Russland: Im Kreml stehen Reformen an

Stockholm (BoerseGo.de) - In der kürzlich bekanntgegebenen neuen russischen Regierung um Ministerpräsident Medwedew sitzen fast so viele neue Minister, wie sich Ex-Minister im Kreml um Präsident Putin scharen. Die Frage ist nun, ob das positiv oder negativ ist. Eines ist aber sicher: Es stehen Reformen an.
Es wurde allgemein erwartet, dass viele Ministerposten neu vergeben werden, aber die Schlüsselposten bleiben. „Die Tatsache, dass die wichtigsten Positionen wie das Finanz-, Außen- und Verteidigungsministerium nicht neu besetzt wurden, soll Kontinuität signalisieren“, meint Marcus Svedberg, Chefökonom des schwedischen Vermögensverwalters East Capital.
Die besonders bemerkenswerten Neubesetzungen gab es im Wirtschafts-, Energie-, Transport- und Kommunikationsministerium. „Nun wird sich zeigen, ob die neuen Minister auch wichtige Reformen, die schon in der „Agenda 2020“ formuliert wurden, vorantreiben können“, sagt Svedberg. Hauptsächlich stehen Privatisierungen von Staatsbetrieben und die Verbesserung des Wirtschafts- und Investmentklimas im Fokus.
Am schwierigsten sind Prognosen für den Energiesektor zu treffen. Dort gilt der neue Vizeminister Arkadi Dvorkovich als einer der liberalsten im neuen Kabinett. Dieser löste Igor Sechin ab, der zur alten Garde gehört und mittlerweile CEO beim Energieriesen Rosneft ist. Seinen neuen Einfluss demonstrierte Sechin Anfang des Jahres, als er eine geplante Privatisierung der Staatsbetriebe im Energiesektor verhinderte.
„Ich persönlich glaube, dass es in Russlands nationalem Interesse liegt, zumindest teilweise eine Reformagenda voranzutreiben, die sich rund um die Wirtschaftspolitik drehen sollte“, so Svedberg.

© BörseGo AG 2012 - Autor: Tomke Hansmann

Mehr News

24.05.2013Chancenreiches Japan
24.05.2013Wirtschaftswachstum: Eine Delle, kein Einbruch
24.05.2013China: Investoren vertrauen auf Technologiewerte und ausgewählte Konsumaktien
23.05.2013Vitamine für Ihr Portfolio
23.05.2013Fondsbranche mit bestem Jahresauftakt seit 2007
23.05.2013Die Auswirkungen einer geldpolitischen Straffung
22.05.2013Unternehmensanleihen aus Schwellenländern zur Diversifikation
22.05.2013Trotz Börsenhausse sind deutsche Privatanleger vorsichtig
22.05.2013HSBC bietet Emerging-Markets-Aktien-Fonds mit neuer„Smart Beta“-Strategie
22.05.2013Trüber Ausblick für die Industrie, gute Aussichten für Finanzwerte
22.05.2013Euro-Schwäche zahlt sich für Fremdwährungsanleihen aus
22.05.2013Neuer Schroders-Fonds für europäische Hochzinsanleihen
22.05.2013Fondsbörse Deutschland meldet handelsstarken April 2013
22.05.2013Wölbern startet Abstimmungsmarathon
21.05.2013Gründe für Russlands wirtschaftlichen Abschwung
21.05.2013Hochzinsanleihen bleiben trotz bisheriger Rally attraktiv
21.05.2013Aktienmärkte haben den Gipfel noch nicht erreicht
17.05.2013Positive Impulse treiben weltweite Erholung an
17.05.2013Reflation statt Deflation– auf den japanischen Ottonormalverbraucher kommt es an
17.05.2013Anleger sind so risikofreudig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr
17.05.2013Unternehmensanleihen aus Schwellenländern bieten Rendite
16.05.2013Bärenmarkt für Bonds kommt (noch) nicht
16.05.2013Robeco legt neuen Fonds für Schwellenländer-Staatsanleihen auf
16.05.2013Deutsche Anleger vertrauen Aktien mehrheitlich nicht
16.05.2013US-Notenbankpolitik: Wachstum dank steigender Anleihe-, Aktien- und Immobilienpreise
15.05.2013MainFirst legt Absolute Return Multi Asset Fonds auf
15.05.2013Leg dich nicht mit der Bank of Japan an
15.05.2013Drei Jahre Bail-outs in der Eurozone– funktioniert es?
14.05.2013Staatsanleihen: Im Nachhinein ist man immer klüger
14.05.2013Italien: Aktienkurse könnten steigen