Anz.

Schuldenfreies Eigenheim erleichtert Renteneintritt


Die Entwicklung der gesetzlichen Rente bereitet vielen Menschen Sorge: Sinkende Leistungen sowie die schrittweise Besteuerung der Altersbezüge schmälern die Budgets künftiger Seniorenhaushalte. Hinzu kommt die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre. Wer eher in den Ruhestand gehen möchte, der muss hohe Abschläge in Kauf nehmen - de facto eine weitere Rentenkürzung. Aktuell beträgt der Rentenabschlag 0,3 Prozentpunkte für jeden Monat, den ein Beschäftigter früher in den Ruhestand wechselt. Damit führt ein vorzeitiger Rentenbeginn zum Beispiel mit 63 Jahren ab 2029 zu einer Rentenkürzung von 14,4 Prozent - und das dauerhaft.

Angesichts dieser Entwicklung wird private Altersvorsorge immer wichtiger. Neben Geldanlagen und Versicherungsprodukten setzen dabei immer mehr Haushalte auf die eigenen vier Wände. Gründe dafür gibt es viele: Die selbstgenutzte Immobilie ist eine der stabilsten Vorsorgeformen. Eigenheimbesitzer wohnen nicht nur mietfrei im Alter, sie profitieren zudem von Sicherheiten wie Unkündbarkeit und Kapitalbestand. Doch damit nicht genug. 'Das schuldenfreie Eigenheim schützt auch vor der Gefahr wachsender finanzieller Belastungen', erklärt Dr. Ralph Müller, Leiter Baufinanzierung bei der Deutschen Bank. Während Miethaushalte mit steten Mietsteigerungen rechnen müssten, könnten sich Eigentümer auf dem einmal gezahlten Kaufpreis ausruhen. 'Ist das Eigenheim schuldenfrei, ist der Besitzer aus dem Schneider.'

Spätestens im Rentenalter spielt das Eigenheim seine ganze Stärke aus. Die eingesparte Miete entlastet die Haushaltskasse spürbar. Berechnungen zeigen, dass Eigenheimbesitzer bis zu 30 Prozent freie Finanzmittel mehr zur Verfügung haben als zur Miete wohnende Senioren. Zwar müssen von der Rente Rückstellungen für Renovierungen vorgenommen werden, doch diese liegen weit unter den Belastungen von Miethaushalten. Auch unter steuerlichen Gesichtspunkten sind Eigenheime attraktiv. Denn im Gegensatz zu Kapitalanlegern müssen Eigenheimbesitzer finanzielle Vorteile wie die eingesparte Miete oder den Wertzuwachs ihrer Immobilie nicht beim Finanzamt abrechnen - ein Fakt, den vor allem Rentner und Pensionäre mit hohen Altersbezügen beachten sollten.

Die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters rückt das Eigenheim auch aus einem anderen Grund in den Fokus: Die schuldenfreie Immobilie hilft, den Einstieg in den Ruhestand zu erleichtern.  Denn während zur Miete wohnende Arbeitnehmer wegen der zu erwartenden schmalen Rente künftig wohl öfter gezwungen sein werden, bis zum gesetzlich fixierten Rentenalter zu arbeiten, dürften viele Eigenheimbesitzer einen Rentenabschlag finanziell besser verkraften. Damit sei der vorzeitige Ruhestand in vielen Fällen leichter zu realisieren als bei Miethaushalten.

Quelle: www.db-baufinanzierung.de


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