Anz.

Erste-Sparinvest sieht Handlungsbedarf bei der EZB


Seit Montag sind die Aktienmärkte weltweit massiv eingebrochen. Subprime-Krise, Ängste vor einer Rezession in den USA und die Folgen für die Weltwirtschaft haben die Börsen auf Talfahrt geschickt. Nach der Senkung der Leitzinsen in den USA um 0,75 %-Punkte auf 3,5 % sieht die ERSTE-SPARINVEST (ESPA) "Handlungsbedarf" bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Zumal an den Anleihenmärkten bereits weitere Zinssenkungen eingepreist würden. "Die Entscheidung der US-Notenbank FED öffnet die Tür für Zinssenkungen im Euro-Raum", analysiert ESPA-Anleihenfondsmanager Herbert Steindorfer. Ein erster Schritt um einen Viertelprozent von 4 % auf 3,75 % stehe im Raum.

Die EZB befinde sich in ihrer geldpolitischen Entscheidungsfindung in der Zwickmühle zwischen Wachstums- und Preisrisiken. Die stark gestiegene Inflationsrate im Euroraum könnte eine geldpolitische Verschärfung bei einer Zunahme der Inflationsrisiken durchaus notwendig machen, sprich Zinserhöhungen. Andererseits habe die gestiegene Unsicherheit, was die Wirtschaftslage betrifft, deutlich zugenommen. Wegen der hohen Unsicherheit bleibe das Umfeld für Anleihenfonds, wie von der ESPA zu Jahresbeginn verkündet, weiter günstig. Damit seien die Aussichten für europäische Staatsanleihefonds wie z.B. den ESPA BOND COMBIRENT als sehr gut einzustufen. Die aktuelle Performance von + 2% seit Jahresbeginn (per 23.1.2008) könne zwar nicht für den weiteren Jahrsverlauf hochgerechnet werden. "Wir gehen aber von einem deutlich höheren Ertrag im Vergleich zu Veranlagungen auf dem Geldmarkt aus", so Steindorfer.

Die internationalen Aktienmärkte haben letzte Woche ihre langfristigen Aufwärtstrends nach unten durchbrochen und befinden sich technisch gesehen in einem Abwärtstrend. "Aus heutiger Sicht haben wir wahrscheinlich die Hälfte der Korrektur gesehen. Wir erwarten aktuell eine Zwischenrally, danach ist eine weitere Verkaufswelle wahrscheinlich, bis sich die Lage ab April und Mai beruhigen kann", stellt Harald Egger, Aktien-Chefstratege der ESPA, fest. Kurzfristig seien alle Märkte nach den Panikverkäufen stark überverkauft, eine Gegenbewegung sei wahrscheinlich. Dennoch müsse auch in den nächsten Wochen mit einem sehr schwierigen Börsenumfeld gerechnet werden. Starke Schwankungen sowohl nach oben als auch nach unten werden auf der Tagesordnung stehen.

Für Aktien spreche, dass sie derzeit nicht teuer bewertet sind. Diese relativ günstige Bewertung biete einen "Polster" für Gewinnrückgänge der Unternehmen, die eventuell in den nächsten Wochen verkündet werden. Ein Vergleich mit der Abwärtsspirale der Jahre 2000 bis 2003 sei daher "nicht angebracht". Eine Rezession in den USA schließt Egger zwar nicht aus, die Weltwirtschaft stehe mittlerweile aber auf mehreren Beinen. "Besonders die Emerging Markets mit China und Indien an der Spitze leisten einen bedeutenden Beitrag zur Stabilisierung der Weltwirtschaft.

Quelle: www.sparinvest.com



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