USA: Recht robuste Konsumnachfrage im 1. Quartal 2010
In den USA sollten die Einzelhandelsumsätze im März mit Rückenwind vom Autoabsatz, der im März um 14 % anzog, im Monatsvergleich ein Plus von 1,2 % ausweisen. Auch ohne die Komponente Autos (+0,9 % gg. Vm.) bzw. ohne Autos und Benzinpreise (+0,6 % gg. Vm.) sollten recht beachtliche Zuwächse realisiert worden sein. Damit würde nach dem Quartalszuwachs der Einzelhandelsumsätze im Schlussquartal 2009 um 1,8 % zum 2010er Jahresauftakt ein weiteres Plus von 1,0 % folgen. Mit Blick auf das BIP im 1. Quartal 2010 rechnen wir beim privaten Verbrauch derzeit mit einem annualisierten Wirtschaftswachstum von 2,9 % und beim BIP selber mit einem Plus von 2,4 %. Jeweils zwei Wochen vor der nächsten Sitzung des FOMC wird das Beige Book, der Konjunkturbericht der zwölf Fed-Distrikte, veröffentlicht. Wir rechnen damit, dass im heutigen Bericht die wirtschaftliche Erholung seit letztem Sommer bekräftigt wird. In Bezug auf den Aufbau von Beschäftigung durch die Unternehmen und kräftig steigende Investitionen sollte jedoch ein vorsichtiger Zungenschlag weiter dominierend sein. Bei den US-Konsumentenpreisen für den Monat März erwarten wir sowohl bei der allgemeinen Rate als auch bei der Kernrate nur einen mageren Monatszuwachs um je 0,1 %. Die Jahresraten würden damit 2,5 % bzw. 1,0 % betragen. Die allgemeine Inflationsrate (Jahresrate) sollte nach dem Rückgang um 0,3 % im Kalenderjahr 2009 zwar im 2010er Jahresdurchschnitt auf 1,8 % anziehen. Für 2011 erwarten wir aber 'nur' eine Teuerung von 1,2 %. Wir rechnen ab der Jahresmitte 2010 mit Jahresinflationsraten unterhalb der 2 %-Marke und zum Jahresende 2010 sollte die Inflation rund 1 % betragen. Folglich sollten mit Beginn des 2. Quartals 2010 die höchsten Inflationsraten hinter uns liegen. Vorsichtige Ansätze der Euroerholung
Das Defizit der US-Handelsbilanz für den Monat Februar 2010 fiel mit 39,7 Mrd. USD etwas höher aus als die durchschnittlichen Markteinschätzungen (38,5 Mrd. USD). Nach einem durchschnittlichen monatlichen Handelsbilanzdefizit von 36,3 Mrd. USD im 4. Quartal 2009 liegt der Wert für die ersten beiden Monate des Jahres 2010 nun bei 38,3 Mrd. USD. Vom Außenbeitrag dürfte daher zum Jahresbeginn 2010 ein wachstumsdämpfender Effekt ausgehen. Zu beachten bleibt, dass erstmals seit Herbst 2005 die Jahresrate der US-Exporte signifikant hinter die der Importe zurückgefallen ist. Dies könnte der erste Vorbote der von uns erwarteten erneuten Ausweitung des US-Leistungsbilanzdefizits (2009: 420 Mrd. USD; 2010e: 513 Mrd. USD) sein. Signifikante Auswirkungen auf die EUR/USD-Notierungen erfolgten aber nicht. Für den heutigen Tag dürfte der Euro den Versuch starten, weiter in Richtung 1,37 USD zuzulegen. In Großbritannien gab das Handelsbilanzdefizit (Februar 2010) auf 6,2 Mrd. GBP nach, der niedrigste Wert seit Juni 2006.
Quelle: www.hsbctrinkaus-markets.de