Steigende Zinsen zu erwarten?
Martin Hüfner, volkswirtschaftlicher Berater des führenden österreichischen Discount-Brokers direktanlage.at, sieht aufgrund der wachsenden Inflation die Möglichkeit gegeben, dass die Zinsen in nächster Zeit auch einmal steigen könnten. Die Zeit der drastischen Zinssenkungen durch die amerikanische Notenbank sei jedenfalls vorbei.
Der Markt gehe laut Hüfner davon aus, dass die Federal Reserve ihre Sätze noch weiter senken wird. "So einfach ist die Sache jedoch nicht", warnt der Volkswirt, "denn das fundamentale Zinsumfeld ist durchaus differenziert. Es gibt zum einen die schlechtere Konjunktur und die internationale Finanzkrise. Beides spricht für niedrigere Zinsen. Es gibt auf der anderen Seite aber die erhöhte Geldentwertung. Sie müsste die Zinsen eigentlich steigen lassen."
Die Geldentwertung in Euroland liegt mit 3,5 Prozent auf dem höchsten Stand seit Inkrafttreten der Währungsunion. In den USA beträgt sie 4 Prozent. In den Schwellenländern ist sie sogar noch höher. China hat eine Rate von 8,7 Prozent, Indien von 8,4 Prozent. Anders als in früheren Zeiten sei diesmal nicht zu erwarten, dass sich die Preissteigerungsrate wegen der schwächeren Konjunktur gewissermaßen automatisch verlangsamt, sagt Hüfner. Denn die wichtigste Ursache seien die Rohstoffpreissteigerungen, von Öl über Industrierohstoffe bis hin zu Weizen und zuletzt Reis.
Fed möchte vermeiden, dass die Inflation 'Beine bekommt"
Die Geldpolitik werde der Preissteigerung in Zukunft eher mehr als weniger Aufmerksamkeit widmen. "Es gibt in der Welt eine Reihe von Zentralbanken, die die Zinsen zuletzt erhöht haben. Das prominenteste Beispiel ist China - wobei die Sätze dort immer noch relativ niedrig sind", so der Berater von direktanlage.at. Australien hat die Sätze im März noch einmal um 25 Basispunkte angehoben. In dieser Woche hat Singapur die geldpolitischen Zügel angezogen.
Hüfner: "Es würde mich nicht wundern, wenn auch die Fed die ersten Anzeichen einer Stabilisierung der Konjunktur und der Finanzkrise nutzt, um die Zinssenkung zu beenden, vielleicht sogar die Sätze wieder anzuheben. Sie möchte in jedem Fall vermeiden, dass die Inflation 'Beine bekommt" und dass auf den Märkten eine neue Blase entsteht, die ihr angelastet werden könnte."
In Europa erkläre die hohe Preissteigerung, dass sich die Europäische Zentralbank mit Zinssenkungen schwer tut. Solange die Inflation so hoch bleibt, werde sich daran auch nichts ändern. Das habe Präsident Trichet in dieser Woche wieder ganz deutlich gemacht. Erst wenn die Geldentwertung im zweiten Halbjahr nachlassen sollte oder die Konjunktur unerwartet stark einbricht, werde es Lockerungen geben - aber auch dann nur vorsichtig und moderat.
Was ergibt sich aus diesen Überlegungen für den Anleger?
Zunächst ist die Kreditaufnahme etwa für Immobilien von der Zinsseite her günstig. "Wer vorhat sich zu verschulden, sollte dies jetzt tun", rät Hüfner. "Kredite werden nicht billiger, sondern eher teurer."
Bei Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren mit längeren Laufzeiten (rund 10 Jahre) rät der direktanlage.at-Berater Investoren zur Zurückhaltung: "Hier sind Kursverluste zu befürchten. Obligationen mit ganz kurzen Laufzeiten - etwa 1 bis 2 Jahre - könnten im Hinblick auf die zu erwartenden geldpolitische Lockerung sogar Kurssteigerungspotential haben. Für Bondportfolios insgesamt empfiehlt es sich auch aus diesem Grund, keine zu lange Duration zu wählen."
Schwellenländer- und Unternehmensanleihen werfen zwar eine höhere Rendite ab als Staatsanleihen, sie seien aber im Hinblick auf die zugrunde liegenden Risiken nicht unproblematisch, meint Hüfner: "Zwar hat sich die Marktsituation hier in den letzten Wochen etwas verbessert. Das kann sich aber schnell wieder ändern."
Der Markt gehe laut Hüfner davon aus, dass die Federal Reserve ihre Sätze noch weiter senken wird. "So einfach ist die Sache jedoch nicht", warnt der Volkswirt, "denn das fundamentale Zinsumfeld ist durchaus differenziert. Es gibt zum einen die schlechtere Konjunktur und die internationale Finanzkrise. Beides spricht für niedrigere Zinsen. Es gibt auf der anderen Seite aber die erhöhte Geldentwertung. Sie müsste die Zinsen eigentlich steigen lassen."
Die Geldentwertung in Euroland liegt mit 3,5 Prozent auf dem höchsten Stand seit Inkrafttreten der Währungsunion. In den USA beträgt sie 4 Prozent. In den Schwellenländern ist sie sogar noch höher. China hat eine Rate von 8,7 Prozent, Indien von 8,4 Prozent. Anders als in früheren Zeiten sei diesmal nicht zu erwarten, dass sich die Preissteigerungsrate wegen der schwächeren Konjunktur gewissermaßen automatisch verlangsamt, sagt Hüfner. Denn die wichtigste Ursache seien die Rohstoffpreissteigerungen, von Öl über Industrierohstoffe bis hin zu Weizen und zuletzt Reis.
Fed möchte vermeiden, dass die Inflation 'Beine bekommt"
Die Geldpolitik werde der Preissteigerung in Zukunft eher mehr als weniger Aufmerksamkeit widmen. "Es gibt in der Welt eine Reihe von Zentralbanken, die die Zinsen zuletzt erhöht haben. Das prominenteste Beispiel ist China - wobei die Sätze dort immer noch relativ niedrig sind", so der Berater von direktanlage.at. Australien hat die Sätze im März noch einmal um 25 Basispunkte angehoben. In dieser Woche hat Singapur die geldpolitischen Zügel angezogen.
Hüfner: "Es würde mich nicht wundern, wenn auch die Fed die ersten Anzeichen einer Stabilisierung der Konjunktur und der Finanzkrise nutzt, um die Zinssenkung zu beenden, vielleicht sogar die Sätze wieder anzuheben. Sie möchte in jedem Fall vermeiden, dass die Inflation 'Beine bekommt" und dass auf den Märkten eine neue Blase entsteht, die ihr angelastet werden könnte."
In Europa erkläre die hohe Preissteigerung, dass sich die Europäische Zentralbank mit Zinssenkungen schwer tut. Solange die Inflation so hoch bleibt, werde sich daran auch nichts ändern. Das habe Präsident Trichet in dieser Woche wieder ganz deutlich gemacht. Erst wenn die Geldentwertung im zweiten Halbjahr nachlassen sollte oder die Konjunktur unerwartet stark einbricht, werde es Lockerungen geben - aber auch dann nur vorsichtig und moderat.
Was ergibt sich aus diesen Überlegungen für den Anleger?
Zunächst ist die Kreditaufnahme etwa für Immobilien von der Zinsseite her günstig. "Wer vorhat sich zu verschulden, sollte dies jetzt tun", rät Hüfner. "Kredite werden nicht billiger, sondern eher teurer."
Bei Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren mit längeren Laufzeiten (rund 10 Jahre) rät der direktanlage.at-Berater Investoren zur Zurückhaltung: "Hier sind Kursverluste zu befürchten. Obligationen mit ganz kurzen Laufzeiten - etwa 1 bis 2 Jahre - könnten im Hinblick auf die zu erwartenden geldpolitische Lockerung sogar Kurssteigerungspotential haben. Für Bondportfolios insgesamt empfiehlt es sich auch aus diesem Grund, keine zu lange Duration zu wählen."
Schwellenländer- und Unternehmensanleihen werfen zwar eine höhere Rendite ab als Staatsanleihen, sie seien aber im Hinblick auf die zugrunde liegenden Risiken nicht unproblematisch, meint Hüfner: "Zwar hat sich die Marktsituation hier in den letzten Wochen etwas verbessert. Das kann sich aber schnell wieder ändern."


