Anz.

Immoaktien grundeln weiter unter ihren Substanzwerten


Die vergangenen Tage haben nicht nur am Gesamtmarkt tiefrote Spuren hinterlassen. Besonders kamen die Immobilienaktien zum Handkuss - und zwar quer durch ganz Zentral- und Osteuropa. Der Abschlag, mit dem die Immos zu ihren Substanzwerten (Net Asset Value) notieren, hat sich noch einmal vergrössert. Die Analysten von KBC Securities haben heute jene Titel in der Region, die die höchsten Abschläge zum Net Asset Value aufweisen, aufgelistet und kurz kommentiert.

Den Beginn macht die Aktie von Meinl European Land, die mit dem gestrigen Schlusskurs zum 0,53-fachen des zuletzt gemeldeten NAV gehandelt wird. Der Abschlag sei allerdings grossteils gerechtfertigt aufgrund der Corporate Governance Probleme und des externen Managements, schreiben die Analysten. Zum gestrigen Newsflow bei MEL gibt es heute nicht allzu viele Reaktionen. Unicredit (CA IB) bleibt beim "Sell" für die Aktie, das Kursziel ist in Überarbeitung (zuletzt: 9,1 Euro). Die Analysten sehen nach dem FMA-Erkenntnis nun grössere Chancen, dass Anleger mit Klagen Erfolg haben. Auch gehe die Prüfung der FMA gegen andere Verstösse, etwa Marktmanipulation, noch weiter. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass mit weiteren Bescheiden zu rechnen ist.

Immoeast wird zum 0,62-fachen des NAV gehandelt - ein Umstand, der nicht nur die Mutter Immofinanz zu anhaltenden Zukäufen veranlasst. Allein zwischen 2. und 13. November wurden erneut knapp 3 Mio. Aktien erworben. Warimpex notiert ungefähr am selben Niveau zum NAV wie Immoeast, die tschechische Orco kommt auf das 0,73-fache des NAV, CA Immo International auf 0,77. Auch hier hat die Muttergesellschaft CA Immo mit der angekündigten Anteilsaufstockung bereits begonnen und am Montag knapp 125.000 Aktien aus dem Markt gekauft, was rund 70% des Tagesumsatzes entsprach. Angesichts des Kursverlaufs der vergangenen Tage ist mit weiteren Zukäufen zu rechnen.

Die Aktie der Sparkassen Immo wird zum 0,79-fachen NAV gehandelt, der hohe Abschlag sei ebenso nicht zu rechtfertigen, wie bei CA Immo International oder Warimpex, führen die Analysten an. Die tschechische ECM Real Estate weist einen Abschlag von 20%zum NAVaus. Hier weisen die Analysten darauf hin, dass Unternehmen, die überwiegend im Developing tätig sind, zumindest mit einem kleinen Aufschlag zum zuletzt gemeldeten NAV gehandelt werden sollten. Nichtsdestotrotz, das Fazit klingt nicht allzu euphorisch: "Wir denken, dass jene Anleger, die im Immosektor engagiert sein wollen, eher grössere Unternehmen mit hoher Liquidität und starkem Management präferieren."

Kommende Woche finden einige Investorenkonferenzen statt - teils mit Immofokus: Immoeast ist eine von 13 Immo-Gesellschaften, die am Dienstag beim 10. EMEA-Forum von ING in Prag präsentieren, am Donnerstag stellt sich CEO Petrikovics, der zuletzt 50.000 Immofinanz-Aktien bei unter 7 Euro zugekauft hat, bei der Global Real Estate Conference von UBS in London ein. Und die Erste Bank nimmt s Immo auf die Investorenkonferenz nach New York mit.

Quelle: www.boerse-express.com




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