Anz.

Sind Fremdwährungskredite derzeit sinnvoll?


Von einem Fremdwährungskredit versprechen sich europäische Verbraucher häufig günstigere Darlehenskonditionen als von einem `normalen´ Ratenkredit. Doch entgegen dieser Erwartungen können diese Finanzierungen schnell wesentlich mehr als ein Verbraucherdarlehen kosten.



Was ist ein Fremdwährungskredit?


Bei einem Fremdwährungskredit handelt es sich um ein Darlehen, welches außerhalb der Eurozone aufgenommen wird. Da dieser Kredit in einer fremden Währung gewährt wird, kann sich die gesamte Kreditbelastung aufgrund schwankender Wechselkurse entweder vergrößern oder verkleinern.

Ein niedriges Wechselkursniveau beim Abschluss eines Kreditvertrags und eine deutliche Überbewertung der Fremdwährung gegenüber der im eigenen Land sind die Basis für ein gewinnbringendes Geschäft. Veränderungen der Wechselkurse oder der Zinshöhe im dem Land der Kreditaufnahme sorgen dann für einen echten Vorteil gegenüber einheimischen Darlehen.

In der Regel sind diese Kredite endfällig, d.h. dass während der Laufzeit nur die Zinsen bezahlt werden und nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit das gesamte Kapital in einer Summe zurück gezahlt werden muss.

Vorteile von Fremdwährungskrediten


Die Möglichkeit, infolge von Wechselkursschwankungen die Kosten einer Finanzierung erheblich zu verringern, ist das Hauptmotiv für die Aufnahme eines Fremdwährungskredits. Der Grund dafür kann einerseits ein niedriges Zinsniveau in der anderen Währung sein und andererseits eine Verschiebung an den Finanzmärkten. Letztere können dann für Wechselkursgewinne sorgen. Somit verringern sich auch die Forderungen gegen den Kreditnehmer und die regelmäßigen Belastungen durch die Zinsen sinken.

Nachteile eines solchen Darlehens


Das größte Risiko eines Fremdwährungsdarlehens liegt ebenfalls in den möglichen Wechselkursschwankungen. Kreditnehmer müssen immer damit rechnen, schließlich wesentlich mehr als für einen konventionellen Kredit zu bezahlen. Eine Erhöhung des Wechselkurses steigert auch die finanziellen Verpflichtungen aus dem Kredit und zusätzlich die Belastungen durch die Zinsen.

Üblicherweise gibt es derartige Kreditverträge nicht mit einer über längere Zeit festgeschriebenen Zinsbindung. Gegen einen Aufpreis kann außerdem das Ansteigen der Zinssätze über einen bestimmten Wert hinaus abgesichert werden. Häufig kommen Kosten für ein extra einzurichtendes Konto und Gebühren für den Währungswechsel hinzu. Damit steigen die Kosten für das Darlehen weiter.
Zu den Zinsen wird die Provision für die Bank fällig, die ebenfalls zur Verteuerung beiträgt.

Aktuelle Entwicklung


Derzeit liegen die Sätze für günstige Verbraucherkredite zwischen 3,45% und 4,99% effektivem Jahreszins. Die Höhe der Zinsen in den bevorzugten Fremdwährungen liegt oftmals bei der Hälfte. Damit können Anleger sicher einiges an finanziellen Ressourcen einsparen. Allerdings verringern sich die Ersparnisse um Gebühren und Provisionen. Steigen die Zinsen im Land der Kreditwährung sinken die finanzielle Vorteile erneut. Ein weiteres Abrutschen der Währung gegenüber der Einheimischen hat dieselbe Wirkung. Lediglich beim Ansteigen der Kurse und einer weiteren Verringerung der Zinsen, sind spürbare Vorteile für den Darlehensnehmer zu erwarten. Während Firmen diese Möglichkeit der Finanzierung schon länger nutzen, interessieren sich Privatkunden hierzulande seit Anfang der 90er Jahre verstärkt für diese Form des Darlehens.

Experten empfehlen in jüngster Zeit vor allem Kredite in Schweizer Franken und Japanischen Yen. Ähnlich werden die Fremdwährungskredite in US-Dollar aufgrund des geringen Währungswerts und der niedrigen Zinsen beurteilt. Zu empfehlen ist diese Form der Finanzierung vor allem für risikofreudige Kreditnehmer, die spekulativen Geldgeschäften offen gegenüber stehen. Ausreichend Wissen in Finanzfragen und bezüglich wirtschaftlicher Zusammenhänge sollte die Grundlage der Entscheidung für ein Fremdwährungskredit sein. Letztlich bleibt die Finanzierung mittels Fremdwährungskredit ein Spekulationsgeschäft.




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