Postbank sieht rosige Zeiten für Baubranche
Die Postbank sieht die deutsche Bauwirtschaft am Beginn eines nachhaltig positiven Trends, der in unterschiedlicher Stärke alle Sektoren erfassen wird. Getragen wird der Aufschwung nach Einschätzung der Volkswirte der Bonner Bank vom Wirtschaftsbau und dem öffentlichen Bau. Damit werden die beiden Bereiche, die in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts das Wirtschaftswachstum Deutschlands massiv belastet haben, in der zweiten Hälfte der laufenden Dekade zu Triebfedern der wirtschaftlichen Entwicklung. Chef-Volkswirt Dr. Marco Bargel: "Wir sehen sogar gute Chancen, dass diese Entwicklung bis ins kommende Jahrzehnt anhält. Zuwachsraten von vier bis fünf Prozent halten wir für erreichbar."
Das gigantische Ergebnis zum Jahresauftakt ist nach Einschätzung der Ökonomen mit Vorsicht zu genießen, da die Bauproduktion gleichzeitig von mehreren Sondereffekten wie dem milden Winter und Nachlaufeffekten aus dem Wegfall der Eigenheimzulage und der Mehrwertsteuererhöhung profitiert hat. Das Auslaufen der Sondereffekte sollte zu einer vorübergehenden Delle bei der Produktion führen. Für 2007 rechnet die Postbank aber immer noch mit einem Wachstum in der gesamten Branche von 3,9 Prozent, im Wohnungsbau von 2,5 Prozent.
Für die folgenden Jahre ist die Postbank sehr optimistisch. Bargel: "Die aktuelle Erholung der Bauinvestitionen stellt kein kurzfristiges Phänomen dar. Unseres Erachtens ist dies erst der Anfang einer Trendwende, die zu einem lang anhaltenden Aufschwung der Baubranche führen wird." Basis dieser optimistischen Perspektive ist das aktuell immer noch sehr niedrige Investitionsniveau.
Dies betrifft in erster Linie den Wirtschaftsbau und den öffentlichen Bau. Durch verschiedene Faktoren, etwa die steigende Nachfrage nach Bürogebäuden und ausländische Investments aufgrund der günstigen Immobilienpreise in Deutschland, ist die Postbank zuversichtlich, dass sich der Wirtschaftsbau erst am Anfang einer nachhaltigen und kräftigen Belebung befindet. Die gewerblichen Bauinvestitionen dürften in den kommenden Jahren spürbar stärker zulegen als die gesamte Wirtschaftsleistung in Deutschland.
Wohnungsbau vor trendmäßiger Erholung
Weniger einheitlich sieht die Postbank das Umfeld für den Wohnungsbau. Einer ungünstigen demografischen Entwicklung stehen seit Jahren sinkende Haushaltsgrößen positiv entgegen. Zusätzlich muss auch Ersatz geschaffen werden für die Wohnungen, die vom Markt genommen werden. Außerdem erkennt die Postbank einen zunehmenden Sanierungsbedarf.
Insgesamt sehen die Volkswirte das aktuelle Niveau der Wohnungsbauinvestitionen als zu niedrig an, um den Bedarf bis zum Jahre 2020 abzudecken. Eine Steigerung des Investitionsvolumens um 15 - 20 Prozent in den kommenden fünf Jahren scheint ihnen angemessen. Die Chancen, dass es auch tatsächlich zu einer Belebung des Wohnungsbaus kommt, sehen sie als durchaus günstig und halten deshalb eine Steigerung der Wohnungsbauinvestitionen um mehr als drei Prozent im Durchschnitt der kommenden fünf Jahre für realistisch.
Quelle: Postbank


