Sonnenenergie ins Depot
Solarworld hat vorläufige Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal 2006 veröffentlicht. Demnach hat das Unternehmen in diesem Zeitraum die Umsatzerlöse um 28,8% auf 101,3 Millionen Euro steigern können. Beim EBITDA ist ein Zuwachs um 21,3 Millionen Euro auf 43,9 Millionen Euro verzeichnet worden. Das EBIT hat sich gleichzeitig um 111% auf 38 Millionen Euro verbessert. Die EBIT-Marge ist damit von 22,9% auf 37,5% gestiegen. Der Konzerngewinn nach Steuern hat sich sogar um 113% auf 23,6 Millionen Euro verbessert. Die vorgelegten Zahlen lagen leicht über den Erwartungen. Dabei hat das Unternehmen vor allem von einer starken Entwicklung im Ausland profitiert. So hat sich die Exportquote im Vorjahresvergleich um 11 Prozentpunkte auf 38,7% erhöht. In Deutschland ist ein Wachstum von lediglich 14,6% verzeichnet worden.
Für das Gesamtjahr 2006 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz- und Gewinnwachstum von 40%. Zuvor ging das Unternehmen nur von einem Gewinnwachstum von 20% aus.
Nach Bekanntgabe der Gewinnprognose stieg die Aktie um fast 10% auf 46,70 Euro nach oben. Sie ist aber von ihrem Allzeithoch bei 70 Euro im Mai dieses Jahres noch meilenweit entfernt.
Beim derzeitigen Aktienkurs ist das Unternehmen mit einem KGV von 30 auf Basis der erwarteten Zahlen für das laufende Geschäftsjahr nicht gerade günstig. Analysten gehen aber davon aus, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren aufgrund der international guten Marktposition stärker wachsen kann als der Gesamtmarkt.
Turbos mit hoher Hebelwirkung
Spekulative Anleger, die der Solarenergie noch einiges zutrauen, können einen kleinen Teil ihres Depots durchaus in Knock-out Produkte mit höherer Hebelwirkung als die Aktie investieren.
Turbos auf Solarworld gibt es viele. Einer, der in Frage kommt, ist der Turbo Stop Loss von Goldman Sachs mit ISIN DE000GS1MU60. Der Schein hat eine Basis von 30,31 Euro und eine Stop Loss Marke von 34,90 Euro. Da der Schein ein Open End Turbo ist, also eine unbegrenzte Laufzeit besitzt, zahlt man für jeden Tag Haltedauer über Nacht Zinsen. Dies geschieht dadurch, dass der Basispreis über Nacht marginal erhöht wird. Auch die Stop Loss Marke wird regelmäßig einmal im Monat erhöht.
Berührt die Aktie die Stop Loss Marke, wird der Turbo sofort ausgestoppt und der Anleger erhält einen Restwert ungefähr in Höhe der Differenz aus Stop Loss und Basispreis (unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses). Insofern kommt es nicht zu einem völligen Totalverlust. Dennoch können die Kursverluste sehr schmerzhaft sein, wenn die Aktie fällt.
Angenommen, Solarworld fällt in den nächsten 90 Tagen um 25% auf 35,00 Euro, dann würde der Schein von aktuell 6,60 Euro auf etwa 1,88 Euro fallen. Dies wäre ein Kursverlust von 70%.
Andererseits geht es auch schnell nach oben. Steigt Solarworld im selben Zeitraum um 25%, würde der Schein 70% zulegen. Dies zeigt die hohe Hebelwirkung, die mit Turbos möglich sind.
Ist man für Solarworld also weiterhin bullish, können Turbos mitunter sinnvoller sein. Allerdings erfordert der Einsatz eine permanente Marktbeobachtung sowie ein konsequentes Arbeiten mit Stop Loss Limits (auch wenn dieser bei den Open End Turbos schon eingebaut ist). Die Stop Loss Marke sollte wenigstens 50% unter dem Kaufkurs liegen. Bei einem Kursanstieg sollte man diese jedoch nachziehen, um einmal erzielte Kursgewinne zu sichern.
01.08.2006


