Anz.

Handelskosten von Fonds auf dem Prüfstand


Transparenz für den Anleger, dafür sorgen die Transaktionskostenanalysen der xtp GmbH. Dabei wird ermittelt, welche Handelskosten bei Fonds durch die Umsetzung von Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen anfallen. 'Transaktionskosten schmälern die Rendite der Anleger. Ein effizientes Transaktionskostenmanagement ist daher für die Fondsgesellschaften ein essentieller Bestandteil zur Performancesteigerung', sagt Christian Heberle, Partner bei xtp.

Die durchschnittlichen Handelskosten pro Transaktion betragen 44 Basispunkte (0,44 Prozent). Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der turbulenten Marktphase ein gutes Ergebnis. Eine Erklärung hierfür ist die Umsetzung der MiFID-Anforderungen, wenngleich diese für Kapitalanlagegesellschaften nur indirekt gelten; so sind insbesondere die ausführenden Broker hinsichtlich Best Execution zu überwachen. Die Industrie ist sich der Performancerelevanz von 'Best Execution' bewusst und ist in der Ausführungsqualität enger zusammengerückt. Im Vergleich zur letzten Auswertung im Jahre 2005 ist eine geringere Kostenstreuung zwischen den analysierten Häusern zu beobachten. Dennoch gibt es Spielräume für Verbesserungen.

In ihrer vierten Peergroup-Studie im Aktienbereich untersucht die xtp GmbH für den Zeitraum Dezember 2007 bis Februar 2008 insgesamt 74.000 Transaktionen in europäischen, amerikanischen und japanischen Aktien mit einem Gegenwert von über 40 Mrd. €. Die Teilnehmer der diesjährigen Studie (Deka Investmentfonds, Deutsche Asset Management, DWS Investments, MEAG, Oppenheim Kapitalanlagegesellschaft, Union Investment, Union PanAgora und Universal Investment) repräsentieren etwa 40 Prozent des in Deutschland von Fonds verwalteten Aktienvermögens. Erstmals entsprechen die Handelsprozesse aller Teilnehmer der Peergroup-Studie den Anforderungen einer Best Execution. Die xtp GmbH stellt hierfür ein entsprechendes Zeugnis aus.

Die im Vorfeld einer Transaktion bekannten expliziten Kosten - Umsatzprovisionen der Depotbank, Brokergebühren und je nach Markt Stempelsteuern - betragen 20,87 Basispunkte. Mindestens ebenso wichtig sind die impliziten Kosten, insbesondere der ‚Market Impact', also die Kursbewegung zwischen Ordererteilung und durchschnittlichem Ausführungskurs. Er macht mit 22,07 Basispunkten die Hälfte der gesamten Handelskosten aus.

Die Analysen zeigen weiteres Optimierungspotential. So werden die Brokergebühren zumeist unabhängig von der Ausführungsqualität berechnet. 'Durch die Verwendung statistischer Verfahren ist es möglich, die Brokerleistungen um externe Faktoren zu bereinigen und eine leistungsbezogene Brokervergütung vorzunehmen. Bei sehr guter Ausführungsqualität kann dabei auch eine vergleichs­weise hohe Brokergebühr angemessen sein', erläutert Heberle. Auch eine Reduzierung des Market Impacts bedarf einer systematischen Berücksichtigung aller vor Auftragserteilung verfügbaren Liquiditätsindikatoren. Die Studie zeigt, dass der Market Impact beispielsweise mit zunehmender Ordergröße oder Volatilität steigt. Optimierungspotenzial kann ein Vergleich der individuellen Ergebnisse mit denen der Peergroup aufzeigen.

Nicht nur die Regulierung im Zuge der MiFID, sondern auch Industrie und Investoren zeigen deutlich gestiegenes Interesse an Kostentransparenz. 'Asset Consultants analysieren sehr genau die Best Execution, wenn sie für institutionelle Anleger die Asset Manager auswählen,' sagt Heberle.

Quelle: xtp GmbH



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