Hohe Energiekosten: Modernisierung senkt Verbrauch auf ein Sechstel

Eine Standard-Sanierung senkt den Energieverbrauch des Hauses um etwa zwei Drittel. Im vorangegangenen Beispiel ließen sich also 2.400 Euro im Jahr sparen. Eine hochwertige Vollsanierung kann den Verbrauch sogar um bis zu 85 Prozent reduzieren. Damit wären Einsparungen von 3.060 Euro jährlich möglich. Die optimale Gebäudesanierung umfasst die Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke, den Einbau neuer Fenster und Türen sowie moderner Heizungs- und Lüftungstechnik. Die Komplettsanierung ist zwar teuer, rechnet sich aber schon nach wenigen Jahren. Nach Ermittlungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) bringt ein vollsaniertes Haus binnen 15 Jahren eine Heizkostenersparnis von etwa 55.000 Euro. Damit ist der Sanierungsaufwand fast eingespielt. Steigen die Energiepreise weiter, amortisiert sich die Modernisierung schneller.
Zusätzliche Förderung erhalten Investoren von der öffentlichen Hand. So vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) Zuschüsse für Energiesparmaßnahmen, etwa den Einbau von Solaranlagen oder moderner Heiztechnik. Bei gemischt genutzten Kollektoren (Warmwasser + Heizung) zahlt das Bafa bis zu 105 Euro je m2 Kollektorfläche. Werden zusätzlich Dach und Wände gedämmt, verdoppelt sich die Förderung auf 210 Euro je m2 Kollektorfläche. Umweltfreundliche Sanierungen fördert auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Im Programm "CO2-Gebäudesanierung" bietet die Förderbank zinsgünstige Baudarlehen oder Zuschüsse. So vergibt die KfW für Maßnahmen zur CO2-Einsparung bis zu 8.750 Euro an direkten Finanzhilfen. Nachteil: Der gleichzeitige Erhalt von Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen ist teilweise eingeschränkt. Investoren müssen sich in der Regel für eine Förderschiene entscheiden.
Bei großen Investitionsvorhaben wie der Komplettsanierung reichen staatliche Zuschüsse zur Finanzierung nicht aus. Hausbesitzer benötigen in der Regel weitere Finanzhilfen. 'Eine sinnvolle Strategie ist die Kombination von öffentlichen Fördermitteln und Bankkredit', empfiehlt Dr. Ralph Müller, Leiter Baufinanzierung bei der Deutschen Bank. Investoren profitieren doppelt: Erstens muss der staatliche Zuschuss nicht zurückgezahlt werden und zweitens mindert er den notwendigen Kreditbedarf. Als Kreditgeber empfehlen sich Geschäftsbanken, die eine breite Produktpalette haben und spezielle Modernisierungsdarlehen offerieren. Die Konditionen solcher Darlehen lassen sich gezielt auf die jeweilige Umbaumaßnahme abstimmen und passen sich so optimal in das Finanzierungspaket ein.
Quelle: www.db-baufinanzierung.de


