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EZB: Keine Entwarnung in Sachen Finanzkrise


Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht zehn Monate nach Beginn der Finanzkrise überhaupt keinen Grund für Entwarnung. Im Gegenteil hätten die Risiken für die Stabilität des europäischen Finanzsystems in den vergangenen sechs Monaten sogar noch zugenommen, heisst es in einem am Montag veröffentlichten Bericht über Lage und Zukunftsperspektiven der Branche.

Banken und andere Akteure an den Finanzmärkten müssten "wachsam" sein, weil weitere Schockwellen ausgehend von den angeschlagenen Immobilienmärkten nicht ausgeschlossen werden könnten, warnte die EZB.

EZB-Vizepräsident Lukas Papademos sagte bei der Vorstellung des Berichts in Frankfurt: "Die Risiken für die Finanzstabilität haben im Vergleich zur Situation vor sechs Monaten zugenommen." Ursachen dafür seien das sich eintrübende konjunkturelle Umfeld, die massiven Abschreibungen im Zusammenhang mit Engagements auf dem US-Immobilienmarkt und die Verschärfung der Kreditstandards.

Eine schnelle Beruhigung der Branche sei unwahrscheinlich, was negative Folgen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Krediten haben könne. Ein Ende der Krise sei erst absehbar, wenn der Preisverfall am US-Häusermarkt ein Ende fände, sagte Papademos. "Es gibt einen breiten Konsens, dass die Immobilienpreise noch weiter fallen müssen, bevor sich der gesamte Häusermarkt stabilisieren kann", sagte Papademos. Aktuell gebe es sowohl in den USA als auch in Europa Anzeichen für eine weitere Verschlechterung, vor allem an den Märkten für Geschäftsimmobilien.

Für die Banken bedeutet dies nach Einschätzung der EZB, dass ihre Profite auch in den kommenden Monaten unter Druck bleiben werden. Allerdings hätte sich in der Vergangenheit gezeigt, dass ihre Kapitalausstattung bisher in der Regel ausgereicht hätte, um die Krise zu überstehen. Bisher sei auch die Kreditvergabe an private Haushalte und Unternehmen nicht signifikant betroffen. Allerdings habe die Verletzbarkeit des Finanzsystems zuletzt zugenommen, warnte die EZB. Entsprechend werde es auch noch einige Zeit dauern bis sich die Lage an den besonders stark gebeutelten Verbriefungsmärkten wieder beruhigen werde.


Quelle: www.boerse-express.com



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