RZB sieht steinigen Weg bis zum Aufschwung in CEE


"Obwohl es seit dem Frühling in den meisten etablierten Märkten einige Anzeichen zur Verbesserung der Situation in Zentral- und Osteuropa (CEE) gibt, wird der Aufschwung noch auf sich warten lassen", sagt Peter Brezinschek, Chefanalyst der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB).
 
"Der ATX konnte in den letzten Monaten eine außergewöhnlich gute Performance aufweisen", analysiert Birgit Kuras, Chefanalystin der Raiffeisen Centrobank AG. Der österreichische Aktienmarkt profitiere vor allem von positiven internationalen Vorgaben.
 
Im Rahmen des Branchenszenarios bevorzugt Stefan Maxian, Head of Company Research der Raiffeisen Centrobank AG, "für die Sommermonate eher defensive Werte aus den Bereichen Telekom und Gesundheit, sowie ausgewählte Industrietitel'.
 

Basiseffekt verursacht Rückstand zur Eurozone


 
Laut Brezinschek ist der sogenannte Basiseffekt für die schlechte Positionierung der CEE Länder im Vergleich zur Eurozone und USA verantwortlich. Die BIP-Wachstumszahlen waren im 3. Quartal letzten Jahres noch durchaus beeindruckend und lagen zwischen 6 Prozent in Russland und 9,2 Prozent in Rumänien. Die dadurch hohen Ausgangsniveaus für die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das zweite und dritte Quartal 2009 lassen in diesem Zeitraum weitere Schrumpfungen erwarten.
 
Der BIP-Rückgang 2009 wird folglich in CEE mit knapp 6 Prozent stärker ausfallen als in der Eurozone (minus 4,3 Prozent) und in den USA (minus 3 Prozent). "Der Anpassungsprozess wird in CEE noch einige Jahre andauern, für 2010 erwarten wir nur schwach positive Wachstumszahlen", so Brezinschek. Die Rohstoffpreiserholung sollte Russland (plus 1,5 Prozent) am meisten begünstigen.
 

Wechselkurse und Geldpolitik: Stabilisierung ermöglicht Zinssenkungen


 
Aufgrund des neu gewonnenen Risikoappetits internationaler Investoren und abnehmender Inflationsraten selbst in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) kann von einer Senkung der Zinssätze quer durch die Region ausgegangen werden. "Bis Herbst erwarten wir Zinssenkungen von Polen bis nach Russland und in die Ukraine, allerdings stets unter der Voraussetzung beruhigter Devisenmärkte", so Brezinschek.
 
Allgemein sollten die CEE-Währungen gegen Ende des Jahres stabiler werden. Manche temporären Herausforderungen einzelner Länder (im Baltikum) sollten diese Aussichten nicht trüben. Dieses verbesserte Umfeld macht auch Investments in Osteuropaanleihen wieder attraktiv. Die Analysten der RZB empfehlen neben den Eurobonds von Polen (Rating A-) und Ungarn (BBB-) auch die Lokalwährungsanleihen von Polen (Rendite 6 Prozent) und Rumänien (10 Prozent).
 

CEE-Aktienmärkte: Trotz temporärer Rücksetzer weiteres Kurspotenzial


 
Während auf den entwickelten Märkten die Gewinnrevisionsdynamik ihren unteren Wendepunkt durchschritten hat, gibt es bei den Unternehmensgewinnen auf den CEE-Märkten 2009 vorerst keine Lichtblicke. Die Gewinnschrumpfungen von -26 (Kroatien) bis -49 Prozent (Russland) sind auch ein Reflex der anhaltend negativen BIP-Entwicklung bis zum Herbst. Für 2010 bahnt sich dann eine markante Trendwende zu zweistelligem Wachstum an. Die extrem pessimistischen Ertragsschätzungen lassen aber auch positive Überraschungseffekte zu. Deshalb sehen die Analysten in Verbindung mit der positiven Entwicklung auf den etablierten Märkten weiteres Kurspotenzial im zweiten Halbjahr. Russland sollte die größten Chancen aufweisen.

Quelle: www.rzb.at




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