Studie zum Anlegerverhalten im dritten Quartal
Trotz des leicht gesunkenen Vertrauens in die europäische Gemeinschaftswährungerwartet die Mehrheit noch immer eine konstante oder leicht ansteigende Entwicklung des Euro, aber auch der Zinsen. Bei der Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist die größte Dynamik zu erkennen: Nur noch 35 Prozent der Bundesbürger erwarten eine Verbesserung, im Vergleich zum zweiten Quartal eine Abnahme von 24 Prozentpunkten.
Die Beurteilung der eigenen finanziellen Situation auf Sicht von sechs Monaten hat sich kaum verändert: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) gehen weder von einer Verbesserung noch von einer Verschlechterung aus. Insgesamt sind die Einschätzungen der Bevölkerung mit der Marktentwicklung im Einklang. Auch wenn sich die Stimmung etwas eingetrübt hat, zeigt die Mehrheit weiterhin kaum Handlungsabsichten. Es zeigt sich aber, dass ein größerer Teil der Befragten noch sehr unentschlossen darüber ist, welche Konsequenzen aus den eigenen Einschätzungen gezogen werden sollen.
Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens
eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das dritte Quartal 2007 fand in der Zeit vom 1. bis 8. August statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.)
Aktienmärkte: Positive Stimmung flaut etwas ab
Das Vertrauen in die Aktienmärkte hat bei der Gesamtbevölkerung abgenommen: Erwartungsvoll blicken nur noch 38 Prozent in die Zukunft, während 19 Prozent pessimistisch (leicht oder stark fallende Aktienmärkte) eingestellt sind. Auffällig ist die gestiegene Anzahl der Befragten, die unentschlossen über die künftige Aktienmarktentwicklung sind: Sie erreicht mit 17 Prozent den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung. Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass die deutschen Fonds- und Aktienanleger (44 / 41 Prozent) aber etwas optimistischer sind als die Gesamtheit der Befragten, was die Entwicklung der Aktienmärkte betrifft, und dass Frauen (32 Prozent) nicht ganz so positiv eingestellt sind wie Männer (42 Prozent).
Leichte Verunsicherung bei Geldanlage in Aktien- und Aktienfonds
Auffallend ist, dass die pessimistischeren Erwartungen an die Aktienmärkte nicht in Taten umgesetzt werden: Der Anteil der Befragten, die keine Konsequenzen ziehen (71 Prozent), hat sich im Vergleich zum Vorquartal nur minimal verändert. Zu erkennen ist allerdings, dass die Anzahl derjenigen, die nicht wissen, welche Anlageentscheidungen sie aufgrund ihrer Aktienmarkteinschätzung treffen sollen, gestiegen ist. Bei den Nicht-Besitzern von Aktien oder Aktienfonds hat sich der Anteil mit 19 Prozent mehr als verdoppelt.
Euro: Sinkendes Vertrauen in europäische Gemeinschaftswährung
Im dritten Quartal 2007 setzen etwas weniger Menschen auf die Stärke der europäischen Währung als bisher: Nur noch 34 Prozent der Befragten glauben an einen steigenden Eurokurs in den nächsten sechs Monaten. Der Anteil derer, die einen konstanten Euro erwarten, fällt erneut und beträgt aktuell 46 Prozent. Die Pessimisten (sinkender Eurokurs in den nächsten sechs Monaten) sind leicht auf dem Vormarsch und erreichen
mit 13 Prozent zwei Prozentpunkte mehr als im letzten Quartal. Aus dieser Einschätzung heraus werden jedoch keine Anlageentscheidungen getroffen: 89 Prozent der Befragten planen keine Umschichtungen auf Basis der erwarteten Entwicklung des Eurokurses.
Zinsen: Mehrheit setzt auf konstante bis leicht steigende Zinsen
Die Erwartung von konstant bleibenden Zinsen in den nächsten sechs Monaten nimmt bei den Befragten deutlich ab und liegt nun bei 32 Prozent. Fast unverändert rechnet etwa die Hälfte der Bevölkerung (52 Prozent) mit steigenden Zinsen. Lediglich acht Prozent der Befragten gehen von fallenden Zinsen aus. Auch hier ist die Anzahl derjenigen, die sich keine Meinung bezüglich der Zinsentwicklung bilden können, im Vergleich zum Vorquartal deutlich gestiegen (acht Prozent).
Quelle: Union Investment
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