Anz.

Optionsscheine - Basics : Wer gewinnt - wer verliert?


Oftmals wird von den Anlegern die Meinung vertreten, dass sich der Emittent im Falle einer wertlosen Ausbuchung eines Optionsscheines vor Freude die Hände reibt, da der Totalverlust des Anlegers ja automatisch dem Emittenten zugute kommen muss.

Glücklicherweise gibt es aber auch sehr viele Investoren, die große Gewinne verbuchen können, die folgerichtig zu Verlusten für den Emittenten führen müssten.

Würde das Optionsscheingeschäft wirklich so funktionieren, wäre es die vordringlichste Aufgabe jedes Bank internen Risikomanagements, das Optionsscheingeschäft so schnell wie möglich zu liquidieren. Da der Käufer bei begrenztem Risiko und unbegrenztem Gewinnpotential auch das Recht zur Ausübung innehat, muss auf der anderen Seite der Stillhalter, also der Emittent, die Verpflichtung bei einem begrenzten Ertrag, aber unbegrenztem Verlustrisiko übernehmen.

Um dieses Verlustrisiko zu reduzieren, wird von Seite der Emittenten für die gehandelten Optionsscheine eine entsprechende Gegenposition - entweder im Basiswert selbst oder in Optionen auf den Basiswert- eingegangen, die das Risiko aus dieser offenen Optionsscheinposition neutralisieren soll. Diese Art der Risikominimierung nennt man Hedging.

Vereinfacht gesagt: Verkauft der Emittent nun einen Call Optionsschein, kauft er als Hedge unter Berücksichtigung des Delta üblicherweise den Basiswert. Sinkt der Kurs des Basiswertes bis zum Ende der Laufzeit so weit, dass der Call Optionsschein wertlos verfällt, hat der Emittent einen Verlust aus der Aktienposition, der den vermeintlichen Gewinn aus der wertlosen Ausbuchung der Optionsscheine aufhebt. Wegen dieser Auslagerung des Risikos bedeuten also die Gewinne oder Verluste des Anlegers nicht automatisch spiegelverkehrt Verluste oder Gewinne für den Emittenten.

Die Emittenten lukrieren ihre Gewinne hauptsächlich aus dem Spread (Spanne zwischen An- und Verkauf) und dem Zeitwertverfall der Optionsscheine.

Quelle: www.hebelprodukte.de



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