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2008: Trübe Aussichten für Aktien und Fußball aus Österreich


Welche Indizes auch immer herangezogen werden, die Entwicklung am Wiener Aktienmarkt befindet sich im Jahr 2008 eher am unteren Ende der Erfolgsskala. Den Investoren ist der Appetit auf Mid- und Small Caps vergangen, die in Österreich den Großteil der notierten Werte darstellen. Der Ausblick bleibt angesichts der weiterhin bestehenden Risiken eher bescheiden. Da es am Wiener Platz aber vereinzelt doch einige attraktive Titel gibt, geht Alfred Reisenberger, Leiter der UniCredit-Aktienanalyse Österreich, davon aus dass das kommende Jahr für die heimischen Akteure eher ein Aktienjahr als ein Fußballjahr sein wird.

Die Volatilität stieg seit November dramatisch an, was ein deutliches Zeichen von Nervosität zu werten ist. Und zum ersten Mal seit dem 4. Quartal 2002 erleben die Marktteilnehmer zwei aufeinander folgende Quartale mit negativer Entwicklung im ATX, denn nach dem schwachen dritten Quartal verspricht auch das vierte wenig Besserung. Die heftigsten Rückschläge mussten Banken und Zykliker hinnehmen, die im Zuge der Finanzmarktkrise und des enormen Anstieges der Ölpreise weniger gefragt waren.

Das Jahr 2008 wird ebenfalls von steigender Inflation, rückläufigem Gewinnwachstum und einem US-Dollar, der die europäische Wirtschaft unter Druck bringt, belastet sein. Besonders im ersten Halbjahr scheint die Geduld gefragt zu sein, wenn sich Phasen extremer Volatilität mit ruhigeren Erholungsstrecken abwechseln.

Immobilienwerte in neuem Licht
Das Herangehen der Investoren an die österreichischen Immobilienaktien hat sich in den vergangenen Monaten deutlich geändert. Sie wurden vorsichtiger und ziehen mittlerweile nur mehr das Nettoanlagevermögen exkl. Aufwertungsgewinne auf Entwicklungsprojekte (Net Asset Value) als Bewertungskennzahl zur Hand. Inzwischen haben sich die Immobilientitel allerdings von ihren Tiefständen erholt, was Reisenberger als Zeichen dafür wertet, dass das Schlimmste vorüber sein dürfte.

Empfehlungen
Anlegern wird empfohlen, sehr vorsichtig zu agieren und sich nur auf Einzelwerte zu konzentrieren. Während die zyklischen Werte in den vergangenen Monaten heftig gebeutelt wurden, lieferten die defensiven Aktien eine beachtlich positive Kursentwicklung. In diesem Sinne verlegen sich die UniCredit-Analysten bei ihren Top-Empfehlungen auf die defensive Werte Post und Flughafen Wien, die auch mit ihrer hohen Dividendenrendite punkten. Dank der Ölpreisentwicklung kommen auch SBO und OMV auf die Einkaufsliste.

Quelle: BA - CA



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