Anz.

Was sind Hebelprodukte?..


..Optionsscheine und Turbos, die auch oftmals als Long- oder Shortzertifikate bezeichnet werden, sind eng verwandt. Optionsscheine beziehen sich, wie die Turbos auf einen Basiswert, der entweder eine Aktie, ein Index, eine Währung u.v.m. sein kann.

Was sind Optionsscheine?


Bei Optionsscheinen sind die Laufzeit, der Bezugspreis, sowie das Bezugsverhältnis vorgegeben. Der Bezugspreis ist jener Kurs, zu dem der Basiswert (bei Calls) gekauft oder (bei Puts) verkauft werden kann. Bei den meisten am Markt befindlichen Optionsscheinen kann während der gesamten Laufzeit der Optionsscheine das Recht, den Basiswert zu beziehen, ausgeübt werden. Diese Art der Ausübung wird als amerikanisch bezeichnet. Europäische Optionsscheine können nur am Ende der Laufzeit ausgeübt werden. Allerdings wird sich das recht der vorzeitigen Ausübung nur in den seltensten Fällen bezahlt machen. Üblicherweise ist es lukrativer, den Optionsschein während seiner Laufzeit eher zu verkaufen, als auszuüben.

Was sind Turbos?


Auch Turbos verfügen über einen Bezugspreis. Im Unterschied zu den Optionsscheinen ist bei den Turbos auch noch eine KO-Marke eingebaut, die entweder mit dem Bezugspreis identisch ist, oder dem Bezugspreis vorgelagert ist. Bei Turbo-Calls befindet sich die KO-Marke immer oberhalb des Bezugspreises, bei Turbo Puts, immer unterhalb des Strikes. Wird die vordefinierte KO-Marke irgendwann während der Laufzeit des Turbos berührt oder überschritten, so führt dies zum sofortigen Verfall des Turbos. Je nach Ausstattung und Emittent wird ein Restwert ausbezahlt. Turbos können mit und ohne Laufzeitbegrenzung angeboten werden.

Optionsscheine versus Turbos


Die Preisgestaltung von Optionsscheinen hängt nicht nur vom Kurs des Basiswertes, der Laufzeit des Optionsscheines und den Zinsen ab. Einer der für einen Privatanleger am schwierigsten nachvollziehbaren Parameter bei der Optionsscheinpreisbildung ist die implizite Volatilität. Die implizite Volatilität drückt die Markterwartung der Marktteilnehmer in Bezug auf die Stärke der zukünftigen Preisschwankungen des Basiswertes aus, ohne jedoch auf deren Richtung einzugehen. Je höher die Volatilität, desto mehr sind sowohl Puts als auch Calls wert, ist die Vola gering, weisen auch alle Optionsscheine einen geringeren Zeitwert auf.
Der aktuelle Wert eines Turbos hingegen lässt sich zumeist ganz einfach im Kopf ausrechnen. Bei Turbo Calls subtrahiert man den Basispreis vom aktuellen Kurs des Basiswertes, um den inneren Wert des Turbo-Calls herauszubekommen. Bei Turbo Puts hingegen zieht man den aktuellen Kurs des Basiswertes vom Strikepreis ab. Ändert der Basiswert seinen Preis um eine Einheit, so ändert sich auch der Wert des Turbos um eine Einheit. Da der Turbo jedoch einen wesentlich geringeren Wert als der Basiswert hat, ist die prozentuelle Veränderung des Turbos wesentlich grösser als jene des Basiswertes.

Fazit: Turbos können im Gegensatz zu Optionsscheinen ausgestoppt werden. Daher ist bei Turbos das Setzen von engen Stopp-Marken empfehlenswert. Mit Optionsscheinen können auch kurze Phasen, die für den Anleger ungünstig sind, ausgesessen werden. Andererseits ist die Preisbildung bei Turbos für einen normalen Privatanleger leichter nachvollziehbar, als jene von Optionsscheinen. Diese einfache Nachvollziehbarkeit ist eine der Ursachen, warum Turbos in den vergangenen Jahren die normalen Optionsscheine immer weiter zurückdrängten. Für Anleger, die sich mit Optionsscheinpreisgestalung etwas genauer auseinander setzen wollen, haben Optionsscheine jedoch nach wie vor ihre Berechtigung.

Wenn ein Anleger beispielsweise die Meinung vertritt, dass das Management der von ihm für eine Veranlagung ins Auge gefassten Aktie sehr gut arbeiten wird und das Unternehmen noch profitabler als in der Vergangenheit führen wird, ist dies ein Argument, warum Aktien gekauft werden. Behält man mit seiner Markteinschätzung recht, kann man mit Aktien, wie auch der historische Rückblick bestätigt, auf lange Sicht wesentlich höhere Erträge erzielen als mit Anleihen oder ähnlichen Finanzinstrumenten.

Wie Optionsscheine und Turbos gekauft und verkauft werden?


Wie bei Aktien und Anleihen benötigt man auch für den Handel von Hebelprodukten ein Wertpapierdepot. Dieses Wertpapierdepot kann nur von einer Bank (Filialbank, Direktbank, Onlinebroker) geführt werden. Ein Wertpapierdepot ist ein Konto, über welches Bargeldtransaktionen abgewickelt und auf dem Wertpapiere deponiert werden können. Nachdem der Anleger sein Kapital, das er zum Ankauf der Hebelprodukte aufwenden möchte, auf das Wertpapierdepot einbezahlt hat, kann er der Bank den Auftrag erteilen, eine bestimmte Anzahl von Hebelprodukten zu Lasten des einbezahlten Kapitals zu kaufen und die Hebelprodukte auf dem Wertpapierdepot zu deponieren. Will der Anleger seine Turbos oder Optionsscheine wieder verkaufen, so erteilt er der Bank den Verkaufsauftrag. Nachdem dieser durchgeführt wurde, wird der Verkaufserlös dem Wertpapierdepot gutgeschrieben. Je nachdem, bei welcher Art von Bank man sein Depot unterhält, können die Aufträge zum Hebelproduktekauf/-verkauf entweder persönlich, telefonisch oder via Internet erteilt werden. Dem Trend der Zeit entsprechend setzt sich der Wertpapierhandel via Internet, der vorzugsweise von Onlinebrokern angeboten wird vermehrt durch. Anleger, die nahezu auf jede Beratung verzichten wollen, können somit bequem von jedem Ort, an dem ein Computer steht, jederzeit ihre Wertpapiere handeln. Vor allem Hebelprodukte-Anleger machen intensiv Gebrauch vom Angebot der Online-Broker, da sie auf diesem Weg am schnellsten auf rasche Marktbewegungen reagieren können.

Warum kauft man Optionsschein oder Turbos?


Da der Wert eines Optionsscheines oder Turbos nur einen Bruchteil des Wertes des zu Grunde liegenden Basiswertes ausmacht, dessen Kursbewegungen jedoch teilweise sogar im Verhältnis 1:1 mitgemacht werden, kann mit den Hebelprodukten bei geringem Kapitaleinsatz genau so viel gewonnen oder verloren werden wie bei einem direkten Kauf des Basiswertes. Der Käufer solch eines Hebelproduktes kann daher einen großen Teil des Kapitals, den er für den Kauf einer Aktie aufwenden würde, in anderen Veranlagungsformen wie beispielweise Anleihen investieren, ohne seine Gewinnaussichten in der Aktie zu beeinträchtigen. Im Gegensatz zum Aktienkauf, der natürlich in Erwartung steigender Kurse erfolgt, kann mit Hebelprodukten sowohl in steigenden Märkten mit Calls, als auch in fallenden Märkten mit Puts Geld verdient werden. Put-Hebelprodukte und Optionsscheine eigenen sich auch zur Absicherung bereits bestehender Aktienbestände. Als Basiswerte von Hebelprodukten werden Aktien, Indizes, Währungen, Futures und Rohstoffe angeboten. Eigentlich kann beinahe auf alle zukünftigen Wertentwicklungen von Vermögensgegenständen mit Hebelprodukten spekuliert werden.

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