Finanzmarktkrise erschwert Kreditzugang von Unternehmen
Vor allem Firmenkunden beginnen nun die Auswirkungen der Finanzmarktkrise zu spüren. Denn die Kreditvergabepolitik der österreichischen Banken wird restriktiver. Der Grund dafür: vor allem die Refinanzierungen der Banken über den Geldmarkt und in Form von Schuldverschreibungen gestalten sich schwieriger. Und dies bemerken dann besonders Unternehmer mit riskanteren Investitionsprojekten negativ in den Kreditkonditionen. Die privaten Kunden hingegen sind noch wenig von der Finanzmarktkrise betroffen.
Das zeigen die Ergebnisse der Umfrage über das Kreditgeschäft im Oktober 2008, in deren Rahmen Kreditmanager führender Banken die Kreditentwicklung im dritten Quartal 2008 beurteilen, sowie einen Ausblick auf das vierte Quartal geben.
Die befragten Kreditinstitute geben an, dass die erschwerten Refinanzierungsbedingungen sich in den Margen und zuletzt auch verstärkt im Umfang der von den Banken vergebenen Kredite niederschlagen.
Seit Beginn der Finanzmarktturbulenzen haben die österreichischen Banken im Firmenkundengeschäft ihre Kreditrichtlinien fünf Mal hintereinander etwas angezogen. Gleichzeitig haben sie auch die Kreditbedingungen verschärft. Im dritten Quartal 2008 stiegen zum fünften Mal hintereinander die Zinsspannen für risikoreichere Kredite und - in etwas geringerem Ausmaß - für Kreditnehmer durchschnittlicher Bonität. Alle anderen abgefragten Bedingungen für die Vergabe von Unternehmenskrediten wurden ebenfalls restriktiver gehandhabt.
Im Privatkundengeschäft waren die Effekte der internationalen Finanzmarktturbulenzen bis jetzt geringer. Aber die Kreditrichtlinien wurden sowohl für Wohnbaufinanzierungen als auch für Konsumkredite im dritten Quartal 2008 leicht verschärft, und auch die Zinsmargen wurden leicht angehoben.
Quelle: Österreichische Nationalbank
