Allianz GI zeigt wichtige Trends bei asiatischen Rentenreservefonds


Der englische Bericht mit dem Titel Funding Unfunded Pensions: Governance and Investments of Asian Reserve Funds (zu Deutsch: "Rentenfinanzierungslücken finanzieren: Steuerungs- und Investitionspolitik asiatischer Reservefonds") befasst sich mit den vier größten Rentenreservefonds in der Region Asien-Pazifik. Es handelt sich konkret um die Reservefonds von Australien, China, Südkorea und Japan, die insgesamt ein Vermögen von über 766 Milliarden Euro verwalten. Allein durch ihre Größe beeinflussen diese vier Rentenreservefonds die globalen Finanzmärkte sowie die einzelnen Volkswirtschaften. Angesichts der alternden Bevölkerung hängt die Nachhaltigkeit der staatlichen Rentensysteme in diesen Ländern nicht zuletzt von einer professionellen Steuerung dieser Fonds ab.
 
Der Bericht kommt darüber hinaus zu dem Schluss, dass weltweit zunehmend staatliche Rentenreservefonds etabliert werden, um die Auswirkungen des demographischen Wandels auf staatliche umlagefinanzierte Rentensysteme abzufedern. Zweck ist es, rechtzeitig Kapital aufzubauen, um zukünftige Rentenverpflichtungen teilweise zu finanzieren und die Belastung der Staatshaushalte in Grenzen zu halten. Eine solche zusätzliche Finanzierung kann insbesondere notwendig werden, wenn sich aufgrund des demografischen Wandels die Renten nicht mehr über ausreichende Beiträge finanzieren lassen. 

Fondseinlagen international diversifizieren

Die vier in dem AllianzGI Bericht behandelten asiatischen Fonds unterscheiden sich zwar hinsichtlich ihres Alters und Entwicklungsstandes, belegen aber allesamt drei Schlüsseltrends bezüglich Governance und Investmentpolitik:
  • Ausgeprägte Gewinnorientierung beim Fondsmanagement sowie Rückzug aus der Finanzierung von Projekten der öffentlichen Hand
  • Professionalisierung der Steuerungsstrukturen bzw. Governance mit entsprechender Umstrukturierung der obersten Gremien sowie wachsender Unabhängigkeit von der Regierung
  • Zunehmende Auslagerung der Vermögensverwaltung an private Asset Managementgesellschaften mit dem Hintergrund und dem Wunsch der stärkeren Diversifizierung der Geldanlagen
Dem Bericht zufolge sind staatliche Rentenreservefonds traditionell konservativ investiert und unterliegen der Kontrolle politischer Organe, die oft zulasten der Erträge auf die Einhaltung politisch vorgegebner Ziele drängen. Die Fonds legten ihre Gelder vorzugsweise in Regierungsprojekten mit niedrigen Renditen an (so z. B. Japan und Südkorea in den Wohnungsbau und Infrastrukturmaßnahmen) oder gaben Darlehen zu Zinsen unterhalb der marktüblichen Sätze an die Regierung aus.
Alexander Boersch, Senior Pensions Analyst bei AllianzGI kommentiert dazu: "Die demographische Entwicklung verlangt eine Investition in ertragreichere Anlagen. Angesichts der alternden Bevölkerung haben Reservefonds den wichtigen Zweck, die Rentenbeitragssätze in erträglicher Höhe zu halten. Je effizienter das Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag, desto weniger werden die staatlichen Rentensysteme belastet. Dafür müssen die Fonds ihre Einlagen jedoch international diversifizieren und in verschiedenen Assetklassen anlegen."

Quelle: www.allianz.com



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