Exchange Traded Funds

Als im April 2000 die ersten Exchange Traded Funds (ETF) an der Deutschen Börse(r) gelistet wurden, konnten in Deutschland selbst unter Fachleuten nur wenige die Bedeutung der drei Buchstaben erklären. Dabei waren die passiv gehandelten Indexfonds keineswegs eine völlig neue Anlageform, hatten sie sich doch in den USA bereits seit 1993 etabliert. Doch hierzulande wurden ETFs zunächst als Randerscheinung belächelt, was sich aber schnell ändern sollte: Exchange Traded Funds sind ein, wenn nicht sogar das am schnellsten wachsende, Anlageprodukt der letzten Jahre.

Bei Exchange Traded Funds handelt es sich in der Regel um passiv gemanagte, börsengehandelte Publikumsfonds, die die Vorzüge von Indexfonds und Aktien miteinander kombinieren, die jeweiligen Nachteile jedoch aussparen. Durch eine einzige Börsentransaktion können Anleger einen ganzen Korb von Wertpapieren erwerben, der einen Index - also im Prinzip einen ganzen Markt oder Teilmarkt - sehr präzise abbildet. ETFs gibt es heute auf nahezu alle Indexbereiche - seien es nationale oder regionale Aktienindizes, Rentenindizes oder sogar Rohstoffe. So lassen sich markt- bzw. branchenorientierte Anlagestrategien erheblich einfacher und effizienter umsetzen.

Die passive Anlagestrategie basiert auf der Annahme, dass Kapitalmärkte weitgehend effizient sind. Das bedeutet, dass es Investoren mit Hilfe von aktiven Anlagestrategien, also mit dem Einsatz von ausgefeilten Analysetechniken zur Bestimmung der attraktivsten Investmentmöglichkeiten (Stock Picking), nicht gelingen kann, dauerhaft besser abzuschneiden als ein Vergleichsmarkt. Dies kann damit begründet werden, dass sich alle neuen Informationen, die einen Einfluss auf den Wert eines Finanztitels haben, in den Kursen unmittelbar widerspiegeln. Anders ausgedrückt: Der Preis eines Finanztitels entspricht weitgehend dessen innerem Wert. Während sich diese These der effizienten Kapitalmärkte in den Wirtschaftswissenschaften fest etabliert hat, herrscht in der Praxis
längst keine Einigkeit über deren Gültigkeit. Einerseits existieren Studien, die zeigen, dass aktiv gemanagte Fonds ihre Benchmark schlagen können (siehe auch Seite 10 bis 13), allerdings meist nicht langfristig. Und zudem: Der Gewinner von gestern muss nicht der von morgen sein. Über einen Zeitraum von zehn oder mehr Jahren schaffen es rund 90 Prozent der aktiven Fondsmanager nicht, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Jüngst hat e-fundresearch.com in einer Studie herausgefunden, dass die 4703 von ihnen untersuchten Fonds in den vergangenen fünf Jahren ihre Benchmark jährlich im Schnitt um 0,65 Prozent verfehlten.

Diese Gefahr besteht bei einem passiven Investment nicht. Bereits zu Beginn des Anlageprozesses steht fest, dass man nahezu exakt die jeweilige Indexrendite erzielen wird. Nicht mehr - aber eben auch nicht weniger. Auf der anderen Seite gab und wird es, wie bereits erwähnt, immer einzelne Fonds geben, die über Jahre hinweg eine überlegene Performance aufweisen. Doch das Problem liegt auf der Hand: Diese Fonds sind im Voraus nicht leicht zu finden und zudem ist selbst eine jahrelange Outperformance keine Garantie für eine überdurchschnittliche Wertentwicklung in der Zukunft. Man könnte auch sagen: Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Dennoch tun sich viele Marktteilnehmer schwer, die Vorstellungen von einer besseren Rendite als der Markt aufzugeben. Denn die Wahl eines Index-Produktes ist schließlich gleichbedeutend mit dem Eingeständnis, dass man auf lange Sicht nicht besser als der Durchschnitt ist. Viele institutionelle Investoren verfolgen deshalb eine zweigleisige Strategie.

Handelt es sich um hochkapitalisierte und sehr liquide Anlagesegmente, wird ein passives Investment favorisiert. Bei exotischen Märkten oder Small und Mid Caps hingegen wird tendenziell auf aktive Strategien gesetzt. Hintergrund ist die Tatsache, dass solche Nischen-Märkte weniger intensiv analysiert werden und deshalb tendenziell ineffizienter sein sollten. Dabei gilt die Regel: Je ineffizienter ein Markt ist, desto höher sind die Chancen, durch aktives Management eine Outperformance zu erzielen.

ETFs vs. Index-Zertifikate und Investmentfonds


Für die Umsetzung einer Indexstrategie stehen Anlegern heute verschiedene Produkte zur Auswahl. Neben indexnahen Fonds und Index-Zertifikaten sind es vor allem Exchange Traded Funds (ETFs),
die sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuen, denn sie ermöglichen eine kostengünstige, flexible und unkomplizierte Index-Partizipation. ETFs erlauben es, mit einer einzigen Transaktion an einem breit diversifizierten Wertpapierportfolio zu partizipieren.

Dabei können ETFs wie Aktien während der gewöhnlichen Börsenhandelszeiten gehandelt werden. Ein wichtiger Vorteil für Anleger: Es existiert kein Ausgabeaufschlag,so dass nur eine sehr geringe jährliche Verwaltungsgebühr anfällt. Insbesondere für langfristig orientierte Anleger ist es wichtig, einen Unterschied zu Index-Zertifikaten zu beachten: Während diese rechtlich gesehen Inhaberschuld-verschreibungen des Emittenten sind, handelt es sich bei Exchange Traded Funds um ein Sondervermögen, das strikt getrennt vom Betriebsvermögen von Lyxor AM verwaltet wird. Daher existiert bei Lyxor ETFs kein Emittentenrisiko und das Kapital des Anlegers genießt die gleiche Sicherheit wie bei einem Investment in einen herkömmlichen Investmentfonds. Auch in punkto Dividendenauszahlungen können Exchange Traded Funds überzeugen. Anleger profitieren von den Dividenden- und Zinsausschüttungen des jeweiligen Basiswertes, gleichgültig ob es sich um einen Performance- und Preisindex handelt. Bei einem Performanceindex werden die Dividenden, die von einzelnen Indextiteln ausgeschüttet werden, in die Indexberechnung mit einbezogen.

Aus diesem Grund werden bei ETFs, die auf Performanceindizes basieren, die Dividenden reinvestiert. Denn nur so kann eine möglichst indexnahe Wertentwicklung des Indexfonds gewährleistet werden. Bei Preisindizes profitiert der Anleger dagegen auf eine andere Weise von Dividenden und Zinsen der Indextitel. Da bei diesen Indizes Ausschüttungen prinzipiell nicht in die Indexberechnung mit einbezogen werden, werden diese an die Anleger direkt ausgeschüttet. Die nebenstehende Tabelle zeigt eine Übersicht der verschiedenen Merkmale von Exchange Traded Funds, Index-Zertifikaten und traditionellen aktiven Investmentfonds.

Dabei wird deutlich: Häufig vereinen ETFs die Vorteile der beiden anderen Anlageformen, während die negativen Komponenten weitestgehend ausgeblendet werden.

Quelle: www.lyxorETF.de

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