Kommt das goldene Erdgaszeitalter?

© Jim Parkin - Fotolia.com 1626 berichteten französische Missionare über „brennende Quellen“ in flachen nordamerikanischen Gewässern. In Genua diente Erdgas seit 1802 zur Strassen­beleuchtung. 1844 wurde Erdgas im Gebiet des Wiener Ostbahnhofs gefunden, 1892 folgten Funde bei Wels. Ursprünglich wurde Erdgas bei der Gewinnung von Erdöl lediglich abgefackelt, dann in den USA (seit Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts) und später in Europa als Energierohstoff für die Wirtschaft genutzt. In den USA wurden in den letzten Jahren viele Gas-und-Dampf-Kombi-kraftwerke zur Stromgewinnung auf Erdgasbasis gebaut; diese haben einen sehr hohen Wirkungsgrad (60%) und können dazu noch die Abwärme als Fernwärme zur Beheizung von Wohnhäusern nutzen.

Derzeit ist Erdgas mit 25% Anteil bei fossilen Energieträgern ein sehr wesentlicher Energierohstoff und soll nach Expertenangaben bis 2080 mit mehr als 50% Anteil zum wichtigsten fossilen Energieträger werden. Unter Berücksichtigung der Gesamkosten (Investitions-, Betriebs- und Verbrauchskosten) ist Erdgas - bei einem gut gedämmten Standard-Haus - nach Fernwärme der günstigste Energieträger.
Erdgas ist universell einsetzbar für Heizen, Kühlen, Kochen, Warmwasser, Auto­fahren etc. und der mit Abstand umweltfreundlichste fossile Energieträger mit den geringsten CO2-Emissionen (Ausnahme Holz: gilt als CO2-neutral). Bei Verbrennung ist Erdgas praktisch frei von Schwefel, Russ und Staub.

Die International Energy Agency veröffentlichte im Juni einen Bericht, demzufolge die Angebots- und Nachfragefaktoren darauf hinweisen, dass Erdgas eine grössere Rolle in der Energiezukunft spielen könnte.

Heizsaison steht bevor

Auf den regionalen Erdgas-Märkten hängen Angebot und Nachfrage von den jeweiligen klimatischen Bedingungen in den Hauptnachfrage-Monaten während der Heizsaison ab. Die derzeit niedrigen Preise könnten daher bald wieder steigen. Die Verknappung durch den Atomausstieg in Europa ist ein weiterer Grund dafür (Handel in Millionen „British Thermal Units“).

Grosse Gasfelder liegen in Norwegen, Katar und Russland, im Iran werden welche vermutet. Methan in Gashydraten könnte sich im Bereich des Kontinentalschelfs und in Permafrostböden in Sibirien, Kanada und Alaska befinden.

Die Vereinigten Staaten sind neben Russland das Land mit der höchsten Förderrate. Die Förderung ist weniger aufwändig als bei Öl, da Erdgas leichter als Luft ist und quasi von alleine aus den Lagerstätten nach oben steigt. Dafür sind Transport, Aufbewahrung und Distribution mit sehr viel grösserem Aufwand und höheren Kosten verbunden.

Quelle: www.boerse-express.com