Was ist ein Ratenkredit?

 
Ein Ratenkredit ist ein Kredit ohne festen Verwendungszweck, der in monatlich gleich bleibenden Raten zurückgezahlt wird. Er kann beispielsweise für die Autofinanzierung, aber auch die Möbelfinanzierung oder die Umschuldung teurer Kredite eingesetzt werden. Die Kredithöhe reicht vielfach von 1.000 - 75.000 Euro, die Laufzeiten betragen je nach Institut zwischen 6-120 Monate. Sowohl Kredithöhe wie auch Laufzeit können bei den Banken frei vereinbart werden, wodurch dieser Kredit ein Höchstmaß an Flexibilität bietet.
Durch seine festen Laufzeiten ist der Ratenkredit meist günstiger als ein Dispositionskredit oder ein Rahmenkredit, auch gegenüber dem Kreditkartendarlehen können mit ihm Zinsen eingespart werden. Aus diesem Grund lohnt sich vielfach die Umschuldung in einen solchen Kredit, vor allem mit dem jetzigen niedrigen Zinsniveau.
 

Welche Voraussetzungen werden gefordert?

 
Um einen Ratenkredit in Anspruch nehmen zu können, müssen einige wichtige Voraussetzungen erfüllt sein, die für die Kreditwürdigkeit unabdinglich sind. Hierzu gehört unter anderem, dass ein festes monatliches Einkommen erzielt wird, welches dann für die Rückzahlung des Kredites genutzt werden kann. In der Regel wird hier ein Einkommen aus nichtselbstständiger Beschäftigung vorausgesetzt, denn an Selbstständige werden diese Kredite nur in wenigen Fällen vergeben.
Neben dem regelmäßigen Einkommen wird auch die Schufa-Auskunft geprüft. Sie gibt Auskunft über weitere Kredite, die bereits abgeschlossen wurden sowie über die Zahlungsmoral des Antragstellers. So wird hier beispielsweise vermerkt, wenn ein Kredit bereits gekündigt wurde, da die Raten nicht bezahlt werden. Bei derartigen Einträgen spricht man auch von Negativmerkmalen, die eine Kreditgenehmigung unmöglich werden lassen.
 

Wie prüfen die Banken die Bonität?

 
Unter der Bonität versteht man die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers. Nur wenn dieser kreditwürdig ist und somit davon ausgegangen werden kann, dass die Kreditschuld auch tatsächlich zurückgezahlt wird, kann der Antrag positiv beschieden werden.
Um zu prüfen, ob der Kredit mit dem vorhandenen Einkommen zurückgezahlt werden kann, müssen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden. Zu den Einnahmen gehören alle regelmäßigen Einkünfte wie Gehalt, Kindergeld oder Rente. Wichtig ist hier, dass die Einnahmen dauerhaft erzielt werden können, weshalb Arbeitslosengeld oder auch Elterngeld aufgrund ihrer Befristung hier nicht gezählt werden können. Auch Einkommen aus einer befristeten Beschäftigung kann nicht akzeptiert werden. Zu den Ausgaben hingegen müssen Mietzahlungen, Lebenshaltungskosten und Kreditraten gerechnet werden. Wenn diese Haushaltsrechnung positiv ist, kann auch die Kreditauszahlung genehmigt werden.
Neben dem Haushaltsüberschuss gehen auch weitere Daten in die Bonitätsberechnung ein. Hierzu gehören die Schufa-Abfrage, der Familienstand sowie das Alter des Antragstellers.
 

Kann ein Kredit vorzeitig getilgt werden?

 
Seit der Einführung der neuen Verbraucherkreditrichtlinie im Juni 2010 ist es Kreditnehmern jetzt deutlich einfacher möglich, einen Ratenkredit vorzeitig ganz oder teilweise zurückzuzahlen. Durch Sondertilgungen kann die Kreditschuld so schneller zurückgeführt werden, um eine kurzfristigere Entschuldung zu erreichen. Zu beachten ist jedoch, dass einige Banken in diesen Fällen Bearbeitungsgebühren erheben, deren Höhe im Preis-Leistungsverzeichnis zu finden ist.
Durch die Möglichkeit der Sondertilgung und der vorzeitigen Rückzahlung ist es auch möglich, bestehende Ratenkredite bequem in einen günstigeren Kredit umzuschulden. Gerade jetzt, in Zeiten niedriger Zinsen, wird diese Option gern genutzt.
 

Sind Ratenaussetzungen möglich?

 
In einigen Situationen ist die Haushaltskasse sehr angespannt, da unvorhergesehene Ausgaben belasten. In diesen Fällen wünschen sich viele Kreditnehmer, eine oder mehrere Raten auszusetzen, um eine finanzielle Entlastung zu erreichen.
Eine Tilgungs- oder Ratenaussetzung ist bei einigen Banken bereits im Vertrag enthalten und gibt Kreditnehmern so mehr Flexibilität. Je nach Vereinbarung ist es möglich, pro Jahr eine oder sogar mehrere Raten auszusetzen, um so auf finanzielle Engpässe zu reagieren. Die ausgesetzten Raten werden dann am Ende der Laufzeit bezahlt, so dass sich der Kredit entsprechend verlängert.
Auch dann, wenn die Banken Tilgungsaussetzungen nicht direkt im Kreditvertrag vereinbart haben ist es vielfach möglich, diese zu erreichen. Schließlich wollen die Banken auch, dass sich die finanzielle Situation ihrer Kreditnehmer bessert, um die weitere Kredittilgung nicht zu gefährden. Hierzu ist es allerdings nötig mit der Bank ins Gespräch zu kommen und eine individuelle Vereinbarung zu treffen.
 

Welcher Unterschied besteht zwischen Nominal- und Effektivzins?

 
Im Kreditvertrag werden vielfach zwei unterschiedliche Zinsbeträge angegeben. Dies ist zum einen der Nominalzins. Dieser Zins gibt ausschließlich die Kosten für die Geldleihe an und dient der Ermittlung der monatlichen Raten.
Der Effektivzins hingegen ist eine Angabe gemäß Preisangabenverordnung und darf in keinem Kreditvertrag fehlen. Er gibt Verbrauchern Informationen über die tatsächlichen Kreditkosten, denn er beinhaltet auch anfallende Bearbeitungsgebühren. Daher ist der effektive Jahreszins immer höher als der Nominalzins und kann für den Vergleich von Kreditangeboten herangezogen werden.
 

Was ist die Restschuldversicherung?

 
In Verbindung mit einem Ratenkredit bieten viele Banken auch eine Restschuldversicherung in Form einer Todesfallabsicherung, einer Arbeitslosenversicherung und einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung. Im Todesfall trägt die Versicherung dann die noch offene Kreditsumme und sorgt so dafür, dass Hinterbliebene hiermit nicht belastet werden. Bei Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit hingegen werden die monatlichen Kreditraten getragen, um bei sinkendem Einkommen die weitere Finanzierung zu gewährleisten. Vielfach ist es möglich, die Absicherung nach dem individuellen Bedarf zu vereinbaren.
In allen Fällen ist die Restschuldversicherung freiwillig. Auf Wunsch kann auf sie also auch verzichtet werden, etwa wenn bereits private Versicherungen vorhanden sind.