Anz.

DDI-Statistik: Derivate-Markt trotzt US-Subprimekrise


Die volatile Entwicklung an den internationalen Aktienmärkten hat zu einer deutlichen Steigerung der Umsätze am Markt für strukturierte Produkte geführt. Gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres stieg das Umsatzvolumen an den deutschen Börsen im Oktober im Vergleich um 51 Prozent auf 16,52 Mrd. Euro. Auch im direkten Vergleich mit dem Vormonat September wuchs der Umsatz um 24,5 Prozent.

Damit konnte ein Teil des deutlichen Umsatzeinbruchs vom September dieses Jahres (minus 27 Prozent gegenüber August 2007) wieder ausgeglichen werden. Die Ängste gegenüber den
Auswirkungen der US-Subprimekrise und den damit verbundenen Bonitätsängsten haben sich offenbar gelegt.

Die Anleger setzten im Jahresvergleich vor allem auf die Hebelprodukte. So verbuchte der Handel von Optionsscheinen und Knockout-Produkten ein Plus von rund 85 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Umsatz der Anlage-Produkte stieg um lediglich 28 Prozent.

Ein Blick auf die Statistik der Parkettbörsen verrät, dass die Börse Stuttgart dank der Hebelprodukte (+ 79 Prozent) ihren Handel gegenüber 2006 um 59 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro steigern konnte. Der Handelsplatz in Frankfurt bleibt trotz erheblicher Anstrengungen immer noch weit hinter den Stuttgartern zurück. Das Umsatzvolumen liegt bei etwas mehr 8 als 4,1 Mrd. Euro. Im Zwölfmonatszeitraum entspricht das einem Wachstum von rund 31 Prozent. Der Handel bei den Hebelprodukten konnte sich auf vergleichsweise niedrigem
Niveau auf 1,1 Mrd. Euro gar verdoppeln.

Die Gestaltung der ab 2009 geltenden Abgeltungssteuer mit dem Wegfall der Spekulationsfrist von zwölf Monaten hat zu einer Beschleunigung der Emissionstätigkeit geführt. Die Zahl der angebotenen Produkte stieg im Oktober auf 260.711 Papiere und damit auf das höchste jemals verzeichnete Niveau. Das entspricht einem Wachstum von 111 Prozent im Jahresvergleich.

Im Oktober emittierten die Banken 33.967 strukturierte Wertpapiere, das entspricht einer sehr hohen Rate von 1.476 Euro pro Handelstag. An keinem anderen Handelsplatz wird eine derart große Zahl von Produkten angeboten. Im Nachbarland Schweiz sind börslich gerade einmal 18.000 Zertifikate und Hebelprodukte notiert. Der OTC-Markt ist allerdings fünf bis sechs Mal größer.

Auf den Kauflisten der Anleger standen im Oktober wegen der Berg- und Talfahrt an den internationalen Aktienmärkten insbesondere die Teilschutz-Zertifikate wie Bonus-Papiere. Deren Handelsvolumen schwoll um 29,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr an und kam auf 34,6 Prozent Marktanteil. Gegenüber dem Vormonat September kommen die Bonus-Zertifikate auf einen Umsatzzuwachs von 32 Prozent. Wesentlich deutlicher ist das Umsatzwachstum der Discount-Zertifikate gegenüber dem Vorjahr. So sprang das Handelsvolumen um mehr als 40 Prozent auf rund 2,1 Mrd. Euro und sicherte den Rabatt-Papieren einen Marktanteil von 26,2 Prozent. Gegenüber dem September 2007 nahm der Umsatz um 19,4 Prozent zu.

Der Handel bei den Index- und Partizipationszertifikaten stieg gegenüber dem Oktober 2006 um rund 20 Prozent auf 1,76 Mrd. Euro an. Der Septemberwert 2007 verbesserte sich um knapp 12 Prozent. Bei den Anlage-Zertifikaten fokussierten sich die Anleger im Oktober 2007 wieder vermehrt auf die Einzelgeschichten und setzten auf Aktien-Zertifikate. Der arktanteil
stieg gegenüber dem Vormonat um 3,5 Prozentpunkte auf 44,4 Prozent und 3,5 Mrd. Euro. Index-Produkte sind aber mit einer Quote von 49,1 Prozent und einem Volumen von 3,9 Mrd. Euro dominierend.

Ein ähnliches Bild ist auch bei den Optionsscheinen zu beobachten. Hier ist der Marktanteil der Aktienprodukte um 7,5 Prozentpunkte auf 54,20 Prozent und 1,68 Mrd. Euro gewachsen. Bei den Knockout-Produkten verschoben sich die Marktanteile um 3,3 Prozentpunkte geringfügig zu Gunsten der Aktien. Allerdings bleiben die Index-Knockout-Papiere mit einem Marktanteil von 74 Prozent gegenüber den Aktien-Papieren (17 Prozent) dominierend.

In der Rangliste der Emittenten gab es keine nennenswerte Verschiebung. Es führen mit der Commerzbank (29,3 Prozent) vor der Deutschen Bank (18,40 Prozent) zwei Filialbanken.
Mit einem Volumen von 1,5 Mrd. Euro und einem Marktanteil von 9,4 Prozent rangiert mit der ABN Amro eine Nicht-Filial-Bank an dritter Stelle. Der Umsatz der Commerzbank stieg gegenüber dem September um 35 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro, der der Deutschen Bank um nur 12 Prozent auf 3,04 Mrd. Euro an. Der Handelsumsatz der künftig zur Royal Bank of Scotland gehörenden ABN Amro wuchs um 28 Prozent auf 1,55 Mrd. Euro.

Quelle: DDI



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