Umwelt im Wandel - Wirtschaft im Umbruch
Alle Augen auf die Wirtschaft
'Hat sich der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) des Themas Klimaschutz aus ‚Leidenschaft’ oder ‚Notwehr’ angenommen', fragte Sandra Maischberger den geschäftsführenden Koordinator der BDI-Initiative 'Wirtschaft für Klimaschutz', Dr. Klaus Mittelbach. Dessen Antwort: 'aus rein sachlichen Überlegungen'. Für die heimische Wirtschaft sei höchstmögliche Energieeffizienz essentiell und der Export neuartiger Umwelttechnologien ins Ausland das Gebot der Stunde. Die Politik forderte Mittelbach auf, dies mit den 'richtigen Rahmenbedingungen' zu unterstützen. Machbar ist laut Mittelbach bis 2020 eine Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes um 30 Prozent gegenüber 1990 - ohne Einbußen für Wirtschaftswachstum und Lebensqualität und bei einer Beibehaltung des Ausstiegs aus der Kernenergie. Der Großteil dieser Einsparungen - Stichworte Bauen und Wohnen - lasse sich mit bereits bekannter und größtenteils serienreifer Technik umsetzen.
Energiepolitik für Standort Deutschland
Wie Mittelbach würdigte auch IG BCE-Chef Schmoldt die Anstrengungen der deutschen Wirtschaft. Gleichzeitig warnte der Gewerkschaftschef: 'Der Klimaschutz darf nicht einseitig auf Kosten unserer Industrie gehen.' Er halte nicht viel davon, hierzulande 'das letzte Nanogramm Kohlendioxid aus den Schornsteinen zu filtern', sondern plädierte dafür, mit dem gleichen Geld lieber in den Umweltschutz in Schwellenländern wie beispielsweise China zu investieren. Für die deutsche Wirtschaft komme es neben Umweltverträglichkeit ganz entscheidend auch auf Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit an. Eine vernünftige Energiepolitik für den Standort Deutschland brauche einen ausgewogenen Mix. Zu diesem zähle auch die Kernenergie. Die Restlaufzeiten der Kernkraftwerke sollten Schmoldt zufolge vom Sicherheitsnachweis abhängig gemacht werden.
Quelle: VR LEASING-Gruppe

