Anz.

Senioren wichtigste Zielgruppe für Immobilienwirtschaft


Senioren werden zukünftig zur wichtigsten Zielgruppe für die Immobilienwirtschaft, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Deutschen Bank. Bis zum Jahr 2050 wird die Bevölkerung in Deutschland von heute 82,2 Millionen auf bis zu 68,7 Millionen schrumpfen. Dabei nimmt die Zahl der Jüngeren deutlich ab, während die Zahl der über 60-Jährigen von heute 23 Prozent auf etwa 36 Prozent steigt. In Folge werden die über 50-Jährigen zur wichtigsten Zielgruppe für die Immobilienwirtschaft.

Dabei kommt es auch zu einer Verschiebung vom Neubau zu Gebrauchtimmobilien. Durch die Abschaffung der Eigenheimzulage zum Jahresbeginn 2007 ist der Neubau ohnehin rückläufig und die typischen Eigenheimgründer, in der Regel 25 bis 44-Jährige, verlieren an Bedeutung. Dagegen werden Investitionen in den Bestand ebenso wie die Finanzierung eines Eigentumswechsels, sprich Zwischenfinanzierungen, zunehmend wichtiger: Die über 50-Jährigen investieren entweder in ihre bisherige Wohnimmobilie oder sie ziehen in attraktivere Lagen mit besserer Infrastruktur. Dabei suchen sie nach altersgerechtem Wohnraum. Dieser weist kleinere Wohnflächen auf, ist barrierefrei und Betreuungs- oder Pflegemöglichkeiten können optional in Anspruch genommen werden.

'Investitionen von über 50-Jährigen in den Bestand werden künftig einen großen Teil der Immobilienfinanzierung darstellen', so Dr. Ralph Müller, Leiter Baufinanzierung der Deutschen Bank. Seiner Meinung nach sind neue Baufinanzierungsangebote gefragt, die den Anforderungen und der Lebenssituation älterer Kunden gerecht werden. Diese neuen Finanzierungsprodukte dürfen Ältere gegenüber Jüngeren bei der Bonitätsbewertung nicht benachteiligen. Aufgrund des höheren Lebensalters der Investoren müssen die Laufzeiten kürzer sein. Zudem sollten die Baufinanzierungsprodukte eine hohe Flexibilität zeigen, wenn etwa eine Lebensversicherung zur Sondertilgung eingebracht werden soll.

Auf Basis der aktuellen Studie erwartet die Deutsche Bank auch eine regional unterschiedliche Entwicklung der Immobiliennachfrage: Je nach Zuwanderung wächst die Wohnflächennachfrage in den kommenden 20 bis 30 Jahren zwar noch weiter. Danach dämpft die schrumpfende Bevölkerung diesen Trend. Die demographischen Prozesse folgen dabei einer einfachen Logik: Sie stärken die Starken und schwächen die Schwachen. So haben Baden-Württemberg und Bayern mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit und den höchsten Löhnen die höchste Zuwanderung. Auch wirtschaftlich attraktive Ballungsräume wie Hamburg und Berlin werden weiter Arbeitskräfte anziehen. Gegenden mit hoher Arbeitslosigkeit verlieren hingegen überproportional viele Einwohner. Schon heute altern die neuen Länder schneller als die alten. Schwächere Gegenden wie Sachsen-Anhalt sind mit 30 Prozent Bevölkerungsschwund auf der Verliererseite.

Quelle: www.db-baufinanzierung.de



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