Wohin sich der europäische Immobilienmarkt entwickelt
Der europäische Immobilienmarkt erlebte im letzten Jahrzehnt eine wahre Renaissance. Besonders in Spanien, Groß-Britannien und Frankreich entwickelten sich die Immobilienpreise rasant. Auch in einigen osteuropäischen Staaten, welche vom weltweiten Wirtschaftsboom profitierten, stiegen die Immobilienpreise stark an. Allerdings gibt es auch einige europäische Länder, in denen die Immobilienpreise stagnierten oder sogar fielen. Ein interessantes Beispiel ist Deutschland. Hier haben sich die Preise in den letzten 15 Jahren kaum noch verändert.
Trotz anhaltend niedriger Zinsen für Baufinanzierungen kam es zu keiner anhaltenden Stimulation der Nachfrage nach Immobilien. Lediglich einige Topstandorte konnten in Deutschland Preissteigerungen verzeichnen. Zu den Profiteuren dieses Phänomens gehören vor allem Eigentümer von allein stehenden Einfamilienhäusern und Villenanwesen in guter Stadt- oder Stadtrandlage. In ländlichen Gegenden gibt es allerdings nach wie vor einen Preisverfall, da es viele Menschen in Ballungsgebiete zieht. Vor allem der demographische Wandel trägt hierzu einen großen Teil bei. Viele Senioren wünschen sich eine gute Infrastruktur, die in den Heimatorten oft nicht mehr gegeben ist. So sind gerade ältere Menschen dazu angehalten, sich in Richtung Stadt zu orientieren.
Stadtlagen mit Potenzial
Auch vor diesem Hintergrund sehen viele Experten besonders großes Wertsteigerungspotenzial für kleine bis mittlere Wohnungen in Stadtlagen. Für eine solche Prognose spricht auch, dass die Zahl der neu gebauten Wohnungen seit Jahren rückläufig ist, während die Zahl der Haushalte steigt. Dieses Defizit dürfte noch mehrere Jahre bestehen, da immer mehr Menschen alleine in Singlehaushalten leben möchten.
Für europäische Hotspots wie die Cote Azur oder das Londoner Umland sieht die Zukunft dagegen weniger blumig aus. Aufgrund der schwächelnden Konjunktur fallen viele potenzielle Käufer weg, sodass es zu einem starken Nachfragerückgang kommt. Waren gigantische Villen in Saint Tropez und London vor einigen Monaten noch leicht an reiche Russen oder Investmentbanker zu verkaufen, so kann man sich als Verkäufer momentan glücklich schätzen, wenn sich überhaupt noch jemand für ein Objekt interessiert.
In den aufstrebenden Ländern Osteuropas hat sich der Markt ebenfalls ein wenig eingetrübt. Allerdings kommt es hier zu keinem rapiden Nachfrageeinbruch. Aufgrund der jungen Bevölkerung gibt es immer mehr Personen, die sich für den Immobilienerwerb interessieren und entsprechend Häuser oder Wohnungen nachfragen. Allerdings hat die Wirtschaftskrise auch hier zu einer Eintrübung des Geschäfts geführt.
