Die Edelmetall-Hausse

In Zeiten florierender Börsen und stetig steigender Aktienkurse, werden Gedanken an einen Zusammenbruch der Kurse tunlichst vermieden und auch die öffentliche Meinung heizt die Kursspirale immer weiter an - bis dann ein drastischer Kursverfall innerhalb weniger Wochen dem Treiben ein jähes Ende bereitet und sich teils gigantische Verluste bei den Anlegern einstellen.
Ist dieses Schreckensszenario dann eingetreten, wird nach "sicheren" Alternativen gesucht und die nächste Blase beginnt sich zu bilden; so geschehen nach dem Börsencrash von 1999/2000, in dessen Folge sich die Edelmetall- und Rohstoffpreise zu einer Hausse ungeahnten Ausmaßes aufmachten.
Wie weit sich die Preise für die Edelmetalle Silber, Gold, Platin und Palladium noch nach oben entwickeln werden und somit eine Basis für eine langfristige und stabile Wertanlage bilden, kann niemand vorhersehen. Es ist gut möglich, dass mit zunehmenden Unsicherheiten auf globaler Ebene eine Geldanlage in Form von Edelmetallen eine prinzipiell gute Wahl darstellt, doch sollte der Anleger sich sehr gut überlegen, ob er zum derzeit extrem überspannten Goldpreis überhaupt Gold kaufen möchte. Selbiges gilt auch für die anderen Edelmetalle.
Sieht man sich beispielsweise die Preisentwicklung der letzten Jahre bei Platin an, so fällt ein drastischer Kurseinbruch im Jahr 2008 ins Auge, bei dem der Platinpreis innerhalb weniger Wochen um über 1000 USD pro Feinunze einbrach. Auch auf Monatssicht sind teils extreme Schwankungen im Preis für dieses Edelmetall ersichtlich, so dass eine Kaufentscheidung nach Möglichkeit erst nach einem Durchlaufen eines Kurstales getroffen werden sollte und nicht auf einem aktuellen Hoch.
Charttechnisch ist Gold derzeit extrem überkauft und man sollte auf einen ähnlichen Bounce-Back wie beim Platin warten, um auf günstigerem Niveau einzusteigen. Doch kann ein solcher Einbruch noch längere Zeit auf sich warten lassen. Die Chancen dazu stehen aber durchaus nicht schlecht. Selbiges gilt für das Edelmetall Palladium.
Eine wirkliche Alternative könnte auf aktuellem Niveau Silber darstellen, auch wenn bei einem Kauf Mehrwertsteuer anfällt. Möchte man die Belastung durch die Mehrwertsteuer gering halten, so sollte auf sog. Münzbarren anstelle normaler Barren zurückgegriffen werden, bei denen lediglich der ermäßigte Mehrwertsteuersatz anfällt.
Abschließend kann gesagt werden, dass eine Anlage in Edelmetallen grundsätzlich eine gute Alternative darstellen kann, es aber nicht zwangsläufig darstellen muss. Wie alle Preisentwicklungen der Märkte, so sind auch die Preise für Edelmetalle keine wirklich festen Größen und der Anleger muss sich daher stets auch des Risikos einer derartigen Geldanlage bewusst bleiben. Prinzipiell ist es möglich, auch mit einer Anlage in Edelmetallen große Verluste zu erleiden; Sicherheitsdenken hin oder her.
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