Gute Renditen mit China-Fonds
Seit Jahresbeginn geht die Bewegung nahezu senkrecht nach oben. Der Shanghai-Composite-Index, der die an der Börse Schanghai gehandelten Aktien abbildet, ist seit Jahresbeginn 50% gestiegen. Der Hang Seng China Enterprises Index, der die Aktien von 37 Unternehmen vom chinesischen Festland abbildet, ist in den ersten 6 Monaten rund 28% im Plus. Und der Shenzhen Composite ist dieses Jahr sogar 57% gestiegen. Profitiert haben die Kurse vor allem vom starken chinesischen Wachstum sowie den hohen Rohstoffpreisen. Mit dem boomenden Aktienmarkt haben sich auch einige China-Fonds hervorragend entwickelt.Die erfolgreichsten Fonds
Nachfolgend sind die erfolgreichsten Fonds der ersten 6 Monaten diesen Jahres aufgeführt:
| Name | ISIN | Performance |
| Baring Hong Kong China Fund (USD) | IE0000829238 | +25% |
| DIT-China (USD) | IE0002817751 | +22% |
| JF China A (USD) | LU0051755006 | +25% |
| Fidelity China Focus Fund (USD) | LU0173614495 | +25% |
Der Baring Hong Kong China Fund investiert in Unternehmen, die ihren Sitz in Hong Kong haben oder an der Börse Hong Kong gelistet sind. Den Schwerpunkt bilden Immobilienwerte mit rund 17%, gefolgt von Stahlunternehmen (15%) sowie Banken (9%) und Einzelhandel (8,8%). Der Ausgabeaufschlag ist mit 5% nicht gerade billig. Die Verwaltungsgebühr beträgt 1,25%. Emittentin ist die Barings Asset Management mit Sitz in Irland. Morning Star und S&P bewerten den Fonds immerhin mit 5 Sternen.
Der DIT-China (USD) investiert in Unternehmen mit Sitz in China. Schwerpunkt des Fonds bilden Energieversorger (19%) sowie Versicherungen (12%) und Telekomdienstleister (11,6%). DIT berechnet immerhin 5% Ausgabeaufschlag und 1,75% Managementgebühr pro Jahr. Das Rating von Morning Star fällt mit 3 Sternen jedoch wesentlich schlechter aus.
Der JF China A (USD) wird von JPMorgan verwaltet. Der Fonds investiert vorwiegend in Finanzdienstleistungen (25%) sowie Energieversorger (22%) gefolgt von Telekomdienstleistern (13%) und Industrieunternehmen (11%). Der Ausgabeaufschlag beträgt 5%, die Verwaltungsgebühr 1,5%. Morning Star und S&P vergeben jeweils 3 Sterne.
Der Fidelity China Focus Fund (USD) schaffte in diesem Jahr stolze 25% Kursgewinn. Sein Anlageschwerpunkt liegt bei den Energieversorgern (20%), der Telekommunikationsbranche (18%) , Konsumgütern (15%) sowie Industrieunternehmen (13%). Er hat von allen den höchsten Ausgabeaufschlag mit 5,25% sowie eine Verwaltungsgebühr von 1,50%. Bewertet wurde er von Morning Star und S&P nicht.
Der Fidelity China Focus Fund (USD) schaffte in diesem Jahr stolze 25% Kursgewinn. Sein Anlageschwerpunkt liegt bei den Energieversorgern (20%), der Telekommunikationsbranche (18%) , Konsumgütern (15%) sowie Industrieunternehmen (13%). Er hat von allen den höchsten Ausgabeaufschlag mit 5,25% sowie eine Verwaltungsgebühr von 1,50%. Bewertet wurde er von Morning Star und S&P nicht.
Nicht jeder China-Fonds ist erfolgreich
Fonds ist nicht gleich Fonds. So enttäuschen vor allem Fonds renommierter Fondsgesellschaften. Der DWS China beispielsweise (ISIN LU0146865505), ein ETF, schaffte in den ersten 6 Monaten nur ein Plus von 13%. Der Templeton China (LU0052750758) kommt nur auf ein Plus von 7%.
Positiv ist jedoch festzuhalten, dass fast alle Fonds in den ersten 6 Monaten diesen Jahres Kursgewinne erzielt haben, wenn auch in unterschiedlicher Höhe. Angesichts des Kursanstiegs der chinesischen Aktien eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Der Bullenmarkt könnte weiter gehen
Die langfristigen Aussichten für die chinesische Wirtschaft sind weiterhin gut. Mit einem prognostizierten Gewinnwachstum von 14% und einem KGV von 12 sind die Aktien viel billiger als in Indien.
Zudem hat die Weltbank ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum Chinas vor kurzem erst um 0,3 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent angehoben. Chinas Außenhandel und Anlageninvestitionen sind im ersten Quartal des laufenden Jahres schneller als erwartet gewachsen. Die chinesische Regierung hat sich ein stabiles und nachhaltiges Wirtschaftswachstum in China auf die Fahnen geschrieben. Dies sollte weiterhin die Binnennachfrage und wiederum die Unternehmensgewinne steigern.
Allerdings sollte man nicht blind irgendeinen chinesischen Fonds kaufen. Denn es gibt auch Bereiche, die mittlerweile Überkapazitäten besitzen. Hierzu gehört etwa die Eisen und Stahlindustrie sowie die Textilbranche.
Nicht zu vergessen ist auch, dass insbesondere die chinesischen Banken mit faulen Krediten in Höhe von 1,31 Billionen Yuan belastet sind.
Hinzu kommt, dass auch das Exportwachstum an seine Grenzen stößt. Vor allem drohen Exportbeschränkungen aus den USA oder Europa, wenn China den Yuan weiterhin künstlich niedrig hält. Daher will China jetzt auch verstärkt den Binnenkonsum stärken, um von den Exporten unabhängiger zu werden.
Weil China die Binnenkonjunktur ankurbeln will, haben insbesondere chinesische Konsumwerte Kurspotenzial.
Allerdings findet man keinen China-Fonds, der ausschließlich in Konsumtitel investiert. Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen stehen bei vielen Fonds an erster Stelle.
Eine Investition in Einzeltitel halten wir für zu riskant und zu wenig überschaubar. Vor diesem Hintergrund scheint zumindest obiger Fidelity China Focus Fund weiterhin am interessantesten zu sein.
Reine China-Fonds sind nur für Anleger interessant, die einen langen Atem haben (5 Jahre oder mehr) und gewisse Kursschwankungen verkraften können. Den Chancen in China stehen nicht unerhebliche Risiken gegenüber. Am besten, man wählt einen Fonds, der ansparfähig ist, um so die Risiken zu glätten. China ist nur ein Schwellenland von vielen und sollte mit Fonds anderer Schwellenländer (etwa Indien oder Russland)vermischt werden, um so das Risiko erneut zu reduzieren. Generell gilt aber, dass Fonds von Schwellenländern nur als Depotbeimischung dienen sollten.
11.07.2006
Zudem hat die Weltbank ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum Chinas vor kurzem erst um 0,3 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent angehoben. Chinas Außenhandel und Anlageninvestitionen sind im ersten Quartal des laufenden Jahres schneller als erwartet gewachsen. Die chinesische Regierung hat sich ein stabiles und nachhaltiges Wirtschaftswachstum in China auf die Fahnen geschrieben. Dies sollte weiterhin die Binnennachfrage und wiederum die Unternehmensgewinne steigern.
Es gibt auch Risiken
Allerdings sollte man nicht blind irgendeinen chinesischen Fonds kaufen. Denn es gibt auch Bereiche, die mittlerweile Überkapazitäten besitzen. Hierzu gehört etwa die Eisen und Stahlindustrie sowie die Textilbranche.
Nicht zu vergessen ist auch, dass insbesondere die chinesischen Banken mit faulen Krediten in Höhe von 1,31 Billionen Yuan belastet sind.
Hinzu kommt, dass auch das Exportwachstum an seine Grenzen stößt. Vor allem drohen Exportbeschränkungen aus den USA oder Europa, wenn China den Yuan weiterhin künstlich niedrig hält. Daher will China jetzt auch verstärkt den Binnenkonsum stärken, um von den Exporten unabhängiger zu werden.
Chinesiche Konsumwerte gelten als aussichtsreich
Weil China die Binnenkonjunktur ankurbeln will, haben insbesondere chinesische Konsumwerte Kurspotenzial.
Allerdings findet man keinen China-Fonds, der ausschließlich in Konsumtitel investiert. Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen stehen bei vielen Fonds an erster Stelle.
Eine Investition in Einzeltitel halten wir für zu riskant und zu wenig überschaubar. Vor diesem Hintergrund scheint zumindest obiger Fidelity China Focus Fund weiterhin am interessantesten zu sein.
Fazit
Reine China-Fonds sind nur für Anleger interessant, die einen langen Atem haben (5 Jahre oder mehr) und gewisse Kursschwankungen verkraften können. Den Chancen in China stehen nicht unerhebliche Risiken gegenüber. Am besten, man wählt einen Fonds, der ansparfähig ist, um so die Risiken zu glätten. China ist nur ein Schwellenland von vielen und sollte mit Fonds anderer Schwellenländer (etwa Indien oder Russland)vermischt werden, um so das Risiko erneut zu reduzieren. Generell gilt aber, dass Fonds von Schwellenländern nur als Depotbeimischung dienen sollten.
11.07.2006

