Anz.

DDV-Statistik Juli


Die Börsenumsätze bleiben im Bereich der Derivate trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten auf einem konstant hohen Niveau. Im Juli verzeichneten die deutschen Börsenplätze im Handel mit Anlage-Zertifikaten und Hebelprodukten einen Umsatz von 6,2 Mrd. Euro. Nach den steuerbedingten Käufen der Anleger im Juni bedeutet dies einen Rückgang von lediglich 4,6 Prozent. Aufgrund der hohen Volatilitäten an den Finanzmärkten war das Interesse der Investoren ebenso an Produkten mit Teilschutzfunktionen als auch an Hebelpapieren groß, weil damit auch auf fallende Kurse gesetzt werden kann.

Der Börsenumsatz von 6,2 Mrd. Euro verteilte sich auf 636.143 Kundenorders, was ine Steigerung von 7,5 Prozent gegenüber dem Monat Juni bedeutet. Die Ordergröße betrug im Juli durchschnittlich 9.772 Euro und lag damit mit 11,2 Prozent unter dem Juni-Wert.

Die Anleger setzten in der volatilen Marktphase vermehrt auf Hebelprodukte. Im Juni erreichten die Optionsscheine und Knockouts nach einem Umsatzzuwachs von 25 Prozent ein Volumen von 2,7 Mrd. Euro. Der Marktanteil betrug damit 44 Prozent. In Anlage-Zertifikaten wurde ein Umsatz von knapp 3,5 Mrd. Euro registriert, was ein Marktanteil von 55,9 Prozent bedeutet. Die Ordergrößen lagen hier bei 20.628 Euro, bei den Hebelprodukten nur bei 5.861 Euro.

Die EUWAX in Stuttgart erreichte im Juli durch einen Umsatz von 4,1 Mrd. Euro einen Marktanteil von 66,1 Prozent. Scoach verzeichnete ein Handelsvolumen von 2,2 Mrd. Euro (Marktanteil von 33,9 Prozent).

Die Produktion der emittierenden Banken lief im Juli auf Hochtouren. Mit insgesamt 59.686 Papieren wurden mehr Zertifikate und Hebelpapiere in einem Monat auf den Markt gebracht als jemals zuvor. Per saldo war an den deutschen Börsen im Juli die Rekordzahl von 352.687 strukturierten Produkten notiert.

Die Anleger änderten im Juli ihre Strategie. Lagen im Juni die Discount-Zertifikate in der Anlegergunst weit vorne, führten im Juli die Bonus-Zertifikate mit einem Umsatz von 1,3 Mrd. Euro und einem Marktanteil von 38,4 Prozent die Rangliste an. Das entspricht einem Umsatzrückgang von 21 Prozent gegenüber dem Vormonat (1,67 Mrd. Euro). Die Ordergröße lag bei 8.527 Euro. Bei den Discount-Zertifikaten halbierte sich das Umsatzvolumen auf 778 Mio. Euro. Nach einem Verlust von 15 Prozentpunkten kamen die Discount-Zertifikate noch auf einen Marktanteil von 22,6 Prozent. Die Ordergröße betrug durchschnittlich 37.864 Euro. Noch im Juni waren Deep-Discountpapiere die beliebtesten Produkte bei den Anlegern.

Das Handelsvolumen bei den Index- und Partizipationspapiere konnte sich gegenüber dem Monat Juni um rund 50 Prozent auf 520 Mio. Euro erholen. Die Express-Zertifikate kamen auf einen Umsatz von rund 231 Mio. Euro. Das bedeutete ein Zugewinn von rund 10 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Schwerpunkt bei den Anlage-Zertifikaten waren die Indexprodukte. Es wurde ein Volumen von 1,97 Mrd. Euro mit Produkten erzielt, die Indizes als Underlying hatten. Der Marktanteil lag damit bei 57 Prozent. Zertifikate auf Aktien kamen auf einen Marktanteil von 32,2 Prozent bzw. 1,1 Mrd. Euro des Ordervolumens.

Das Handelsvolumen bei den Rohstoffen stieg im Vergleich zum Juni um 12 Prozent auf 198 Mio. Euro (Marktanteil 5,8 Prozent). Mit einem Handelsvolumen von 1,07 Mrd. Euro bei Optionsscheinen gingen 483 Mio. Euro auf das Konto von Index-Produkten. Das entsprach einem Marktanteil von 45,2 Prozent und einem Anteilsrückgang von sechs Prozentpunkten.

Mit abnehmender Schwankungsintensität bei den Einzeltiteln stieg auch der Umsatz bei den Aktienprodukten um 46 Prozent auf 480 Mio. Euro (Marktanteil 44,9 Prozent). Auch die Knockout-Produkte profitierten von der Marktlage im Juli. Dank reger Handelstätigkeit der Anleger stieg der Umsatz um 31 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Indexpapiere verbuchten ein kräftiges Plus von 36 Prozent auf 1,12 Mrd. Euro. Damit stieg der Marktanteil um 2 Prozentpunkte auf rund 68 Prozent an.

Der Umsatz bei den Aktienprodukten lag bei 263 Mio. Euro (Marktanteil 16 Prozent). Die Anleger setzten auch vermehrt auf Rohstoff-Papiere. Daher verzeichneten sie ein Umsatzplus von 19 Prozent auf 205 Mio. Euro (Marktanteil von 12,5 Prozent).

Die Rangliste der Emittenten wurde im Juni wie in den Monaten zuvor von den drei Häusern Deutsche Bank, Commerzbank und ABN Amro angeführt. Sie vereinen mit einem Umsatz von rund 3,3 Mrd. Euro mehr als die Hälfte des börslichen Handels bei den Zertifikaten und Hebelprodukten auf sich (Marktanteil 53 Prozent). Die Deutsche Bank rangierte mit einer Umsatzsteigerung von 9 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro an der Spitze. Sie konnte den Marktanteil um 3 Prozentpunkte auf 26,6 Prozent ausbauen. Die Commerzbank folgt auf dem zweiten Rang. Das Handelsvolumen bei ihren Produkten schrumpfte im Juli allerdings um 9 Prozent auf 972 Mio. Euro, was ein Anteil 15,6 Prozent bedeutet. Die ABN Amro konnte ihren Rückgang vom Juni dank des Umsatzanstiegs bei den Hebelprodukten wieder mehr als ausgleichen. Die Tochter der Royal Bank of Scottland verbuchte einen Umsatzanstieg von 26 Prozent auf 675 Mio. Euro und konnte damit den Marktanteil um 2,6 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent ausbauen. Die Dresdner Bank erreichte mit einem Umsatz von 376 Mio.Euro und einem Marktanteil von 6 Prozent den vierten Platz. Der Allianztochter folgt die BNP Paribas mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent und einem Handelsvolumen von 346 Mio. Euro. Die Kategorie Zertifikate führte im Juli die Deutsche Bank mit einem Umsatz von 879 Mio. Euro. Damit konnte die Investmentbank ihren Marktanteil um 5 Prozentpunkte auf 25,5 Prozent ausbauen. Dahinter folgte die Commerzbank, die einen börslichen Umsatz von 405 Mio. Euro (11,8 Prozent) verzeichnete. ABN Amro kam mit einem Handelsvolumen von 266 Mio. Euro auf den dritten Platz (7,7 Prozent). Der Emittent verwies die BNP Paribas (220 Mio. Euro) und die Société Générale (218 Mio. Euro) auf die nachfolgenden Plätze.

Die Deutsche Bank erreichte mit ihrem Umsatzanstieg von 32 Prozent auf 761 Mio. Euro wieder den Spitzenplatz der Rangliste bei den Hebelprodukten (Marktanteil 27.8 Prozent). Die Commerzbank rangierte dahinter mit 561 Mio. Euro (Marktanteil 20,5 Prozent). Die ABN Amro kommt mit einem Umsatz von 409 Mio. Euro und einem Marktanteil von 14,9 Prozent auf Rang drei.



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