, wenn er entweder ein Pferd oder einen Hund besitzt. Daher handelt es sich bei den weitaus meisten Haftpflichtversicherungen dieser Art auch um eine Hunde- oder Pferdehaftpflichtversicherung. Wer, zum Beispiel als Landwirt, weitere Nutztiere wie Kühe oder Schafe besitzt, sollte auch für diese Tiere eine solche Haftpflichtversicherung abschließen. In der Praxis kommt die Tierhalterhaftpflichtversicherung also vor allem für die vielen Millionen Hundehalter in Deutschland in Frage. Alle Besitzer einer Katze, eines Meerschweinchens, eines Hamsters und weiterer Kleintiere benötigen diese spezielle Versicherung hingegen nicht. Denn sollten Katze & Co. einen Schaden verursachen, so ist dieser in aller Regel bereits über die Privathaftpflicht des Halters abgedeckt.
Wonach richtet sich die Versicherungsprämie?
Wie hoch die Versicherungsprämie für die Tierhalterhaftpflichtversicherung ist, richtet sich zunächst natürlich nach der Anzahl der versicherten Tiere. Bei Hunden ist zudem auch die Rasse mit entscheidend für den Beitrag, da manche Hunderassen als besonders „gefährlich“ eingestuft werden. Auch die Größe des Hundes spielt eine Rolle, denn von kleineren Hunden geht durchschnittlich ein geringeres Risiko als von größeren Hunden aus. Die Höhe der Deckungssumme wirkt sich ebenfalls auf den Beitrag aus. Durch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung kann der „Normalbeitrag“ um rund 20 Prozent reduziert werden. Je nach Art des zu versichernden Tieres kann davon ausgegangen werden, dass eine solche Tierhalterhaftpflichtversicherung jährlich zwischen 50 und 150 Euro kosten wird.
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