Aktien weiterhin untergewichten
Die deutlichen Kursrückgänge auf den globalen Aktienmärkten sollten keineswegs als Einladung für eine aggressivere Investmentstrategie verstanden werden. Vielmehr müssen sich die Anleger für das gesamte Jahr 2008 auf eine anhaltend schwierige Marktentwicklung einstellen und insbesondere beim Auftauchen weiterer schlechter Nachrichten mit heftigen Kursreaktionen rechnen, so die Experten der Constantia Privatbank im Anlageausblick für das zweite Quartal. "Alle bisherigen Aktionen der Notenbanken, die das Finanzsystem stabilisieren sollen, haben den Charakter von Rettungsmassnahmen und beseitigen die Ursachen für die aktuellen Probleme nicht", fasst Elisabeth Staudner, Geschäftsführerin der CPB KAG, die Problematik zusammen. Neben klassischer Geldpolitik seien aber auch fiskalpolitische und nicht konventionelle Massnahmen notwendig, die den Markt für private Eigenheime in den USA stabilisieren. "Erst wenn dies in Sicht ist, kann auch von einer nachhaltigen Erholung an den Aktienmärkten ausgegangen werden."
Die Constantia Privatbank empfiehlt daher weiterhin eine Untergewichtung des Aktienbereichs, insbesondere US-Titel erscheinen unattraktiv. Sektoral sind Banken und Versicherungen trotz der bereits deutlich gesunkenen Kurse vor schlechten Nachrichten nicht gefeit, auch zyklische Konsumgüter werden untergewichtet. Mindestens ebenso wichtig wie die regionale und sektorale Streuung des Aktienportfolios sei derzeit aber die selektive Titelauswahl. Wichtigste Selektionskriterien sollten dabei hohe Dividendenrendite und ein hoher, stabiler Cash Flow der Unternehmen sein. "Titel wie ENI oder France Telecom mit Dividendenrenditen von mehr als 6 Prozent sind in einer Phase der Unsicherheit sicher eine gute Wahl", so Jürgen Lukasser, Head of Capital Markets der Constantia Privatbank.
Bei festverzinslichen Wertpapieren überwiegen derzeit ebenfalls die Risiken. Die Renditen sind zuletzt deutlich gefallen, mit rund 3,9 Prozent Rendite sind 10jährige Euro-Staatsanleihen nicht allzu weit von ihren historischen Tiefstständen entfernt. Wegen des niedrigen Renditeniveaus bestehen für länger laufende Anleihen derzeit beachtliche Kursrisiken. Christoph von Bonin, Geschäftsführer der CPB KAG und Anleihespezialist, rät daher zu kurzen und mittleren Restlaufzeiten.
Als relativ widerstandsfähig gegen die aktuelle Krise erweisen sich hingegen Hedgefonds. Dabei gibt es allerdings beträchtliche Unterschiede je nach Veranlagungsstil. Zu den Gewinnern zählen die Strategien Managed Futures und Global Macro, gelitten haben hingegen Long/Short-Equity-Fonds und auf Wandelanleihen spezialisierte Arbitragefonds. Aufgrund der breiten Diversifkation haben sich Multimanager-Multistyle-Fonds in dem schwierigen Umfeld gut gehalten und verhältnismässig stabil entwickelt.
Quelle: www.boerse-express.com

