DEUTSCHE ZEIGEN STEIGENDES INTERESSE AN RATENKREDITEN
Angesichts der ab Januar geltenden höheren Mehrwertsteuer und des bevorstehenden Shopping-Großereignisses Weihnachten erwartet der Einzelhandel kurz vor dem Jahreswechsel einen spürbaren Schub der Nachfrage an Konsumgütern. Das Kalkül: Bevor die Preise im kommenden Jahr steigen, lassen die Bundesbürger ihrer Konsumlaune noch einmal freien Lauf. Sie ziehen größere Anschaffungen vor und nehmen dafür auch einen Kredit auf, falls das Gesparte nicht reichen sollte. Doch was für den Handel stimmen mag, scheint für die Geldinstitute nicht zuzutreffen. Dieses Fazit ist das Ergebnis einer repräsentativen Postbank Studie, die in Zusammenarbeit mit Emnid erstellt wurde. Befragt wurden 1.000 Frauen und Männer in Deutschland.
Mehrwertsteuererhöhung führt nicht zur Kreditaufnahme
Zwar will - Studien zufolge - tatsächlich jeder achte Deutsche wegen der zu erwartenden Preissteigerungen größere Anschaffungen vorziehen. Dafür aber jetzt noch Anspruch zu nehmen, das planen gerade mal drei Prozent. Genauso wenige ziehen in Betracht, sich für den Kauf von Weihnachtsgeschenken Geld zu leihen. Dennoch ist erwähnenswert: In Ostdeutschland sind es immerhin sechs Prozent, die ihre Festtags-Präsente über einen Ratenkredit finanzieren würden.
Keine Scheu vor dem Ratenkredit
Dabei ist der Ratenkredit so beliebt wie nie zuvor, wie die Ergebnisse der Studie belegen: Immer mehr Bundesbürger nutzen ihn, um ihre materiellen Ziele zu erreichen: Über 40 Prozent der Deutschen (44,3 Prozent) haben sich schon einmal einen Wunsch über diese Finanzierungsart erfüllt. Allerdings sind Unterschiede zwischen den einzelnen Generationen klar erkennbar: Während lediglich 39 Prozent der Bundesbürger über 60 Jahre Erfahrung mit einem Ratenkredit gemacht haben, sind bereits über die Hälfte der 30- bis 59-Jährigen mindestens einmal auf diese Weise zu Geld gekommen. Vor allem bei Männern ist der Ratenkredit beliebt: 52 Prozent haben ihn schon in Anspruch genommen - der Vergleichswert für Frauen liegt um 14 Punkte niedriger (38 Prozent). Je höher das Haushaltsnettoeinkommen der Befragten, umso größer ist der Anteil derjenigen, die den Ratenkredit bereits genutzt haben.
Top: Autofinanzierung per Ratenkredit
Auf der Liste der Wünsche, die sich die Deutschen mit einem Ratenkredit erfüllen würden, steht das eigene Auto ganz oben: 52 Prozent der Befragten würden ihn nutzen, um sich einen PKW anzuschaffen. An zweiter Stelle folgen mit 36 Prozent Renovierungsarbeiten. Etwa genauso hoch (33,8 Prozent) ist der Anteil derer, die einen Ratenkredit zur Finanzierung von Einrichtungsgegenständen in Anspruch nähmen.
Etwas abgeschlagen in der Prioritätenskala sind mit 15 Prozent Elektrogeräte wie Computer, TV und Digitalkameras - wobei der Wert bei den jüngeren Befragten bis 29 Jahren mehr als doppelt so hoch liegt (30,5 Prozent). Ebenfalls weit über Durchschnitt fällt in dieser Altersgruppe das Votum für die Finanzierung von Luxusgütern per Ratenkredit aus. Während nur zehn Prozent aller Befragten dem zustimmen, würden unter den Unter-30-Jährigen 22 Prozent einen Kredit dafür verwenden.
Hausbank genießt das größte Vertrauen
Erste Adresse für einen Ratenkredit ist für acht von zehn Deutschen die Hausbank (83,5 Prozent). Allerdings zeigt sich hier eine markante regionale Differenz. Mit 87 Prozent liegt der Wert in diesem Punkt für die Bürger in Westdeutschland wesentlich über dem der Ostdeutschen mit 70 Prozent. Dafür ist in Ostdeutschland die Kreditaufnahme bei Familienangehörigen mit 30 Prozent beliebter als im Westen der Republik (22,3 Prozent). Der Autobank als Kreditgeber vertrauen ein Viertel der Deutschen (23,1 Prozent), wobei es zwischen den Altersgruppen deutliche Unterschiede gibt: Vor allem die 30- bis 39-Jährigen (39,8 Prozent) ziehen die Autobank zur Aufnahme eines Ratenkredits in Betracht. Für die Generation 60plus, ist die Autobank hingegen kaum ein Thema (8,4 Prozent).
Quelle: Postbank


