Marktübersicht - DB Indikationen

 DAX   TecDAX   E-Stoxx   DJ   Nasdaq   Nikkei   SMI   ATX  11.03.2010
DAX Tops Diff %
Adidas +1,57%
BMW St +1,31%
Dt. Telekom +0,95%
 
DAX Flops Diff %
K+S -2,72%
Lufthansa -1,39%
Dt. Post -1,00%
 DAX 5.929 -0,14% 
 TecDAX 836,50 -0,85% 
 MDAX 7.903 -0,30% 
 SDAX 3.775 -0,21% 
 CDAX 517,28 -0,09% 
 Prime 2.189 -0,14% 

 Arbeitsmärkte trüben Ausblick


Das US-Verbrauchervertrauen gemäß Conference Board hat sich zuletzt wieder abgeschwächt. Der Index des Conference Board fiel von 54,8 Punkten im Mai auf 49,3 Punkte im Juni. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie hat sich hingegen verbessert.  Mit den im Juni erreichten 44,8 Punkten sei die Industrie noch rund 3 Monate von der Wende aus der (sich verlangsamender) Schrumpfung zu einem positiven Wachstum entfernt, kommentierte das Institute for Supply Management. Die neutrale Schwelle liegt bei 50 Punkten. Diesem Wert ist der globale Einkaufsmanagerindex von JP Morgan mit einem Wert von 46,9 nach 45,3 Punkten im Mai schon einigermaßen nahe gekommen. Der Subindex Produktion lag mit 50,4 schon wieder im Wachstumsbereich und die Auftragseingänge waren mit 49 Punkten auch recht stark, während der Beschäftigungsindex trotz Verbesserung mit 42,2 Punkten  noch deutlich im negativen Bereich blieb. Nach Japan und den USA verzeichnet nun auch die Eurozone einen Rückgang im Konsumentenpreisindex. Nach Eurostat-Schätzung lag die Jahresteuerung im Juni bei -0,1%, was sich vor allem aus einem negativen Basiseffekt beim Ölpreis erklärt. Die Produzentenpreise gaben im Mai um 5,8% gegenüber dem Vorjahr nach, die Arbeitslosenquote der Eurozone stieg in diesem Monat  auf 9,5% und damit den höchsten Stand seit 10 Jahren.

Trotz der expansiven Geldpolitik war das Wachstum der weit gefassten Geldmenge M3 der Eurozone im Mai weiter rückläufig. Nach 4,9% im April nahm die M3 im Mai um 3,7% gegenüber dem Vergleichsmonat aus dem Vorjahr zu. Die Kredite an den privaten Sektor lagen um 3,1% über dem Vojahreswert, während  jene an die Zentralregierungen um 8,3% J/J wuchsen. Der schwachen Kreditmarktentwicklung und der negativen Inflation entsprechend hat die Europäische Zentralbank heute ihren Hauptrefinanzierungssatz bei 1% belassen. In der anschließenden Pressekonferenz bestätigte Jean-Claude Trichet, dass die EZB ab 6. Juli mit dem Ankauf von Pfandbriefen bis zu einem Volumen von 60 Mrd Euro starten werde, aber derzeit keine zusätzlichen Maßnahmen plane. Die Geldmarkzinsen dürften ihr Abwärtspotenzial damit nun tatsächlich ausgeschöpft haben, nachdem sie nach dem großen außertourlichen 12-Monats-Refinanzierungstender der EZB aus der vergangenen Woche doch noch einmal deutlich nachgegeben haben. Auch die Renditen sind in der abgelaufenen Woche weiter gefallen. In der kommenden Woche erwarten wir bei den Zinsen wenig Verschiebung.

Der US-Dollar hat sich in der abgelaufenen Woche weiter abgeschwächt. Belastend wirkte unter anderem die Nachricht, dass China am 2. Tag des G8-Gipfels, an dem auch Brasilien, China, Indien, Mexiko und Ägypten teilnehmen werden,  die Rolle des Dollar als Reservewährung diskutieren wolle. Der Gipfel findet Mitte kommender Woche statt. In der vergangenen Woche hatte die chinesische Notenbank mit der Bestätigung, weiterhin T-Bonds zu Reservezwecken kaufen zu wollen, noch mit zum Kursanstieg bzw. Renditerückgang der T-Bonds beigetragen. Nachdem der makroökonomische Datenkalender wenig Impulse verspricht und die Unternehmensberichtssaison erst ab 7. Juli einzusetzen beginnt, dürfte diese Diskussion ein wichtiger Marktfaktor bleiben. Die Rolle als 'sicherer Hafen' und Reservewährung war in den vergangenen Monaten eine der wichtigsten Dollarstützen.

Die verbesserten Stimmungsdaten aus der Industrie verhalfen den internationalen Aktienmärkten zu leichten Kursgewinnen, die sie nach den schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA aber teilweise wieder abgaben. Der Abbau von 467.000 Stellen im Juni und der Anstieg der Arbeitslosenrate auf ein 26-Jahreshoch von 9,5% deuten darauf hin, dass eine rasche und deutliche  (in früheren Zyklen in aller Regel konsumgetriebene) Erholung der Konjunktur auch in den USA fraglich ist. Wir rechnen auch weiterhin mit schwach bis seitwärts tendierenden Aktienmärkten.

Quelle: www.volksbank.com




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