Anz.

Welche Fonds den Index schlagen


Nur knapp 25% der in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugelassenen Fonds haben in den letzten 5 bzw. 10 Jahren den Vergleichsindex geschlagen. Zu diesem Ergebnis kommt der Wiener Informationsanbieter e-fundresearch.com.

Auf Sicht der letzten 10 Jahre schlugen nur 15% aller US-Aktienfonds den S&P 500. Europa-Aktienfonds schnitten noch schlechter ab: Nur 10% von insgesamt 105 Fonds schafften eine bessere Performance als der MSCI Europe Index.

Erfolgreicher schnitten hingegen Japan-Fonds ab: 48% übertrafen den TOPIX Index. Dahinter folgen globale Schwellenländer-Fonds, wo 46% auf 10-Jahres-Sicht den MSCI Emerging Markets Index schlagen konnten.
Freundlicher als bei den Aktienfonds ist das Bild bei Rentenfonds. Hier schneiden die meisten aktiv verwalteten Fonds besser ab als der Index oder ETFs.

Die Gründe für das schlechte Abschneiden


Ein genauerer Blick auf die untersuchten Fonds zeigt eines ganz klar: Aktives Fondsmanagement zahlt sich nur dann aus, wenn es auch wirklich aktiv ist. Es ist aber leider Tatsache, dass nicht nur passive sondern auch sehr viele aktive Fonds ihren Benchmarks so nah folgen, dass sie den Namen eigentlich nicht verdienen. Der durchschnittliche Tracking Error (also die Abweichung von der Benchmark, hier am Beispiel des MSCI Europe über zwei Jahre p.a.) liegt etwa bei Europa-Aktienfonds per 30.6.2006 bei 3,8%.

Mit anderen Worten: Die jährliche Differenz zwischen der Fondsrendite und der Rendite des Index liegt zwischen minus und plus 3%. Noch vor zwei Jahren lag dieser Wert bei 6,7 und vor 5 Jahren bei 8,3%.Im Schnitt werden Europa-Aktienfondsmanager also immer vorsichtiger und entfernen sich immer weniger vom Vergleichsindex.

Ein möglicher Grund für dieses Verhalten kann Schadensbegrenzung seitens des Fondsmanagements sein. Denn wer sich zu weit vom Index entfernt und scheitert, verliert schnell seinen Job. Wer sich aber in der Nähe des Vergleichsindex bewegt, glänzt nicht, fällt aber auch nicht negativ auf.

Auch die Indexfonds enthaltenen Kosten machen es für Fondsmanager schwerer, den Index zu schlagen. So kommt ein passiver gehandelter Indexfonds (ETF) auf große Aktienindizes auf eine Gesamtkosten-belastung von gerade einmal 0,3 bis 0,4% Prozent. Aktiv geführte Aktienfonds hingegen kosten rund 1,6%. Und diese müssen erst einmal verdient werden.

Zudem schichten Fondsmanager viel häufiger ihre Portfolios um. Hielten sie einen Titel damals noch im Schnitt fünf Jahre lang, so ist es heute nur noch im Schnitt ein Jahr. Und die damit steigenden Transaktionskosten erschweren es den Fondsmanagern, den Referenzindex zu schlagen.

Auch die zum Teil hohe Indexgewichtung einzelner Aktien macht es den Fondsmanagern nicht gerade leicht: Zieht eine einzelne, stark gewichtete Aktie den Index nach oben, so hinken diese Fonds dann zwangsläufig dem Index hinterher.

Nischenfonds haben bessere Chancen, den Index zu schlagen


Allerdings muss man auch bedenken, dass sich die meisten Aktien in den vergangenen Jahren im Gleichklang entwickelt haben. Das macht es für Fondsmanager natürlich schwerer, den Index zu schlagen. Hinzu kommt, dass der Informationsvorsprung in Europa und den USA immer kleiner wird. Mittlerweile sind selbst Privatleute fast so gut informiert wie die Profis. Informationsvorsprünge haben die Fondsmanager daher eher in exotischeren Ländern. Generell gilt: Je intransparenter und ineffizienter der Markt, desto größer ist die Chance auf eine Outperformance.
Besserung in Sicht

Auf Sicht der letzten 12 Monate ergaben sich aber auch signifikante Verbesserungen: Während Ende Juni 2005 durchschnittlich 26,9% aller Aktienfonds ihren Referenzindex über einen Zeitraum von 10 Jahren schlugen, sind es aktuell bereits 30,5%.

Die größten Verbesserungen gab es bei globalen Aktienfonds: Auf Sicht der letzten 5 Jahre schlagen bereits 45% aller 510 Fonds den MSCI World Index. Per Jahresende lag dieser Wert noch bei 27%, Ende 2004 bei 28%.

Verbessern konnten sich auch Japan-Aktienfonds: Immerhin 26% der 125 Fonds liegen seit 2001 vor dem TOPIX Index. Auf 10-Jahres-Sicht sind es sogar bereits 48%. Vor einem Jahr lag dieser Wert mit 42% deutlich darunter.

Fazit


Für Anleger bedeutet dies, dass sie auf Fonds setzen sollten, die den Referenzindex schlagen. Denn nur dann sind die höheren Managementgebühren gerechtfertigt. Andernfalls sind ETFs oder gar Indexzertifikate einfach besser.

Quelle: e-fundresearch.com

21.07.2006




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