Privater Konsum bleibt 2010 wohl stabil
Trotz des drohenden Anstiegs der Arbeitslosigkeit und höherer Preise für Heizung, Sprit und Müllentsorgung dürfte die Ausgabebereitschaft der Verbraucher in Deutschland 2010 stabil bleiben. Die Commerzbank rechnet nicht mit einem Einbruch des privaten Konsums, allenfalls einzelne Branchen wie die Autohändler im 'Jahr 1' nach der Abwrackprämie steuern einer Umsatzdelle entgegen. Umgekehrt gibt es auch Gewinner, beispielsweise die Reisebranche.'Die Bürger haben 2010 insgesamt rund 14 Milliarden Euro mehr zur Verfügung, u. a. durch die Kindergelderhöhung, die Anhebung der Steuerfreibeträge und die Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge. Rechnet man steigende Strom- und Gaspreise sowie kommunale Gebühren dagegen, so bleibt doch immer noch ein klares Plus im Portemonnaie der Leute', fasst Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen zusammen.
Und das investieren die Bundesbürger u. a. gerne in zwei ganz gegensätzliche Pole: die eigenen vier Wände und Reisen. Während man beim Einzelhandelsverband HDE, der alle Handelssparten vertritt, von 2010 als einem 'schwierigen Jahr' spricht, gibt sich der Möbel- und Küchenhandel durchaus optimistisch: 'In unsicheren Zeiten rückt die Privatsphäre in den Vordergrund.' Die Branche erwartet daher keine größeren Einbußen, sondern einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Und die Reisebranche darf sich laut der aktuellen 'Reisestudie 2010' der Commerzbank darauf einrichten, dass die Deutschen in diesem Jahr rund 61 Milliarden Euro im Urlaubsbudget haben, knapp 1 Prozent (0,75) mehr als 2009.
Der private Konsum macht rund 60 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes aus. Nach dem Jahr 2009 mit den kräftigsten Umsatzeinbußen im Einzelhandel seit sieben Jahren schätzt die Commerzbank deshalb die stabilen Aussichten für 2010 als gute Nachricht ein - auch wenn im Vergleich die Wachstumsaussichten für Branchen wie die Computer-, Elektro- und Metallindustrie deutlich höher sind.
Angst um den Arbeitsplatz drückt Kauflust
'Für einen nennenswerten Konjunkturschub wird der private Verbrauch allerdings auch nicht sorgen', prognostiziert Volkswirt Solveen. Grund: Im Jahresdurchschnitt erwartet die Commerzbank 600.000 Arbeitslose mehr als 2009. Auch die Lohnabschlüsse dürften 2010 eher bescheiden ausfallen. 'Darum dürften die verfügbaren Einkommen der Haushalte nicht viel stärker als die Verbraucherpreise steigen. Für eine deutliche Ausgabesteigerung bleibt da nicht viel Platz', so Solveen.
Quelle: www.dresdner-bank.de